Schallpegel im Spieltunnel

Die Bochumer Tischlerei Dickerhoff hatte die reizvolle Aufgabe, akustisch wirksame Ausbauten der betrieblichen Kindertagesstätte der Firma Gira in Radevormwald auszuführen. Raumprägend ist die durchgängige Verkleidung der Decke mit Multiplexleisten.

Der neubau einer Kita ist momentan keine Seltenheit in Deutschland – die Ausnahme dürfte sein, wenn sie architektonisch einem derart hohen Anspruch genügt, wie die betriebseigene der Firma Gira. Der Spezialist für Gebäudetechnik hatte das Planungsbüro Figge Architekten aus Wuppertal mit dem Entwurf beauftragt. Parallel zur Längsachse des Gebäudes verläuft durchgehend ein Spielflur, der von angrenzenden Lichthöfen mit Tageslicht beleuchtet wird. Hieran schließen sich, wiederum als paralleler Block, die Sanitär- und Putzräume, Schlafräume sowie die Küche an. Der eigentliche Aufenthaltsbereich ist nach Norden ausgerichtet und gewährt durch die raumhohe Verglasung den freien Blick in die Landschaft. Über die gesamte Nettogeschossfläche von 602 m2 spannt sich eine von Leimbindern abgehängte Rippenstruktur aus 30 mm breiten und 50 mm hohen Multiplexleisten. Auf Abstand unter schwarze MDF Streifen montiert, tragen sie die Dämmung aus schwarz kaschierten Mineralwolleplatten. Die Tischlerei Dickerhoff hat die Leisten aufrecht und parallel zum Faserverlauf aus einer längs furnierten 50 mm Multiplexplatte in Birke geschnitten. So ist an der Decke von unten betrachtet durchlaufend das Furnier sichtbar. Die 3000 mm langen Leisten sind stumpf gestoßen. Sie aus Massivholz anzufertigen, hätte die Parallelität gefährdet, auf die der Entwurf aufbaut. Im langen Spielflur geht die Deckenverkleidung in eine Bank über: Die Abstände der Leisten verdichten sich, bis sie in die geschlossene Rückenlehne münden.

Termindruck am Bau
Eine weitere Aufgabe waren die Verkleidungen von Stauraum und Waschtischen in gelochter MDF mit lackierter Oberfläche. Hierfür konnte die Tischlerei Alfred Jacobi getreu ihrer Philosophie »Tischler für Tischler« einspringen: Wegen in Verzug geratener Abläufe auf der Baustelle war es zu einem Engpass gekommen, den die Tischlerei Dickerhoff nicht zu verantworten hatte. Gleichwohl musste Geschäftsführer Bernward Dickerhoff mit der Verdichtung aller Termine zurechtkommen – eine Situation, die jeder kennt. Doch wenn das Ergebnis dann so viel Freude bereitet, wie in diesem Fall, sind widrige Umstände auch schneller vergessen. –JN

Steckbrief

Bauherr: Gira Giersiepen GmbH & Co. KG 42477 Radevormwald www.gira.de
Planung: Figge Architekten GbR 42349 Wuppertal www.figge-architekten.de
Innenausbau: Werkstätten Dickerhoff GmbH 44803 Bochum www.dickerhoff.de