Werkstoffe

Probieren und studieren

Studierende der Fachhochschule Mainz haben das Potenzial von Mineralwerkstoff experimentell zwischen Objekt und Raum ausgelotet. Dritter und vorerst letzter Teil unserer Serie »Material als Designimpuls«.

Prof. Bernd Benninghoff, Fachhochschule Mainz

Die Entwicklung eines Produkts kann auf unterschiedlichste Weise erfolgen. In den meisten Fällen gibt es ein konkretes Briefing für eine gezielte Anwendung oder für ein Objekt, welches dann von Designern formal und funktional, konstruktiv und materialästhetisch auf unterschiedliche Weise interpretiert wird.
Bei diesem studentischen Projekt wurde bewusst auf eine andere Strategie gesetzt: Auslöser für die Designentwicklung sollte das Material selbst sein. In enger Zusammenarbeit mit der Firma Pfeiffer & Söhne aus Asslar ging es um die experimentelle und konzeptionelle Verwendung von Mineralwerkstoffen bei der Entwicklung neuer Möbel- und Raumprodukte.
Am Anfang war die Materie
Ausgangspunkt für alle Projekte war die intensive, handwerkliche Auseinandersetzung mit den Eigenschaften des Rohmaterials. Die vom Kooperationspartner zur Verfügung gestellten Materialmuster wurden in der Modellbauwerkstatt der Fachhochschule auf zum Teil abenteuerliche Weise bearbeitet, verformt, zusammengefügt und mit anderen Werkstoffen kombiniert. Alles war erlaubt, solange die eigene Gesundheit und die Werkstattordnung nicht verletzt wurden.
Aufgeteilt in Teams, setzten sich alle Studierenden intensiv mit den Materialeigenschaften auseinander und erarbeiteten unterschiedlichste Materialmuster und Raum-Konzepte, die im weiteren Projektverlauf immer konkreter und praxisbezogener wurden. Letztlich ging es darum, das weite Spektrum bisher ungenutzter Gestaltungsmöglichkeiten des Materials auszuloten.
Die Kooperation zwischen Hochschule und Industrieunternehmen war eine Voraussetzung für das Gelingen dieses Projekts und ein Gewinn für alle Beteiligten. Die Studierenden, die dem Unternehmen mit ihren Materialexperimenten und Entwurfsansätzen wichtige neue Impulse geben können, waren in den realitätsbezogenen Entwicklungsprozess ihres Produkts unmittelbar involviert und konnten ihre Ideen durch die Bereitstellung des Materials und den Einsatz modernster Verarbeitungstechniken bestmöglich umsetzen.

Kompakt Material als Designimpuls
Im Wintersemester 2008/2009 hat Prof. Bernd Benninghoff an der FH Mainz für Studierende der Innenarchitektur das Projekt »Material als Designimpuls« initiiert. Im Fokus standen auch die Materialien Beton (vgl. dds 7/2012, S. 16) und Polystyrol (vgl. dds 8/2012, S. 25).

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