Startseite » Gestaltung » Innenausbau »

Modern trifft Tradition

Innenausbau
Modern trifft Tradition

Die älteste Kirche in Cottbus erhielt den modernsten Innenraum. Im Laufe der 600-jährigen Bauzeit widerfuhr der Martinskirche manche Veränderung. BvdM Architekten aus Berlin trafen eine gestalterische Aussage, bei der sich Alt und Neu gelungen gegenüberstehen.

Die Martinskirche in Cottbus-Madlow könnte als prototypisch bezeichnet werden: geostetes Langhaus, Eingang im Westen durch einen wehrhaften Turm, gotisierende Fensteröffnungen, mit Stufen abgesetzter Altarbereich – im Laufe der fast 600-jährigen Bauzeit immer wieder den Vorstellungen und Bedürfnissen der jeweiligen Zeit angepasst und weitergebaut, schließlich in der DDR der 70er-Jahre von sämtlichen Einbauten »befreit«, danach wieder mit Orgel und Empore ergänzt. Untypisch, dass man bei der anstehenden Innensanierung den Mut hatte, der stetigen Überformung Rechnung zu tragen und seitens der Denkmalpflege bewusst auf die Freilegung einer der nur fragmentarisch erhalten gebliebenen, historischen Fassung zu verzichten.

Tradition zeitgemäß formen
Moderne Kirchengestaltung heißt, Tradition zeitgemäß formen. Jochen Buder und Constantin von der Mülbe vom Berliner Büro BvdM Architekten entwickelten ein Gesamtkonzept, das den Kirchenraum im »Jetzt« verankert – ein über sechs Jahrhunderte im Dienste derselben Grundidee stehender Raum, der von unterschiedlichen Weltbildern geprägt wurde
Heute besuchen wir Kirchen selbstbewusst aus freier Entscheidung. Ein freudiges und lebendiges Bespielen des gesamten Raumes folgt daraus. Um die starke Trennung von Gemeinde- und Altarraum aufzuheben, verteilen sich nun die drei Prinzipalstücke (Altar, Ambo und Taufstein) auf weitem Raum. Der Taufstein steht nun geschützt unter der Empore nahe des Eingangs. Was unter der Empore zuvor Restraum war, ist durch die Neugestaltung wieder zu einem »Ort des rituellen Ankommens« geworden.
Über ein Holzpodest rückt der wie ein aufgeschlagenes Buch gefaltete Ambo (Tisch des Wortes) nahe an die Gemeinde. Ein weiterer, hölzener Taufständer ist dagegen ortsungebunden. Ein raumhohes Lichtkreuz entfaltet seine Form erst beim Durchscheinen des Lichtes durch vier platzierte Metallgewebe – Christus als Licht in der Dunkelheit! Zentral davor in eigenwilliger Form und die Blicke des Tischlers, und hoffentlich auch die der Gemeinde, auf sich ziehend, der Ort des Abendmahls – der Altar. Die Altarform leitet sich aus den Falten eines Tischtuches ab, der Tisch selbst scheint verschwunden, was bleibt ist die pure Einladung des gedeckten Tisches. -HN

Steckbrief

Projekt: Martinskirche in Cottbus-Madlow, www.kirchengemeinde-leuthen-schorbus.de
Entwurf und Detailplanung: Jochen Buder, Constantin von der Mülbe, BvdM Architekten, www.bvdm-arch.de
Tischlerarbeiten:Stephan Möbel, 14057 Berlin, www.stephan-moebel.de
Aktuelles Heft
Titelbild dds - das magazin für möbel und ausbau 1
Aktuelle Ausgabe
01/2022
EINZELHEFT
ABO
dds-Messe-Ampel 2022

messe_eingang_salone_del_mobile_web

dds-Zulieferforum
Tischlerhandwerk in Zahlen

Zahl der Betriebe im Tischlerhandwerk

dds auf Facebook


dds auf YouTube

Im dds-Channel auf YouTube finden Sie:
– Videos zu Beiträgen aus dds
– Kollegen stellen sich vor
– Praxistipps-Videos
– Maschinen & Werkzeuge

Abonnieren Sie dds auf YouTube »

test