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Neues aus der Königsdisziplin

Möbel
Neues aus der Königsdisziplin

Einen Stuhl zu entwerfen ist für werdende Industriedesigner und Innenarchitekten eine komplexe Herausforderung. Ausgewählte Arbeiten, die im Rahmen einer Entwurfsaufgabe an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle entstanden sind.

Jeder Designer wagt sich gerne einmal an den Entwurf eines Stuhles heran und findet sich alsbald mit einer Gestaltungsaufgabe konfrontiert, die zum Prüfstein seiner interdisziplinären Kompetenz wird: Ein Stuhl soll in der Regel leicht sein, aber dennoch ein Vielfaches seines Eigengewichtes tragen können. Er soll modern sein und ästhetisch ansprechen, aber auch ergonomischen Ansprüchen gerecht werden. Fertigung und Kosten wollen bedacht sein, vielleicht ist er auch noch stapel- oder zerlegbar und gehört zu einer ganzen Produktfamilie! Als zweiter Teil eines Raumentwurfs an der Burg Giebichenstein waren ein Ensemble aus Stuhl, Tisch und Leuchte zu entwerfen. Wegen der begrenzten Zeit und vielleicht auch, um innerhalb vieler Variablen einen Fixpunkt zu setzen, kamen für alle Stühle Becker-Formholzsitzschalen zum Einsatz, die das spezialisierte Unternehmen aus Brakel den Studierenden als unbesäumte Halbzeuge zur Verfügung gestellt hat. Dadurch liegt der Fokus der hier vorgestellten Stuhlentwürfe (auf Tisch und Leuchte haben wir verzichtet) auf dem Gestell, das aus Holz, Stahlrohr, Stahlblech oder in Kombination daraus gefertigt wurde. Die wenigsten Studierenden haben vor ihrem Studium eine handwerkliche Ausbildung absolviert. Um ihren Ideen Gestalt zu geben und sie auf Machbarkeit zu überprüfen, sind sie auf die Hochschulwerkstätten angewiesen. Hier stehen ihnen die Werkstattleiter mit Rat und Tat zur Seite, wenn das Vorhaben die zu Anfang des Studiums von allen erworbenen Grundlagenkenntnisse übersteigt.

Was die Studierenden nach zweieinhalb Monaten Entwicklungsarbeit auf die Beine (und Kufen) gestellt haben, ist beeindruckend. Ob modular gedacht, wie der Baukastenstuhl von Heinrich Ehnert (S. 16) oder trotz unterschiedlicher Materialien aus einem Guss, wie der elegante Hochbeiner von Christoph Bornund der Minimalist von Timo Schierholz (beide auf dieser Seite) – die Prototypen spannen den Bogen vom Experiment bis zum serienreifen Möbel.

dds-Redakteur Johannes Niestrath freut sich über die langjährige Zusammenarbeit mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle – eine gute Adresse, um mit Bodenhaftung Design oder Innenarchitektur zu studieren.

Steckbrief

Entwürfe und Prototypen entstanden bei Prof. Klaus Michel in den Studiengängen Innenarchitektur und Industriedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.
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