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Das Familienunternehmen feiert 100 Jahre Sudbrock

100 Jahre Sudbrock
Blick nach vorn

Das Familienunternehmen Sudbrock mit Sitz im ostwestfälischen Rietberg-Bokel hat sich in den vergangenen 100 Jahren von der Ein-Mann-Tischlerwerkstatt zu einem renommierten Möbelhersteller mit rund 110 Beschäftigten entwickelt.

»Die Tischlerwerkstatt meines Großvaters in Wiedenbrück war der Anfang«, sagt der heutige Firmeninhaber Johannes Sudbrock im Rückblick auf 100 Jahre Firmengeschichte. Die kleine Tischlerei lief in den 1920er-Jahren trotz der schwierigen Zeiten gut. 1928 ergänzen die Firmengründer die Werkstatt um ein Möbelgeschäft.

Als 1948 die zweite Generation antritt, erweitert Franz Josef Sudbrock nochmals die Produktion. In den 50er-Jahren ist Sudbrock erstmals als Aussteller auf der Kölner Möbelmesse präsent. Händler aus Hamburg, Schleswig-Holstein und dem Ruhrgebiet finden Gefallen an Design und Qualität der Möbel aus Ostwestfalen.

Am Standort Wiedenbrück wird es Mitte der 50er- Jahre für die Werkstatt zu klein. Da kein passendes Grundstück angeboten wird, weicht der Betrieb nach Rietberg-Bokel aus. Hier entsteht 1957 die erste, etwa 1200 m2 große Fabrikhalle. In den 1960ern und 1970ern zählt die Firma bereits rund 70 Mitarbeiter.

Sudbrock verkauft Möbel nun unter dem neuen Logo »DS-Dielenmöbel Sudbrock«. Mit dem Dielenmöbel »Panama« entwickelt Sudbrock 1977 eines der ersten Systemprogramme: Der Kunde entscheidet nun über die Größe von Türen, Klappen und Schubläden. Mit Panama wird Sudbrock deutschlandweit auch beim Endverbraucher bekannt.

Johannes Sudbrock, der zunächst in Rosenheim Wirtschaftsingenieurswesen studiert hat, tritt 1989 in dritter Generation in das Unternehmen ein. Er führt ein neues Regalsystem ein, mit dem Sudbrock nun in den Wohnbereich vorstößt. 2002 zieht sich sein Vater Franz Josef Sudbrock aus dem operativen Geschäft zurück und Johannes wird alleiniger Gesellschafter.

Unter seiner Regie wird das Unternehmen moderner: Mit dem Programm Cubo erhalten die Möbel eine klare Formensprache mit puristischer Note. Dank der Messeauftritte in Köln und Mailand erreicht Sudbrock nun auch das internationale Publikum.

Längst sind die Sideboards, Schränke, Regale, Tische, Betten und Garderoben, in Deutschland über den Fachhandel vertrieben, auch bei Kunden im Ausland beliebt. So werden die Möbel nach Benelux, Österreich, in die Schweiz, nach Russland, China und andere Länder exportiert. 2015 wird das Werk erneut erweitert. Die Produktionsfläche ist nun 13 000 m2 groß.

Theres Sudbrock ist nicht nur geschäftsführende Gesellschafterin neben ihrem Mann, sondern hat die Kreativität im Unternehmen weiter belebt, etwa neue Farben eingeführt. Ihr Credo: Möbel als Poesie und Ästhetik bis ins kleinste Detail.

»Ein Sudbrock-Möbel erkennt man an seiner feinen Linienführung, an der Farbharmonie und daran, dass wir innen und außen in gleicher Qualität lackieren und furnieren. Möbel maßgefertigt für Menschen, die ein feines Gespür für diese Qualität haben und die von ihrem Möbel mehr verlangen als reine Funktionalität.«

Theres und Johannes Sudbrock haben bereits die Weichen für die Zukunft gestellt, wobei eine schwere Krankheit viele Pläne durcheinanderwirbelt – 2018 wird bei Johannes Sudbrock die Nervenerkrankung ALS diagnostiziert.

Sie informieren die Mitarbeiter, Kunden und Händler und verstärken sich personell in der Geschäftsführung. Bis die vierte Generation das Ruder übernimmt, kann es noch einige Jahre dauern, denn die Töchter Maria und Eva befinden sich noch in ihrer beruflichen Ausbildung.

Solange es möglich ist, möchte Johannes Sudbrock im Unternehmen präsent bleiben. »Ich habe schon immer viel delegiert«, sagt er – und mit Blick auf die Möbel: »Es ist schon eine Glückssache, wenn man Dinge verkaufen kann, die einem selbst gefallen.«

Ob gewissenhafter Umgang mit regionalem Holz oder lösemittelfreie Lacke – Nachhaltigkeit ist für ihn nicht nur ein Schlagwort. Auch Auszubildende schätzen es, Möbel »vom Stamm bis zum Versand« zu begleiten.

Im Jubiläumsjahr ist Johannes Sudbrock stolz auf das bisher Erreichte: »Uns zeichnet das persönliche Möbelhandwerk aus. Es ist schön, gemeinsam jeden Tag nachhaltige Werte für die Zukunft zu schaffen.«


Niestrath_Johannes_02_1c.jpgFür dds-Redakteur Johannes Niestrath steht Sudbrock bei jeder Kölner Möbelmesse oben auf der Liste – als Tischler und Schreiner fühlt man sich vom hohen Qualitätsanspruch des Unternehmens nachhaltig angezogen.


Steckbrief

 

 

100 Jahre Sudbrock: Aus der Tischlerei des Großvaters ist eine Möbelmanufaktur von internationalem Ruf geworden: Einst auf Garderoben spezialisiert, fertigt Sudbrock im ostwestfälischen Rietberg-Bokel heute Premiummöbel für alle Wohnbereiche. Das Unternehmen wird in dritter Generation von Johannes und Theres Sudbrock geleitet.

www.sudbrock.de

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