Klostersanierung mit modernem Innenausbau

Historie trifft Moderne

Die Abtei von Santa Maria di Follina ist eines der wichtigsten Beispiele für zisterziensische Baukultur. Die Klosteranlage in der Provinz Treviso liegt nahe dem Stammsitz von Bauelementespezialist Eclisse, der bei der Klostersanierung und Integration eines Gästehauses mitwirkte.

Im kleinen Örtchen Follina in der italienischen Provinz Treviso versteckt sich am Fuße eines unscheinbaren Hügels ein architektonisches Juwel: Das altehrwürdige Kloster Santa Maria. Bei einem Besuch der Anlage, die von Weinbergen umgeben ist und einen atemberaubenden Blick auf die Alpen bietet, taucht man in längst vergangene Zeiten ein. Die Abtei, die ehemals zum Orden der Zisterzienser gehörte, fasziniert mit ihrer 900-jährigen Geschichte und ihrer Architektur. Neben der gotischen Kirche mit reich vergoldetem Hochaltar, einem malerischen Innenhof und einer kleinen Kapelle ist es vor allem der historische Kreuzgang aus dem Jahr 1268, der die Abtei zu einem besonderen Ort macht. Eine Faszination liegt in der Komposition aus Säulen und Bögen sowie der imposanten Dachbalken. Hinzu kommt die mit dem Spiel aus Licht und Schatten gepaarte Stille, die eine einzigartige Wirkung verleiht.

Kulturerbe und Nationaldenkmal

Nicht ohne Grund ist diese historische Religionsstätte zum italienischen Nationaldenkmal erklärt worden. Um dieses Kulturerbe auch für die kommenden Generationen zu erhalten, beschlossen das Bistum Vittorio Veneto mit der örtlichen Pfarrei sowie der Gemeinde Servi di Maria, den Ostflügel der Klosteranlage einer kompletten Sanierung zu unterziehen und dabei das Dormitorium, den ehemaligen Schlafsaal der Mönche, zu einem Gästehaus für Pilger umzufunktionieren. Der Zahn der Zeit hatte kräftig am alten Gemäuer genagt. Der Finanzierungsbedarf für die Sanierung belief sich auf rund 1,2 Millionen Euro und wurde größtenteils von der Provinz Veneto übernommen. Aus dem Dormitorium ist ein stattliches, 450 m² großes Gästehaus mit neun Schlafzimmern inklusive eigenen Badezimmern und Gemeinschaftsräumen zur Unterbringung von insgesamt 24 Pilgern entstanden. Die gesamte Innenausstattung und das Mobiliar wurde von Unternehmen aus der Umgebung gespendet. Auch Eclisse, Spezialist für Einbaukästen für Schiebetüren und moderne Bauelemente beteiligte sich an dieser Spendenaktion und unterstützte das Sanierungsprojekt mit maßgefertigten, flächenbündigen Drehflügeltürsystemen und dazu passenden Sockelleistenprofilen.

Asketische Schlichtheit fasziniert

Um seiner klösterlichen Bestimmung gerecht zu werden, sollte das neue Gästehaus vor allem ein Ort der Besinnung und inneren Einkehr werden. Als spiritueller Rückzugsort würde es künftig Einzelgäste und Pfarrgruppen beherbergen. Geplant war kein Hotel, sondern ein Haus, das durch seine Schlichtheit besticht, ein Haus des Gebets und der Stille, an dem die Gäste zu Gott und zu sich selbst finden können. Nichts sollte vom Wesentlichen ablenken. Und: Die Gäste sollten sich im Haus selbst versorgen können. Mit diesem Ansatz kreierte der Planer ein ungewöhnliches Konzept, das trotz seiner Reduziertheit wohnlich sein durfte. Es entstand eine Komposition von Räumen, die den historischen Minimalismus des Klosterlebens modern interpretiert und sich harmonisch in das Gesamtbild des Kulturensembles einfügt.

Moderne puristische Optik

Den Türen wurde im Planungskonzept eine tragende Rolle zugeteilt. Dank der wandbündigen Flügeltürsysteme von Eclisse gelang es, den Räumen die gewünschte puristische Optik zu verleihen. Beim ausgeklügelten Türsystem verschwinden die Türzargen aus dem Sichtfeld und lassen die Tür optisch mit der Wand verschmelzen. Das Ergebnis ist eine konsequent umgesetzte Schlichtheit im ganzen Raum.

Ein Pilgerort zum Innehalten

Der leitende Architekt Fabio Nassuato erklärt: »Das Ziel meines Projekts war es, die formale Strenge dieses Ortes zu erhalten. Dabei spielen die Türen eine entscheidende Rolle, da es so viele sind. Deshalb war es mir wichtig, eine minimalistische und nüchterne ästhetische Wirkung zu erzielen. Mit den eingesetzten Zargensystemen haben wir den gewünschten Effekt erreicht und mussten keine Kompromisse eingehen. Eclisse war bei diesem Projekt mehr als nur Lieferant, nämlich aktiver Partner. Das Unternehmen hat uns während des gesamten Projektes bei allen technischen Entscheidungen hervorragend beraten und die besten Lösungen erarbeitet.«

Das Kloster ist eine Einladung an alle, die auf der Suche nach einer Auszeit sind. Der Vikar des Bistums erklärt: »Unsere Türen stehen allen offen, die sich nach einer Oase des Friedens und des Gebets sehnen. Das Haus heißt auch alle willkommen, die nicht religiös sind, aber einen Ort zur Meditation suchen.«


dds-Redakteur Hubert Neumann ist von dem Gästehaus-Projekt im historischen Gemäuer in Venetien fasziniert. In seiner Vor-Redakteurszeit konnte er als Projektleiter an einigen Sanierungsprojekten von kirchlichen Bauten mitwirken.


Steckbrief

Kloster Santa Maria di Follina 31051 Follina, Treviso, Italien

Architekt und Projektleiter:
Arch. Fabio Nassuato

Schreinerarbeiten: Ennio Lot
www.falegnamerialot.it

Einbauelemente: Eclisse
www.eclisse.de

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