Renovierungsprojekt von Innenausbau Schuster

Der Charme des Alten wirkt

Kleinteilig, eng und dunkel war die OG-Wohnung – hell, klarlinig und zugleich minimalistisch sollte der neue Raum sein. Dies waren die Rahmenbedingungen beim Umbau einer Dachwohnung durch msm-Architekten und Innenausbau Schuster.

Sage einer die sozialen Medien seien nur Spielwiesen oder Zeitfresser. Beim vorliegenden Projekt waren sie der Ausgangspunkt der Zusammenarbeit zwischen dem Bauherren und Innenausbau Schuster. Auf der Suche nach dem passenden Innen- und Küchenbauer war der Bauherr auf Instagram auf Projekte der Schreinerei Schuster aus dem schwäbischen Salach gestoßen. Den äußeren Rahmen für den Innenausbau hatte er zuvor mit Dietmar Schneck vom Architekturbüro msm-Architekten entwickelt. Der ungenutzte Spitzboden unterm Dach sollte der darunterliegenden Obergeschosswohnung zugeschlagen werden. Dabei durfte kräftig ausgebeint und viele Zwischenwände und Teile der Zwischendecken entnommen werden. Eingezogene Stahlträger sichern nun den dabei entstandenen großen Freiraum über zwei Ebenen statisch ab. Die neue helle Weite entspricht den Vorstellungen des Bauherren, der aus dem Dentalbereich kommt – in einem großzügigen »cleanen« Wohnambiente möchte er leben.

In der Planungsphase mit dem Architekurbüro entstand der Kontakt über das Internet zur Firma Schuster. Daniel Schuster ist verantwortlich für die Planungsabteilung der Firma Schuster Innenausbau. Seine frühe Affinität zum Design entstand durch die direkte Nähe zur elterlichen Schreinerwerkstatt, in der er schon in jungen Jahren Zeit damit verbrachte, eigene Ideen und Visionen wachsen zu lassen. Nach der Ausbildung zum Schreiner absolvierte er parallel zur Fortbildung zum Schreinermeister die Ausbildung zum Interior Designer an der Fachschule für Holztechnik in Stuttgart. Danach konnte er für zwei Jahre nach Südafrika wechseln und durfte als Projektleiter edle Villenprojekte in Kapstadt betreuen. Das Arbeitsfeld mit modernen, futuristischen Gebäuden und Gebäudeinterieurs, mit klaren, schlichten Formen und reduzierten Extras prägen heute seinen Entwurfsstil. Zugleich ist es ihm wichtig, das Design in der Umsetzung der Projekte zu überwachen und auch selbst bei der Produktion, bei der Auswahl der Materialien und der Verarbeitung dabei zu sein. Das klappt perfekt im Zusammenspiel mit dem Team seines Vaters bei Innenausbau Schuster – deshalb ist er dort nach einigen Jahren im Ladenbau fest verankert. Mitgebracht hat er aus den Topunternehmen in Südafrika, im Shopdesign und Retailbusiness seine Orientierung im Digitalen und die vorbildliche Medienarbeit – insofern ist es nicht ganz zufällig, dass der Kundenkontakt über Social Media entstand.

Professionell Modernisieren

Wichtig ist für Daniel Schuster von Anfang an stringent auszuloten, welche Projektvorstellungen der Kunde hat. In diesem Fall etwa mit den Fragen, wie gekocht werden soll, wie Gäste empfangen werden und wie gespeist werden soll, was sichtbar sein darf oder eher verstaut sein sollte. Ob das Ganze klassisch aufgebaut wird, etwa mit Dunstabzug nach oben oder direkt im Kochfeld abgesaugt. Ein Planungsvertrag unterstützt dabei, dem Kunden den Wert der Planungsarbeit zu vermitteln und hilft als gute Basis für eine Ernsthaftigkeit bei der Zusammenarbeit. Auf Grundlage eines digitalen Aufmaßes entstand so eine detailintensive Planung des Garderoben-, Ess- und Küchenbereiches der Dachwohnung.

3D–visualisierte Präsentation

Neben Plänen und Renderings baute Daniel Schuster für seinen Kunden auch eine 3D-Visualisierung auf. Dadurch konnte sich der Kunde schon richtig in sein neues Heim hineinbegeben, ohne dass eine Mauer gefallen oder Zwischendecken entfernt waren. In der digitalen Vorausschau wurde so deutlich, dass das Projekt die Vorgaben nach viel Tagesicht und »clean«, also weiß, weiß, weiß, halten wird. Und zugleich auch aufzeigt, dass neben dem neuen Parkett der Erhalt der alten Nadelholzstiege nach oben und einzelner fichtener Fachwerkelemente dem Wohnraum Kontrast geben werden und der positive Charme des Altbaus im neuen weißen Gewand weiterleben wird.

Wichtig sind bei solchen Modernisierungsobjekten, die möglichen Budgets klar abzufragen und die Kosten darauf abgestimmt zu halten. Dadurch, dass das Schuster-Team die digitalen Konstruktionsdaten aus den Entwurfszeichnungen erzeugt und die Einrichtungen mit modernstem Maschinenpark selbst produziert, hat man die Kosten transparent im Griff.

Deshalb wurde die Küchen- und Inneneinrichtung auch als »Hybrid« geplant und ausgeführt. Die Arbeitsflächen und Korpusseiten sind aus weißem Corian-Werkstoff gefertigt, die Fronten der Möbel zwar hochwertig ausgeführt, allerdings in Lacktechnik und nicht in Mineralwerkstoff. Auch etwa bei der Nischenrückwand aus Glas gab es kostentechnische Kompromisse. Der Durchblick auf das dahinterliegende, aufbereitete Mauerwerk entfiel für eine rückseitig weiße Glasnischenrückwand.


dds-Redakteur Hubert Neumann ist wie Daniel Schuster Schreinermeister und Stuttgarter Gestalter. Über dds-Facebook entstand der Kontakt. In der dds-Septemberausgabe erschien das fulminante Sambia-Projekt der Schusters.


Steckbrief

Schuster Innenausbau
Meisterbetrieb in 4. Generation
www.schuster-innenausbau.de

Gesamtplanung: msm Architekten Innen Architekten
www.msm-schneck.de

Fotos: Tobias Fröhner
Tobias Fröhner Photography
www.tobias-froehner.de


Daniel Schuster, Schreinermeister und Möbelgestalter

»Professionell in Social Media zu sein lohnt sich: Der Kunde entdeckte uns auf Instagram!«

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