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Das gewisse Etwas

Werkstoffe
Das gewisse Etwas

Das richtige Material für einen Entwurf zu finden, ist entscheidend. Denn erst das Material gibt der Gestaltung ein Gesicht, macht sie fühl- und erlebbar, schafft Atmosphäre. Wir zeigen eine Auswahl herausragender Neuentwicklungen vom Materialpreis 2014.

Wellen in 3D, intensive Farben, duftende Pflanzen, das Spiel mit Licht und Schatten, interessante Oberflächen, dazu eine einzigartige Haptik – Materialien haben ein facettenreiches Erscheinungsbild. So unübersichtlich die Vielfalt an Materialien ist, eines haben sie gemeinsam: Sie geben dem Werkstück ein Gesicht, sind zentrales Element der Gestaltung. Um hier Außergewöhnliches zu schaffen oder einem Entwurf Esprit zu verleihen, braucht es Materialien mit dem gewissen Etwas. Der Materialpreis 2014 versucht hier die Spreu vom Weizen zu trennen.

Das Akustikpaneel Zirp überzeugt nicht nur mit seinen Schall absorbierenden, sondern vor allem mit seinen gestalterischen Eigenschaften: Gefräste Rillen und Bohrungen lassen in der massiv verleimten Platte stellenweise eine gewisse Transparenz entstehen – partiell hinterleuchtet ergibt sich ein spannendes Spiel von Licht und Schatten. Lebendige, dreidimensional eingefräste Muster wie Wellen, verstärken diesen Effekt.
Dass Transparenz und Akustik nicht im Widerspruch stehen, zeigt auch das AIR-Board acoustic. Die Sandwichlatte besteht aus einer mikroperforierten, lichtdurchlässigen Deckschicht und einem farblosen Wabenkern und ist sehr schallabsorbierend (vgl. dds 10/2013).
Es geht aber auch ohne Transparenz. Trotzdem müssen Akustikpaneele nicht langweilig wirken, wie Lignatur beweist: Die Schweizer sind für ihr Verfahren, Perforationsmuster mittels Algorithmen zu erzeugen, ausgezeichnet worden. Diese sich nicht wiederholenden, dynamischen Muster geben den Akustikpaneelen eine interessante Optik.
Von Wand und Decke an den Boden: Den setzt Damast-Parkett exklusiv in Szene. Das Mehrschichtparkett im Landhausdielenformat mit einer 2,7 mm starken Deckschicht aus Alpi-Furnier verwendet FSC-zertifizierte, exotische Hölzer wie Ebenholz, Makassar oder Palisander – oder zeigt außergewöhnliche Texturen, die so in der Natur nicht vorkommen.
Eine ebenso exklusive Anmutung verleiht Störleder. Eigentlich ein Abfallprodukt bei der Kaviarproduktion begeistert die gegerbte Fischhaut mit einer an Rinde erinnernden Optik und einer korkartigen Haptik. Das wasserfeste Leder eignet sich nicht nur für den textilen Einsatz, sondern auch als Möbeloberfläche.
Möbeln gibt die Reliefplatte 2369 Flame ein einzigartiges Sinneserlebnis – optisch wie haptisch. Die große Licht-Schatten-Wirkung lässt die Prägung bei entsprechender Beleuchtung quer zur Struktur noch eindrucksvoller erscheinen.
Für die Sinne legen die natürlichen Dekorbeschichtungen von Organoid sogar noch eins drauf: Je nach verwendetem Rohstoff entströmt ihnen ein feiner Duft nach Rosen, Almheu, Lavendel oder Kakaobohnen (vgl. dds 4/2014).
Auf Ökologie setzt auch der Dämmstoff Thermohanf Combi Jute, der die Vorteile der robusten Hanffaser mit Jutefasern aus aufgefaserten Kakaosäcken der Schokoladenindustrie verbindet – fast CO2-neutral in der Herstellung.
Nachhaltigkeit hat sich auch das Base Panel auf die Fahnen geschrieben: Die emissionsfreie OSSB-Platte aus Weizenstroh tritt an, Innenausbau und Möbeldesign zu revolutionieren – und das auch in Farbe.
Mit Farbe, vor allem in dunklen Tönen, setzt jetzt auch Corian dank der Deep Colour Technology neue Standards. Schwarz und Anthrazit beeindrucken durch ihre Tiefe, Intensität und Beständigkeit.
Das Isolierglasmodul Okalux HPI könnte dagegen die Fassadengestaltung revolutionieren: Die pyrogene Kieselsäure in der Vakuumisoliereinheit bringt nicht nur sehr gute Wärmedämmwerte und einen schlanken Aufbau. Sie kann im Scheibenzwischenraum auch mit Einlagen aus Holz, Metall oder Digitaldruck-Dekoren kombiniert werden.
Zurück zum Spiel mit Licht und Schatten: Hier sind zwei Studien der Fachhochschule Mainz aufgefallen. Mit Tu Luz, filzbespannten Schaltern, lassen sich interaktive, leuchtende Wandpaneele schaffen. Der Nutzer entscheidet über den Lichteffekt. Auch Light up the wood nutzt Interaktion für Lichtinszenierungen im Raum – allerdings am Boden. Der Benutzer löst durch seine Schritte LEDs aus, die versteckt in Hirnholzklötzen auf der Bodenfläche sitzen. Je mehr Menschen zusammenkommen, desto intensiver wird das Licht.
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