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Skizze eines Gesprächs

Gestaltung
Skizze eines Gesprächs

Wie präsentiert man eine Dienstleistung? Lena Frieling hat im Rahmen ihrer Gestalterarbeit einen Messestand für die Internetagentur 7th Sense New Media GmbH entwickelt und zu einer überraschenden Lösung gefunden.

Wer »dingliche« Ware verkaufen will, zeigt diese in aller Regel im Laden und auf Messen in dafür ausgelegten Möbeln. Bücher etwa sehen wir im Buchladen wie auch auf der Buchmesse in Regalen, Displays oder auf Tischen. Doch wie präsentiert man ein nicht materielles Produkt, wie zum Beispiel die Dienstleistung einer Internetagentur? Damit hat sich Lena Frieling in ihrer Gestalterarbeit an der Fachschule für Holztechnik Feuerbach auseinandergesetzt. Die 7th Sense New Media GmbH betreut und inszeniert seit 14 Jahren Werbeauftritte internationaler Kunden im Internet. Um der virtuellen Dienstleistung ein Gesicht zu geben, zeigt der Messestand von Lena Frieling weder Beamerwand noch Flatscreen – sondern die grundlegende Infrastruktur für ein Gespräch zwischen Menschen: Tisch und Stühle, ergänzt durch einen raumbildenden Hintergrund, Licht und mobilen Stauraum. Damit die Botschaft des Minimalauftritts ankommt, müssen die Komponenten als Stuhl und Tisch und Lampe und Wand schlechthin mit Symbolcharakter sprechen. Das gelingt sowohl durch den Designklassiker von Arne Jacobsen, den Stuhl der »Serie 7«, wie die skizzenhaft ergänzten Möbel, die allesamt auch Kriterien wie Mobilität und Nachhaltigkeit genügen. Das weist Lena Frieling systematisch nach. Ihrer Gestalterarbeit stellt sie ein Verzeichnis voran, das stichworthaft Anforderungen formuliert, denen sich die Komponenten in den Kategorien Transport, Montage, Flexibilität, Identifikation (im Sinne von Bezug zu Unternehmen und Branche), Instandhaltung und Nachhaltigkeit zu stellen haben. Selbst entwickelte Icons symbolisieren diese sechs Kategorien und erleichtern in der Dokumentation die Zuordnung. Dazu differenziert Lena Frieling den Standpunkt des Besitzers, des Benutzers und des Betrachters. Das führt in der Dokumentation der Arbeit zu einer dichten Systematik, die hier und da übertrieben erscheinen mag, blickt man nur auf das Endprodukt. Hier geht es aber um den Weg dorthin: Die Idee, nicht die Abbildung der virtuellen Ware der Agentur mittels Bildschirm in den Mittelpunkt zu stellen, sondern das Kundengespräch zu thematisieren, wird nachgezeichnet und dem Auftraggeber in allen Facetten erschlossen.

Lena Frieling liefert mit ihrer Arbeit eine gründliche Analyse des Problems und eine überzeugende Ausarbeitung der gefundenen Lösung. Die Systematik steht im Einklang mit der Präsentation, die sozusagen in zweiter Ableitung die Kompetenz des Auftraggebers auf eine neue Ebene übersetzt. JN
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