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Küche erleben

Gestaltung
Küche erleben

Unter dem Arbeitstitel »Sinn und Sinnlichkeit der Küche« haben 21 Studierende der Fakultät für Innenarchitektur an der Hochschule Rosenheim ihre Vision der Küche von morgen entwickelt. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Münchner Küchenstudio Ludwig Sechs sowie Unternehmen der Küchenbranche. Mit sieben Arbeiten haben wir uns exemplarisch näher befasst.

Seit der Mensch existiert, muss er sich um Nahrungsbeschaffung, ihre Zubereitung und Lagerung Gedanken machen. Menschen haben in Höhlen gelebt und an einer Feuerstelle gekocht. Der Herd war noch Zentrum der Großfamilie, bis im Zeichen immer stärkerer Industrialisierung das eigene Anbauen und Zubereiten von Speisen an Bedeutung verlor. »In jeder Zeit«, so formulieren es die Studierenden Teresa Bauer und Tanja Aicher in ihrer Analyse, »spiegelte die Küche zu einem gewissen Teil auch die Gesellschaft wider«. Und sie fragen weiter: »Was muss eine Küche im 21. Jahrhundert leisten? Können wir uns an bereits Erprobtem orientieren oder müssen wir Neues erfinden?«

Lea Lisa Soltau: »Ich glaube, ich werde den reinen Küchenraum vermissen, denn die Öffnung zwischen Kochen und Wohnen findet immer mehr Eingang in unsere heutige Wohnform. Die Küche als Einheit hat eine Atmosphäre, die eben nur eine Küche hat; besondere Wärme, Gerüche, Geräusche. Verbinden wir Räume und ihre Funktionen, schafft das einen neuen Charakter. Es entsteht ein Eintopf, eine Art der Globalisierung findet in unserer Wohnwelt statt …«
Die von Prof. Rainer Haegele und Prof. Kilian Stauss an der Hochschule Rosenheim betreuten Arbeiten leuchten in großer Tiefe aus, was Menschen mit der Küche verbinden und welch großes Entwicklungspotenzial damit eigentlich verbunden ist. Seit der Standardisierung der Küche in Korpuselemente unter der durchgehenden Arbeitsplatte (Benjamin Lausser und Magdalena Moder nennen das »Stauraum mit Deckel«) ist in ihrer Konzeption nichts mehr passiert. Worte wie »Korpusgenerator« illustrieren den Stillstand, der in der Beschränkung auf diesen Baukasten liegt. Küche wirklich neu zu denken ist ein gleichermaßen überfälliges wie mutiges Unterfangen, da die Trägheitskräfte einer Branche, die sich jährlich neu auf Innovationen in der Korpusecke und an dessen Oberfläche beschränkt, nicht unterschätzt werden dürfen. Die vorliegenden Arbeiten sind daher ein begeisternder Schritt in die richtige Richtung. JN
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