Mehr als nur Kosmetik

Büroarbeit verändert sich, und nicht nur an der Oberfläche. Wenn Abläufe neu organisiert werden, betrifft das auch deren materielle Grundlagen: Gebäude und Räume. Der Hauptsitz von L’Oreal Deutschland zeigt, wie Unternehmenskultur sich baulich ausdrücken kann.

Der grösste Kosmetikhersteller der Welt, der Konsumgüterkonzern L’Oreal aus Frankreich, hat seinen deutschen Hauptsitz in Düsseldorf. Seit Ende 2017 arbeiten dort rund 900 Angestellte des global agierenden Unternehmens in einem neu errichteten Gebäude, entworfen von HPP Architekten und ausgeführt vom Projektentwicklungsunternehmen »Die Developer«. Der 16-geschossige Glasbau dominiert als weithin sichtbare Landmarke einen Verkehrsknotenpunkt im Düsseldorfer Norden. Äußerlich fällt der langgestreckte Baukörper durch waagerecht verschobene Geschosse auf, die wie Schichten aufeinanderliegen und den 60 Metern Höhe des Gebäudes eine horizontal orientierte Struktur verleihen. Die Innenarchitektur des Bauwerks ist von der Philosophie der flexiblen Raumaufteilung geprägt, welche die neuen Organisationsformen widerspiegelt, die sich in der Büroarbeit immer mehr durchsetzen.

Offenheit und Selbstbestimmung

Die neue Arbeitswelt bietet rund 1000 feste und 890 flexible Arbeitsplätze, darunter Think Tanks, Besprechungsräume, Phone Booths und einen Silent Room. Den Mitarbeitern wird selbst überlassen, ob sie im Sitzen, Stehen, kommunikativ im Team arbeiten oder eine der vielen Rückzugsmöglichkeiten nutzen wollen. Zentrum jeder Etage ist eine Besprechungszone, um die sich offene Arbeitslandschaften gruppieren. Die Open Spaces sind akustisch optimiert durch schallschluckende Decken-, Wand- und Bodenmaterialien sowie durch Akustikpaneele. Die Kommunikationszonen wurden in verschiedenen Styles gestaltet: Ob ein Bereich im Shabby Chic Look oder im Modern Style ausgeführt wurden das haben die Mitarbeiter der jeweiligen Etage entschieden. In den Eingangsbereichen der Geschosse laden »Landing Zones« im jeweiligen Style zum Plaudern ein.

Beim Betreten des Gebäudes wird der Besucher von einem weiß-goldenen Entrée in Empfang genommen: Die Farbgebung bietet der Vielschichtigkeit des Konzerns – hier assoziiert man die geschichteten Etagen – mit seinen 34 Marken einen eleganten, aber zurückhaltenden Rahmen. Ein Restaurant und eine Cafeteria im 2. Obergeschoss bieten Sitzinseln als zusätzliche Rückzugsorte. Und für Pausen in der Sonne gelangt man vom Restaurant auf eine 250 m2 große, ellipsenförmige Dachterrasse auf dem angegliederten Flachbau. Der offenen Gestaltung im Inneren entspricht die gläserne Fassade: »Das Haus öffnet sich zur Stadt und fühlt sich nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch der Gemeinschaft verpflichtet« – so fasst Volker Weuthen, verantwortlicher HPP-Senior-Partner das Gebäudekonzept zusammen. -HN


Steckbrief

Architektur: HPP Architekten GmbH, Düsseldorf
www.hpp.com

Ausführung:
Die Developer Projektentwicklung GmbH, Düsseldorf
www.diedeveloper.de