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Möbel 2021: Neuheiten und Shootingstars

Die IMM fällt 2021 aus. Neue Möbel gibt es trotzdem
Neuheiten und Shootingstars

Ein Januar ohne Möbelmesse in Köln ist ein trüber Jahresauftakt: Jungdesignern und neuen Labels fehlt eine wichtige Bühne, auch die Etablierten müssen neue Wege finden, wie sie ihre Produkte bekannt machen. Jonathan Radetz hat mit einigen Herstellern gesprochen und stellt Neuheiten sowie Shootingstars von 2020 vor.

Jonathan Radetz, Schreinermeister und Gestalter

Die internationale Möbelmesse in Köln findet 2021 nicht statt – auch das zuletzt favorisierte hybride Modell scheitert an der Pandemie. Betroffen sind auch die Passagen, ein Ausstellungsprogramm zu aktuellen Designtendenzen in Kölner Showrooms, Galerien, Kulturinstituten und Museen, seit 32 Jahren im Fahrwasser der IMM und auch als eigenständiges Format etabliert. Veranstalterin Sabine Voggenreiter hofft, einzelne Präsentationen können in Eigenregie stattfinden, zum Beispiel als Geister-Ausstellung in einer leeren Kirche, die ausschließlich digital besucht werden kann. Gerade den Nachwuchsdesignern fehlt somit 2021 ihre wichtigste Bühne. Zwar wird es eine Pressemeldung zu den Nominierten und Gewinnern des Pure Talent Contest geben, aber im nächsten Jahr werden bereits neue Talente die Plattform nutzen.

Die Designpost tut sich als ganzjährig geöffneter Showroom starker Designmarken mit der aktuellen Lage leichter, wäre allerdings von einem verordneten Shutdown ebenfalls betroffen. Einige Labels sind seit Jahren vertreten und laden parallel zur Möbelmesse zu Veranstaltungen ein. Hier denken die Aussteller nun über gemeinsame Events im Frühjahr nach.

Tecta hatte sich im Herbst 2020 für ganzjährige Präsenz in der Designpost entschieden – beeinflusst durch die aktuelle Lage, aber perspektivisch durchaus darüber hinaus gedacht. Köln ist Möbelstadt und es ist ungleich schwerer, Endkunden, Fachbesucher und Händler ins eigene Unternehmen zu bitten. Doch seit dem Frühjahr 2020 hat in Deutz keine Messe mehr stattgefunden. Lange haben die Kölner versucht, das Unmögliche möglich zu machen, und zuletzt auf ein hybrides Format gesetzt. Viele Hersteller waren von dieser Planungsunsicherheit betroffen, einige hatten eine klare Absage gefordert. Schönbuch hat gewartet und schließlich auch absagen müssen. Die für ihre Garderoben international bekannte Möbelmarke aus Bad Königshofen will mit einem digitalen Showroom Händlern und Endkunden Neuheiten vermitteln und, sobald es möglich wird und neue Reiselust einsetzt, in den neu ausgebauten Showroom nach München einladen. Tecta-Geschäftsführer Christian Drescher und Julia Hohmann, Head of Product Management bei Schönbuch, sind sich einig: Der Wunsch nach Möbelneuheiten bei Kunden und Handelsvertretern ist rückläufig – deren mangelnde Sichtbarkeit könnte die Ursache sein. Virtuelle Präsentationen sind dafür in der Möbelbranche ein erkennbarer Trend: Auch bei Zeitraum habe man großen Aufwand betrieben, um dem Ausfall der Messen entgegenzuwirken, sagt Nana Gröner, zuständig für CI und Kommunikation. So wurden Daten für ein Programm aufgearbeitet, um Planern und Architekten den Zugang zu erleichtern. Virtual und Augmented Reality ist nun mit Möbeln von Zeitraum umsetzbar. Neuheiten wurden durch Newsletter und Partnerplattformen vorgestellt.

Das Thema Klassiker und New Classics profitiert: Die Sitzgruppe Togo von Ligne Roset wurde seit 1973 weltweit über 1,5 Millionen Mal verkauft und wird nun durch den Vintagetrend in den sozialen Medien befeuert. Ligne Roset wird seine Neuheiten im Laufe des Frühjahrs voraussichtlich in den Geschäften der Handelspartner vorstellen. Bei Thonet ist das Thema Klassiker eine bewusste Haltung gegenüber der sich verändernden Nutzung von Möbeln, insbesondere im Arbeitskontext. Manchmal sei es nicht notwendig, ein neues Produkt zu entwerfen, sondern sinnvoller, bestehende weiterzuentwickeln, so Creative Director und Geschäftsführer Norbert Ruf über die Entstehung des Sofas S 5000 Retreat. Die Frage, wie wir morgen arbeiten, sei allgegenwärtig. Die Pandemie habe die Entwicklung des neuen Programms beeinflusst, denn Mindestabstände und Separierungen spielen jetzt die entscheidende Rolle.

Bleibt zu hoffen, dass die IMM und ihre Partnerprogramme 2022 wieder stattfinden können – damit wir Möbel nicht nur virtuell betrachten, sondern live mit allen Sinnen wahrnehmen können.


Steckbrief

Die IMM Cologne fällt 2021 aus und soll 2022 ergänzt um eine digitale Erweiterung stattfinden. Was die Einrichtungsbranche bewegt, thematisieren die Messemacher in einem neuen Magazin:
www.imm-cologne.de/magazin/

Die Passagen fallen aus und sollen 2022 wieder an den Start gehen.
www.voggenreiter.com

Die Designpost als ganzjährig geöffneter Showroom wäre nur temporär von einem möglichen Shutdown betroffen.
www.designpost.de

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