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Spitzenjahrgang

Möbel
Spitzenjahrgang

Die Tischlerinnung Bergisches Land konnte in den Räumen von Holz-Richter in Lindlar bemerkenswerte Gesellenstücke präsentieren. Die Jury hat zwei erste und zwei dritte Preise sowie eine Belobigung vergeben.

Es ist selten, dass die Gute-Form-Jury auf Innungsebene derart aus dem vollen schöpfen kann wie im Juli 2013 in Lindlar. Aus einem sehr guten Mittelfeld hoben sich zwei Arbeiten nochmals deutlich heraus, was die Jury dazu veranlasst hat, sie jeweils mit einem ersten Preis zu würdigen und keinen zweiten, aber zwei dritte Preise zu vergeben. Martin Schumacher zeigt mehr als ein Möbelstück: Drei unterschiedlich konstruierte Korpuselemente umgibt er mit einer technisch anmutenden Hülle aus Dibond-Platten, die das Wandobjekt als dreidimensionaler Bilderrahmen in seiner Wirkung verstärkt. Besonders ist der Abstand gelöst: In Sackfräsungen in der Korpuswandung sind »Schuhe« aus Vollkernmaterial eingelassen, die von innen mit Madenschrauben gegen die Aufnahmen in den Rahmen gespannt werden – ein hervorragendes Detail!

Tobias Voges hat sich intensiv mit der Perspektive eines Würfels befasst: Das eigentliche Möbel offenbart sich dem Betrachter verzerrt – erst wenn er einen definierten Standpunkt einnimmt, erscheint der Würfel gerade. Die Gesetze der Perspektive wurden umgedreht und an einem perfekt ausgeführten Objekt demonstriert – bis in die mathematisch exakt verjüngten Fugen hinein.
Feines Tannenholz und Linoleum begegnen sich in dem Schreibmöbel von Maik Nierstenhöfer harmonisch in einer stark reduzierten Außenform. Stimmig ist seitlich ein Fach mit abgewinkelter Klappe integriert. Der farbliche Kontrast der beiden weichen Materialien steht dem Objekt ausgezeichnet.
Ein gelungenes Zusammenspiel des Tragwerks mit einem quaderförmigen Aufsatz zeigt Lukas Poranzke an seinem Sideboard, das auch als Bank dienen kann. Vornehm setzt sich das schwarze Innere von der weiß lackierten Hülle des Korpus ab. Schön wäre, wenn das Gestell die Verbindungen ihrer Belastbarkeit auf Zug oder Druck entsprechend zeigen würde: Statt gedübelter Verbindungen etwa Zapfen, die mit einem Querdübel gesichert sind. Niklas Arens beweist mit seinem als Kommode ausgeführten Zauberwürfel einen sichern Umgang mit bekannten Formen. Reizvoll wäre auch die Abwicklung eines Grundfarbtons in verschiedenen Abstufungen gewesen! Der sichtbare Sockel stört erheblich den Betrachter – hier ist noch Potenzial für eine Alternative gegeben.
Zur Jury gehörten die Innenarchitektin Bettina Steffan, Michael Kals, Tischlermeister und Gestalter im Handwerk, Lehrlingswart der Tischler-Innung Köln und Johannes Niestrath, dds-Redaktion. Die Jury wurde optimal vorbereitet von den beiden Fachlehrern Manuela Abbing und Roger Pfandhöfer vom Berufskolleg Bergisch Gladbach. JN
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