Möbel

Alte Werte neu entdeckt

Materialgerecht, hochwertig, dauerhaft – zur Kölner Möbelmesse standen Klassiker und solche, die es noch werden könnten, hoch im Kurs. Daraus ein »modernes Biedermeier« abzuleiten, hält dds-Redakteur Johannes Niestrath für unangebracht.

Alles, Was war, hat Zukunft schreibt die Sprecherin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie Ursula Geismann in ihrem Trendbericht zur Kölner Möbelmesse. Der Rückzug ins Private und die Besinnung auf traditionelle Werte sei eine Reaktion auf eine Gegenwart, die viele Menschen verunsichere. Nun währt diese Gegenwart schon ein Jahrzehnt – und das immergleiche Phänomen haben wir in wechselnde Begriffe gekleidet: Es hieß schon »Homing« und »Cocooning«, jetzt ist gar von »modernem Biedermeier« die Rede. Der doppelten Rückwendung also, die sich in der Wiederholung des Motivs und einer ganzen Stilepoche ausdrückt. Stimmt das eigentlich? Arbeiten an der Substanz, das wäre eine andere Lesart. Absage an ständiges Neuerfinden die Ansage. Eine Branche, die vom Verkauf des Neuen lebt, tut sich damit schwer. Sieht aus wie alt, ist aber neu. Wäre das der Slogan des geschäftstüchtigen Biedermeiers? Sieht aus wie neu will ja niemand mehr hören – das haben wir früher gesagt, als wir noch gebrauchte Autos fuhren! Die Neigung, aus der über Jahre anhaltenden Tendenz zum Wertbeständigen immer wieder vermeintliche Zukunftsangst abzuleiten – weist sie auf die noch viel größere Angst hin, gedankenlose Verbraucher könnten zu bewussten Käufern mutieren und den Umbau der Konsumkultur ausrufen? Keine Angst. So schnell wird es nicht gehen. Wer auf spektakulär Neues aus war, wurde in Köln weniger fündig, als in anderen Jahren, das stimmt. Wer Freude an hoher Qualität hatte, dafür umso mehr.


Zahlen zur IMM 2015

146000 Besucher aus 138 Ländern kamen im Januar 2015 zur IMM Cologne und LivingKitchen, davon 102000 Fachbesucher. Hiervon waren 45 Prozent aus dem Ausland. Deutlich zugelegt haben dieses Jahr Spanien, Großbritannien, die Niederlande und Italien. Signifikante Steigerungen bei den Fachbesuchern gab es auch aus China (plus 32 Prozent) und den USA (plus 47 Prozent). Im Vergleich zum Messedoppel im Jahr 2013 stieg die Zahl der Fachbesucher um drei Prozent.

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