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Villa mit Adlerhorst

Innenausbau
Villa mit Adlerhorst

Im Zuge der Restaurierung erhielt eine denkmalgeschützte Villa aus dem Jahre 1902 ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurück und wurde zugleich familiengerecht ausgebaut. Schreinermeister Michael Gleissner erschloss mit »Schranktreppen« für die Kinder die höchsten Wipfel des Hauses.

Die Bauherren bewohnen die Villa im Münchener Süden mit ihren vier Kindern. Der Grundriss sollte zwar an die Anforderungen modernen Wohnens angepasst werden, aber nicht den historischen Charakter des Gebäudes verändern. Im Erdgeschoss wurde durch das Entfernen von Wänden die Küche zu einer familiengerechten Wohnküche erweitert und im Wohnzimmer Platz für einen Lesebereich mit offenem Kamin geschaffen. Im ersten Obergeschoss sind die elterlichen Räume und das Gästezimmer, während die Kinder ihr Reich im zweiten Stock haben.

Raum bis unters Dach
Da die Kinderzimmer unter der Dachschräge relativ klein sind, wurde die Decke zum ehemaligen Speicher geöffnet. So konnte die Raumhöhe bis in den Dachspitz genutzt und in jedem Zimmer eine Spielgalerie eingebaut werden. Dafür entwarf der Architekt ein Multifunktionsmöbel aus weiß lackierten MDF-Platten, das er in den Raum integrierte. Es dient als Aufgang, Stauraum und Absturzsicherung zugleich. Die 90 cm hohe Brüstung – der obere Abschnitt des Einbauschranks – fällt zum Raum hin parallel zur Dachschräge leicht ab und ermöglicht dadurch einen besseren Blick nach unten. Gleichzeitig dient die Schräge auch der Sicherheit, denn so kann die Brüstung nicht als Sitzfläche in luftiger Höhe missbraucht werden. Beim Hinaufklettern können sich die Kinder in den Einschnitten der Stufen und der Brüstung festhalten, in den Lack eingestreute Partikel sorgen für Rutschfestigkeit. Eine Besonderheit sind die ersten beiden Stufen, die als mobiles Podest ausgebildet sind: Werden sie weggeschoben, sitzen die Kinder auf der Galerie wie in einem Adlerhorst.
Licht und Himmelsblick
In der Achse der Galerietreppe wurden auf der Ostseite Dachflächenfenster eingesetzt, sodass bis tief in den Raum zusätzliches Licht und Morgensonne fällt, während über die Gaubenfenster die Kinderzimmer Nachmittagssonne erhalten. So können die Kinder von ihrem Zimmer aus direkt nach oben zum Himmel blicken und über den Tag hinweg unterschiedliche Lichtstimmungen erleben. Die gesamte Villa wirkt durch die Beschränkung auf wenige Farben und einheimische Materialien – in der Regel Eichenholz in Kombination mit weißen Einbauten – hell, ruhig und geräumig. Durch den sensiblen Umgang mit der historischen Bausubstanz ist hier eine gelungene Symbiose aus modernem Wohnen und dem Charme eines historischen Altbaus entstanden. Bettina Rühm

Projektbeteiligte
Planung: Unterlandstättner Architekten, München, Thomas Unterlandstättner www.u-architekten.de
Innenausbau: Gleißner GmbH – Schreinerei & Innenausbau, 93474 Arrach Michael Gleissner www.gleissner-gmbh.com
Küche: Schreinerei Franz Moosmeier, 83456 Unterreit www.innenausbaumoosmeier.de
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