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Immer wieder schräg

Möbel
Immer wieder schräg

Wie die Veranstaltung selbst, sind auch die Stücke beim Designfestival DMY, das vom 28. Mai bis 1. Juni in Berlin stattfand, stets von unterschiedlichem Reifegrad. dds-Autor Christian Härtel hat je zwei Sitzmöbel und Regale mitgebracht, die positiv aufgefallen sind.

Berlin ist groß, bunt und immer eine Reise wert. Zumal, wenn das Designfestival im Tempelhofer Flughafengebäude stattfindet. Überraschungen sind dabei inklusive. Zum Beispiel, dass man als Besucher für die Sonderpräsentation des Designpreises der Bundesrepublik Deutschland anstehen muss, weil die Höchstgrenze der Besucherzahl offenkundig auf zwei Hände voll Menschen beschränkt wurde. Und das auf einer Fläche eines Fussballfeldes. Der DMY ist immer wieder etwas schräg und man würde sich wünschen, dass die wechselhafte Qualtität etwas Kontinuität weicht in der kreativen Hauptstadt.

Überrascht wurden die Besucher aber auch von einigen Stücken. Etwa dem »Stocker«. Mit den Anforderungen, bequem wie ein Stuhl, leicht wie ein Hocker, aus massivem Holz und dann auch noch stapelbar zu sein, hat der Schwarzwälder Schreiner und Gestalter Matthias Scherzinger ein eigenwilliges Sitzmöbel geschaffen. Der Name ist Programm. Als Fusion aus Stuhl und Hocker erdacht, zeigt sich das Möbel ziemlich ausgeklügelt und dabei noch mit hohem Sitzkomfort – auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Denn die niedrige Lehne führt dazu, dass der Rücken stabilisiert wird und so ein entspanntes Sitzen ermöglicht. Die leichte Neigung der Sitzfläche unterstützt dies noch. Völlig zu Recht hat Scherzinger für sein Möbel einen Red Dot Design Award 2014 erhalten.
Ein Hocker der ganz anderen Art kommt aus Bielefeld vom Gestalterduo Bastian Demmer und Gerhard Spieker. Mit dem »Statthocker« aus recycelten Straßenlaternen, haben die beiden Designer offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen. Die Schirme werden einfach mit einer Sitzfläche versehen und fertig ist das Produkt, denn der Lampenschirm weist die optimale Sitzhöhe auf.
Man nehme ein Rastermaß für eine Lochwand und befestigte daran Kanthölzer mittels einer Schraube. Das Funktionsprinzip von »Foro V« ist für alle Nutzungen gedacht. Vor allem erlaubt es dem Kunden, sein Möbel selbst anzuordnen. Die Lochwand wird an der Wand befestigt, weshalb man allerdings vorher wissen muss, wo die Stäbe platziert sein müssen. Will man die Einteilung ändern, muss die tragende Rückwand wieder von der Raumwand demontiert werden. Da ist es hilfreich, dass die Lochwände relativ kleinformatig sind.
Und noch ein Regal. Aber eines, dass ohne Werkzeug auf- und abgebaut werden kann. Bei »Dado« werden zunächst die Böden zwischen die Rahmenhölzer gesteckt und dann mit zwei eingeschobenen Federn in beide Richtungen ausgesteift. Damit hat der Gestalter und Schreiner Justin Allen eine intelligente Konstruktion geschaffen, deren komplexe Knotenpunkte der einfachen Montage dienen. Für sein Stück sucht Allen noch einen Produzenten. Das dürfte nicht so schwierg werden, zumal Dado Flatpack-tauglich ist.
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