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Wie drapiert

Werkstoffe
Wie drapiert

Holz und Mineralwerkstoff gehen bei diesem Besprechungstisch eine kongeniale Verbindung ein. Die Materialien vereinen ihre Kontraste dank der schwungvollen Form zu einem harmonischen Blickfang.

Eine organische Form mit schwungvoller Linienführung und glänzend-weißer Oberfläche trifft auf ein Holzgerippe, das den funktionellen Unterbau für diesen Tisch bildet. Der klinischen Anmutung des Mineralwerkstoffs wird die Wärme der Natur entgegengestellt. Die Ungleichheit in Optik und Haptik findet sich auch in der Konstruktion wieder: Der gerippeartige Unterbau aus matt lackiertem Sperrholz verleiht dem Tisch sowohl Stabilität als auch Leichtigkeit – und konkurriert mit der massiven, drapiert wirkenden, glatten Hülle, die mit ungewöhnlichen Faltenwürfen und nahtlosen Überhängen überrascht. Genau dieser durchgängige Kontrast der Materialien macht dieses Objekt so spannend – und verleiht ihm gleichzeitig eine harmonische Eleganz.

Die Qual der (Material-)Wahl
Der Tisch ist aber nicht nur Blickfang in einem amerikanischen Architekturbüro, sondern als Steh- und Sitzplatz auch ein Funktionsmöbel. In seinem Korpus beherbergt er alle Designpublikationen des Büros in Ablagefächern, deren Größe sich durch die Abstände der Längs- und Querrippen ergibt.
Dabei haben der Entwurf und seine Umsetzung die Macher – kalifornische Architektur- und Designstudenten – gerade in puncto Material vor eine große Herausforderung gestellt: Wie können die außergewöhnlichen Krümmungen und nahtlosen Überhänge in Kombination mit einer spiegelglatten Oberfläche realisiert werden? Wie lässt sich der Kontrast in der Konstruktion auch auf Optik und Haptik übertragen? Ein 3-D-Modell stand für die Fertigung Pate und half auch bei der Entscheidung, ob ein Glasfasermaterial oder ein Mineralwerkstoff die Anforderungen besser erfüllt. Die thermoplastische Verformbarkeit, fugenlose Verarbeitung und glatte Oberfläche entschieden das Rennen schließlich zugunsten des Minerwalwerkstoffs »Hi-Macs« von LG Hausys.
Auf dem Weg zum Kurvenstar
Die Rippenkonturen des Untergestells wurden aus dem 3-D-Modell übernommen und für die CNC-Bearbeitung auf zwölf 1,2 x 2,4 m großen Sperrholzplatten ausgelegt. Die S-förmige Deckplatte wurde zunächst auf einer CNC-Fräsanlage in vier separaten Teilen gefertigt, zusammengeklebt und geschliffen. Sie ergeben den einzigen planen Teil der Tischoberfläche. Für die Seitenwände wurde zunächst ein Streifen als Sicherungsband an der Stelle, an der die Seitenwand des Tischs auf die Unterseite der Abdeckplatte trifft, eingesetzt. Die Seitenteile wurden in Teilstücken thermisch verformt. Jedes Teilstück wurde an sein Anschlussstück angepasst und zu fünf Hauptelementen verklebt bzw. verschweißt, die dann auf die Seiten der Holzkonstruktion aufgebracht wurden.
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