Innenausbau Juwelier Hunke in Ludwigsburg

Selbst ein Schmuckstück

Familie Hunke führt seit vielen Jahren Juwelier- und Optikergeschäfte in Ludwigsburg. Aus drei Bestandsgebäuden entstand nun in Zusammenarbeit mit Ippolito Fleitz ein exklusives Ladengeschäft mit Schmuck, Uhren und Augenoptik unter einem Dach.

Die Eigentümer wünschten sich persönliche, die Geschichte von Gebäude und Familie spiegelnde Ausstellungs- und Verkaufsräume. Die Architekten Ippolito Fleitz haben dazu das unter Denkmalschutz stehende Haus des ehemaligen Hofjuweliers Kiesel, Teile des Hinterhofs sowie die historische Königliche Silberschmiede in einen neuen Grundriss integriert. Es bleiben Juwelier und Augenoptik als unabhängige Nutzungseinheiten bestehen, deren unterschiedliche Produktwelten und Zielgruppen sich in einem visuell zusammengehörigen und gleichzeitig differenzierten Material- und Farbkonzept spiegeln. Den Zuschlag für Möbel und Ausbau erhielt in einer beschränkten Ausschreibung die Firma Altmann aus Bönnigheim, unterstützt von Firma Hasselwander aus Stuttgart für die raumbildenden Ausbauten.

Regale aus leuchtend farbigem Plexiglas sind im Bereich Optik ein Blickfang und machen die Kunden neugierig. Der Eingang führt auf den Servicebereich mit Cafébar zu, wo Kundenkontakte in entspannter Atmosphäre intensiviert werden können. Die Farben der Regale zonieren die Bereiche für Sonnenbrillen, Korrekturbrillen und Lounge; rot leuchtend markiert ein Regal den Übergang zum Juwelier und die Treppe ins Obergeschoss. Assoziationen an Schminktische wecken die beleuchteten Vitrinen, die mit dunklen Vorhängen im Hintergrund eine exklusive Bühne für die Präsentation der Brillen geben. Zurückhaltende Vitrinen aus dunklem Holz bieten Stauraum für das Sortiment. Inseln entlang der Fassade, Sitznischen und Tische im hinteren Bereich sowie die Cafébar bieten eine maximale atmosphärische Vielfalt für die Kundenberatung, die für schnell Entschiedene auch stehend an den Vitrinen stattfinden kann.

Der gesamte Laden ist mit einem geschliffenen Sichtestrich ausgestattet. Lose aufgelegte Teppiche markieren die Beratungsbereiche und schaffen eine wohnliche Atmosphäre. Der Charakter des Raumes wird bestimmt von dunklem Holz, Lapislazuli- und Rosenquarztönen, aufgelockert von der intensiven Farbe des Plexiglases und den leuchtenden Vitrinen. Der Zugang zum Juweliergeschäft erfolgt von der Kirchstraße. In einem schmalen Bereich werden die Uhren rechts vom Eingang präsentiert. Geflochtenes Messing kleidet das frühere Wohn- und Geschäftshaus der Familie Kiesel in ein Gewand, das die Handwerklichkeit und Materialität der Ware spiegelt. Im Schmuckbereich erzeugen auf den polierten Sichtestrich aufgelegte Teppiche, Vorhänge und Beleuchtung eine dezente Wohnlichkeit. Im Fokus steht das geflochtene Metall und das Wechselspiel aus glattem Marmor und fließenden Vorhängen. Im hinteren Bereich öffnet sich der Raum in ein zweigeschossiges Atrium, das nun anstelle des ehemaligen Innenhofes eine Klammer zwischen der alten Silberschmiede und dem Kieselhaus bildet.

Mundgeblasene Glasleuchten fallen schimmernd wie Tropfen herab und lenken den Blick nach oben. Ihr Licht spiegelt sich auf der schwarzen Wand mit den rhythmisierten Öffnungen und gibt dem Raum seine geheimnisvolle Aura. Der Deckenausschnitt über dem Luftraum zitiert als goldene Scheibe das Material der Goldschmiede und strahlt gleich einer ewigen Sonne. Einen Kontrast zu den neuen, glatten Oberflächen und der metallummantelten Fassade des historischen Kieselhauses setzt die unverputzte Backsteinwand der ehemaligen Silberschmiede. Für die Beratung der Kunden im hochpreisigen Segment schaffen drei luxuriöse, mit Lederoberflächen und Messing ausgestattete Besprechungsinseln und ein gemütlicher Lounge-Bereich im Atrium eine betont hochwertige und dennoch entspannte Atmosphäre.

Das Kieselhaus birgt eine 400 Jahre alte Stube mit Originalmobiliar, die heute den Beratungsbereich für Uhren erweitert. Ein auf die in Rosé gestrichene Wand aufgebrachter Text lenkt die Aufmerksamkeit auf die historische Treppe ins Obergeschoss mit den bereits vom Hoflieferanten und Silberschmied Kiesel genutzten schwarzen Holzvitrinen und dem in weiß gehaltenen Bereich für Trauringe.

Mit hochwertigen Materialien geben die neuen Innenräume des Juweliergeschäfts einen luxuriösen Rahmen für Schmuckstücke, Uhren und Brillen, ohne bei Kunden Schwellenangst zu erzeugen. So bleiben die Verkaufsräume selbst als ein Schmuckstück in Erinnerung. –JN

Grundriss: Verkauf von Brillen (1) und Servicebereich mit Bar im Erdgeschoss
Grundriss: Erdgeschoss mit Verkaufsräumen für Schmuck (2), Uhren (3), Rolex-Uhren (4) und Verkauf exklusiv (5)
Grundriss: Obergeschoss mit Galerie zum Erdgeschoss. Empfang, Beratung und Verkauf für Trauringe (6-8) und Hunke Lounge (9)

Steckbrief

Objekt: Juwelier Hunke, Ludwigsburg

Planung: Ippolito Fleitz Group,
70197 Stuttgart, www.ifgroup.org

Innenausbau:
Schreinerei Altmann, 74357 Bönnigheim
www.altmann-int.de

Schreinerei Hasselwander, 70182 Stuttgart
www.schreinerei-hasselwander.de