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Archiv der Formen

Wettbewerb seit 1991
Archiv der Formen

Eine Ausstellung im Werkraumhaus Bregenzerwald zeigt an Exponaten der Wettbewerbe »Handwerk und Form« den Weg zu einer zeitgemäßen Ästhetik, die im Wissen und Können der Handwerker und ihrer Zusammenarbeit mit Gestaltern begründet ist.

Die Verbindung von Tradition und Innovation im Zusammenspiel von Handwerk und Gestaltung hat im Bregenzerwald zu einem eigenen Weg der Formgebung geführt. Die aktuelle Ausstellung im Werkraumhaus Archiv der Formen zeigt an über zweihundert Exponaten aus dem Fundus der Wettbewerbe Handwerk und Form, wie sich das Wissen und Können der Handwerker mit den Gestaltungsimpulsen von Designern und Architekten verbindet. Die Beiträge aus der Wohn- und Baukultur sprechen für sich. Der Wettbewerb Handwerk und Form wurde 1991 initiiert und findet seit 2000 alle drei Jahre statt. Exponate dienen als Beispiele, um Aspekte des Formgebungsprozesses zu beleuchten. Ziel des Wettbewerbs war und ist es, durch das Zusammenwirken von Handwerkern und Gestaltern technisch und formal ausgereifte Produkte zu entwickeln. Bewertet werden Alltagstauglichkeit und Funktionalität der Produkte, die klar erkennbar sein und zur Benutzung anregen sollen. Die Ausführung der Gebrauchsgegenstände – Unikat, Kleinserie oder Experiment – soll auf höchstem handwerklichem Niveau sein. Materialgerechtigkeit soll der Nutzung im Alltag entsprechen. Die Innovation liegt hierbei oftmals in der einfachen, aber intelligenten Lösung alltäglicher Probleme. Eine sich aus der Erfüllung der Ausschreibungskriterien ergebende Formschönheit ist der gewünschte Effekt.

Aus den 632 Einreichungen bis zum Wettbewerb 2015 kann nun erstmals in einer Gesamtschau rund ein Drittel aller Entwürfe gemeinsam betrachtet werden. Die Auswahl umfasst Preisträger und Produkte, die sich erfolgreich am Markt bewährt haben, aber auch solche, die im Stadium des Prototypen geblieben sind. Gezeigt werden auch Ankäufe des Vorarlberg Museums, das in Fortschreibung der Bregenzerwälder Handwerkstradition ausgezeichnete Möbelstücke und weitere Einreichungen im Laufe der Zeit für die Sammlung akquiriert hat. Mit der Ausstellung haben auch Objekte aus Privatbesitz ihren Weg zurück nach Andelsbuch gefunden.

Wege zur Form verstehen

Das temporäre Archiv zeigt, geordnet nach Objekten, etwa Tische, Bänke, Lampen, Haushaltsobjekte oder Bekleidung, die große Bandbreite und die formale Vielfalt handwerklicher Produktion und macht diese vergleichbar – nicht als Leistungsschau, sondern als einen anregenden Fundus für die Entwicklung weiterer gebrauchsgerechter Gegenstände.

»Die Ausstellung ist eine wichtige Aufarbeitung der bisherigen Entwicklungen, die keinesfalls als Rückschau zu verstehen ist, sondern als Basisarbeit für zukünftige Projekte«, so der Leiter des Werkraums Bregenzerwald Thomas Geisler, der gemeinsam mit Martin Bereuter Ideengeber für die Ausstellung war. Was macht einen gut gestalteten und produzierten Gegenstand aus? Wie gestaltet sich der Prozess des Entwurfs? Welche Rolle spielen darin Handwerker und Designer? Anhand von sieben »Interventionen«, illustriert durch Einzelobjekte und kommentiert von deren Schöpfern, untersucht die Ausstellung diverse Gestaltungsansätze. Kooperieren, weiterentwickeln, erfinden, Anleihe nehmen, kombinieren, inspirieren oder experimentieren formt die Produkte ebenso wie der Anspruch, materialgerechte und alltagstaugliche Gebrauchsgegenstände herzustellen. Die allesamt von Handwerkern im Bregenzerwald eingereichten Produkte vereint ihr regionaler Ursprung, wenngleich sich ihre Entstehungsgeschichten im überregionalen Austausch begründen.

Die Gestalter Robert Rüf und Christof Nardin aus Wien haben für die Ausstellung Archiv der Formen das von Peter Zumthor entworfene Werkraumhaus in Andelsbuch vorübergehend in ein Depot mit raumhohen Lagerregalen verwandelt. Ein Besuch und der Blick ins Rahmenprogramm lohnen sich. Der nächste Wettbewerb findet 2018 statt. –JN/Werkraum


Steckbrief

Archiv der Formen heißt eine Ausstellung, die bis 7. Oktober 2017 im Werkraumhaus Andelsbuch gezeigt wird. Über 200 Beiträge zu den Wettbewerben Handwerk und Form seit 1991 regen zur Auseinandersetzung mit produktgerechter Formgebung an. Auch ein Blick in das Rahmenprogramm lohnt sich!

Werkraum Bregenzerwald, 6866 Andelsbuch

www.werkraum.at

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