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Ungewohnte Perspektive

Gestaltung
Ungewohnte Perspektive

Häuser, die auf dem Dach stehen, ein Sessel, der in den Seilen hängt, eine Tischplatte, die Falten wirft – ein ungewohnter Ansatz fördert die Kreativität! Das zeigen drei Projektarbeiten aus der Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Cham.

Etwas Wirklich Neues sieht man in unserer Branche im Bereich Möbel und Innenausbau nur selten. Auf diese erfrischende Ausnahme sind wir auf der Möbelmesse in Köln gestoßen, wo die Idee des gekippten Hauses von Lenz Gimpl auch für den Messestand der Fachakademie Cham Pate stand. Das Spiel mit der Sehgewohnheit war im Kampf um die Aufmerksamkeit des Messebesuchers also erfolgreich! Dabei ging es im Entwurf ursprünglich nicht darum, originell zu sein. Einen veränderten Standpunkt einzunehmen, macht den Kopf jedoch frei für frische Ideen, frei dafür, etwas Bekanntes ganz neu zu greifen. Wer ein Haus eingerichten will, das auf dem Kopf steht, hat erst einmal kein Vorbild für diese Aufgabe – und darin liegt die Chance für einen neuen Griff.

Nebenbei stellt Lenz Gimpl auch verschiedene Spielarten der Darstellungstechnik vor. Versucht man, die Innenarchitektur des Hauses nur aus der Dreitafelprojektion zu durchschauen, muss man ordentlich um die Ecke denken, und immer noch bleiben Fragen offen – welche die perspektivische Darstellung auf den ersten Blick beantwortet! Was die Verständlichkeit angeht, ist sie dem klassischen Aufriss im Wortsinn haushoch überlegen, daran ändern übrigens auch die hier aus Platzgründen nicht gezeigten Grundrisse nichts.
Der hängende Sessel von Johanna Jakobs hebt für den Sitzenden »gefühlt« die Bodenhaftung auf und vermittelt eine neue Sitzerfahrung, die weder an den Schaukel- noch den Balancestuhl erinnert. Die Aufhängepunkte der in der Seilführung gut austarierten Sitzfläche sind am Modell entwickelt worden. Eine Lasur mit weißem Pigmentanteil gibt dem Gestell im Dreiklang mit dem farbigen Seil und dem dunklen Polster eine ruhige Fassung.
Dass ein einziges überraschendes Detail einen Entwurf prägen kann, zeigt Bastian Prieler mit seinem unkonventionellen Arbeitstisch: Durch die Zweiteilung der Tischplatte und ihre Auflage aus flexiblem Kunstleder entsteht eine Stiftablage, die mit einem Griff wieder verschwunden ist. –JN

Steckbrief

An der Fachakademie Cham können sich Meister sowie Gesellen mit Berufserfahrung in zwei Jahren zum staatlich geprüften Raum- und Objektdesigner weiterbilden.
Fachakademie für Raum- und Objektdesign 93413 Cham Tel.: (09971) 6074, Fax: 40264
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