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Ausziehtisch iLaik: Geniale Ideen brauchen Zeit

Produktentwicklung: der Ausziehtisch iLaik
Geniale Ideen brauchen Zeit

Eine Tischplatte, die sich ohne zusätzliche Elemente auf die 1,5-fache Länge vergrößern lässt? Eine geniale Idee! Die Schreinermeister Tobias Jung und Denis Dostmann sind mit viel Herzblut den langen Weg von der Idee bis zum serienreifen Möbel gegangen.

Mehr als 15 Jahre ist es her, dass Schreinermeister Tobias Jung die Idee hatte, Lamellen so zu einer Platte verleimen, dass sich diese wie eine Ziehharmonika auseinanderziehen lässt. Eine geniale Konstruktion für Tischplatten, die sich damit ohne Klappmechanismus oder Einlegeböden flexibel in der Größe verändern.

 

Jung hatte sich damals direkt nach der Meisterschule mit der Schreinerei Lignum Arts selbstständig gemacht. Er tüftelte nebenher an der Konstruktion des Tisches herum, probierte verschiedene Materialien aus und meldete schließlich ein Gebrauchsmuster an. Die Suche nach geeigneten Vertriebswegen und -partnern gestaltete sich schwieriger als erwartet. Mit dem Unternehmen Holzschmiede fand er schließlich einen verlässlichen Partner, der den Tisch bis heute in Lizenz produziert. »Der Tisch der Holzschmiede ist wunderschön« sagt Tobis Jung, »die Herstellung der Massivholzlamellen ist jedoch extrem aufwendig, der Tisch damit entsprechend hochpreisig«. Jung und sein Partner in der Geschäftsführung der Schrenerei, Denis Dostmann, überlegten daher, wie sich die Herstellung vereinfachen lässt.

Mit Laser und Spezial-Multiplex

Den Durchbruch brachte schließlich die Lasertechnik: sie ermöglicht es, die Schnittfugen für den Ausziehmechnismus mit einer Breite von nur 0,2 mm zu erzeugen, sodass die Tischplatte aus einem Stück fertigt werden kann. Dies funktioniert in Kombination mit einer speziellen Laser-Multiplexplatte, für die ein Klebstoff verwendet wird, der beim Laserschneiden nicht rußt und damit keine schwarzen und stark riechenden Kanten verursacht. Das Verfahren hat Tobias Jung sich 2018 patentieren lassen. Es wurde für sechs europäische Länder validiert – allein das eine Investition von über 30  000 Euro.

Der Tisch wird heute in der Schreinerei von Jung und Dostmann in Fürstenfeldbruck gefertigt und unter dem Namen iLaik vermarktet. Es gibt ihn in verschiedenen Größen, Farben und Formen. Zum Sortiment gehört außerdem eine Bank und ein passender Stuhl von Wilkhahn. Laik ist ein eigenes Unternehmen, an dem neben Jung und Dostmann die Vertriebs- und Marketingprofis Peter Bruns, Mark Löhr und Anita Pfattner sowie der Ingenieur Christian Mühlbauer beteiligt sind. Das Ziel: die Fertigung von mindestens 100 Tischen pro Monat. Ab diesem Volumen lassen sich ordentliche Konditionen im Materialeinkauf und bei Zulieferern erzielen und ein effizienter Workflow in der Produktion.

Crowdfunding mit Kickstarter

Um das Ziel schnellstmöglich zu erreichen, hat Laik Mitte Dezember eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Kickstarter ins Leben gerufen. Wer einen der ersten Tische erwirbt, bekommt einen besonders attraktiven Preis. Kickstarter dient neben der Akquise von Finanzmitteln auch zur Steigerung der Markenbekanntheit. Tobias Jung ist sicher, dass die Kampagne dem Produkt den letzten noch fehlenden Schub gibt. »Einen langen Atem braucht man schon, aber eine gute Idee wird sich schlussendlich durchsetzen«, ist er überzeugt. –HJG


Steckbrief

iLaik ist ein um die Hälfte seiner Grundlänge stufenlos ausziehbarer Designertisch ohne Klappmechanismus oder Einlegeplatten.

Hersteller: Laik GmbH
82256 Fürstenfeldbruck
www.laik.style

Die Crowdfunding-Kampagne von Laik auf kickstarter.com findet man hier

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