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Innovative Werkstoffe: Maridur

Der Werkstoff Maridur
Homogen und wasserfest

Maridur ist eine feuchteunempfindliche Alternative zu Holzwerkstoffen. Das homogene, in verschiedenen Rohdichten erhältliche PUR-Material eignet sich für zahlreiche Anwendungen im Innen- und Außenbereich.

Das Herstellen von Bauteilen mit großen Querschnitten ist mit Holzwerkstoffen aufwändig. Um auf die erforderliche Materialstärke zu kommen, müssen mehrere Platten miteinander verleimt werden. Dadurch erhält man jedoch Dichteschwankungen innerhalb des Bauteils, die sich beim Fräsen negativ auswirken können.

Dies war ein Beweggrund für die OBO-Werke GmbH in Stadthagen einen »holzähnlichen« Werkstoff auf Polymerbasis zu entwickeln, der sich durch seine Homogenität besonders leicht verarbeiten lässt. Durch die Kombination verschiedener Rohstoffe und Additive gibt es Maridur für die unterschiedlichsten Anwendungen in der jeweils passenden Zusammensetzung. Standardmäßig ist das Material bis zu einer Dicke von 200 mm ab Lager lieferbar und steht in sechs Rohdichten von 300 bis 700 kg/m3 zur Verfügung. Ab einer Rohdichte von 450 kg/m3 erfüllt es die Brandschutzklasse B2. Durch seine geringe Wasseraufnahme eignet sich Maridur für Anwendungen im Innen- und Außenbereich und wird auch für sensible Bereiche wie z. B. den Yacht-Innenausbau eingesetzt.

Bis 200 mm Stärke erhältlich

Die Standardplatten sind in einer Stärke von 4 bis 200 mm im Format 2000 x 1000 mm lieferbar. Bei »Maridur 70« sind auch großformatige Platten von 2500 x 1200 bis 75 mm Stärke erhältlich. Das Material lässt sich sehr gut furnieren, beschichten und lackieren. Exakte Profil-, Fräs- und Bohrbilder können dank der hohen Kantenfestigkeit problemlos hergestellt werden. Der Werkstoff weist bei der Bearbeitung eine minimale Staubbildung auf. Alle gängigen Schreiner- und Tischlerwerkzeuge lassen sich für die Verarbeitung verwenden.

Fräsen, Schrauben, Tiefziehen

Für anspruchsvolle Projekte bieten sich aber auch Möglichkeiten wie das Tiefziehen an. Dabei wird Maridur in einer Vakuumpresse erwärmt und anschließend über die entsprechende Schablone verformt. Auf diese Weise ist eine zeit- und kosteneffiziente Herstellung anspruchsvoller Formen wie Radiusteile oder 3D-Bauteile möglich.

OBO verfügt über ein eigenes Labor, in dem die verwendeten Materialien getestet werden. Dadurch kann das Unternehmen auch Schreiner und Tischler zum Einsatz von Maridur beraten und überprüfen, ob etwa bestimmte Schrauben oder Gewinde eingefügt werden können. »Wir stehen stets in engem Kontakt zu unseren Kunden und besuchen sie auch gerne vor Ort. Auf diese Weise sehen wir direkt, in welchem Umfeld Maridur verwendet werden soll und können Tipps für die jeweilige Umsetzung geben«, so Jürgen Fieger, Tischlermeister bei OBO und zuständig für Anwendungstechnik und Vertrieb. »Für uns ist es auch wichtig, dass der Anwender den Werkstoff in der Hand halten und ausprobieren kann. So erhält er ein besseres Gespür für den Einsatz in der Praxis und die damit verbundenen Möglichkeiten.«

Vom Säger zum Kunststoffprofi

OBO wurde 1869 vom Bremer Kaufmann Otto Bosse als Sägewerk gegründet und firmierte bis zum Jahr 1994 unter diesem Namen. Seit Dezember 1994 bestehen die OBO-Werke GmbH. Das Unternehmen arbeitet seit 40 Jahren auch mit Kunststoffen als Alternative für Holz. An seinem Standort in Stadthagen beschäftigt der Betrieb mehr als 90 Mitarbeiter. –HJG


Steckbrief: maridur

Plattenförmiger PUR-Werkstoff

Eigenschaften: homogen, geschlossenzellig, bohr-, fräs- und schraubbar, lackier-, beschicht- und verformbar

Rohdichte: von 300 bis 700 kg/m3

Brandschutz: B2 (ab 450 kg/m3)

Abmessungen: Stärke: 4–200 mm, L x B = 2000 x 1000 mm,

www.obo-werke.de

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