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Vorhandenes neu beleben: Umbau eines Stalls im Bregenzerwald im Detail

Im Detail: Umbau eines Stalls im Bregenzerwald
Vorhandenes neu beleben

Der Architekt und Lichtdesigner Georg Bechter nutzt den elterlichen Stall im Bregenzerwald nach dem Umbau als moderne Arbeits- & Produktionsstätte.

Den Umbau finden Sie hier im Detailbogen zum Download

Vor drei Jahren standen noch die Kühe im Stall – heute werden dort Lichtlösungen entwickelt und in der Manufaktur Gipsleuchtenkörper in Form gegossen. In der großzügigen Scheune gliedert sich eine Bürofläche auf zwei Etagen und lässt dabei die Offenheit des ehemaligen Raumes weiter wirken.

Landwirtschaftliche Gebäude stellen mit ihren immer größer werdenden Kubaturen neue Herausforderungen an die Raumplanung und an ihre Nachnutzung. In ihrer ursprünglichen Funktion oftmals nicht mehr gebraucht prägen Ställe und Scheunen die Kulturlandschaft des Bregenzerwaldes. So auch dieses landwirtschaftliche Gebäude, das einst eines der ersten großen Wirtschaftsgebäude in der Region darstellte, welches nach der Betriebsauflösung eine Nachnutzung suchte. Georg Bechter, aufgewachsen auf dem Hof, ist heute Architekt und Designer. Das räumliche Potenzial des Bestandes sah er als Chance, das ehemalige Wirtschaftsgebäude weiter zu nutzen und seine beiden Arbeitsfelder – sein Architekturbüro Georg Bechter Architektur + Design und seine Leuchtenfirma Georg Bechter Licht mit insgesamt 15 Mitarbeitern – unter einem Dach zusammenzufassen.

Unverwechselbare Räume erhalten

Weiterführen, weiterbauen von Vorhandenem ist ein großer Beitrag zur Nachhaltigkeit und bietet viel Potenzial für unverwechselbare Räume. Neben den Einschränkungen, die das Bauen im Bestand mit sich bringt, bietet Bestehendes oft ungeahnte Möglichkeiten, die es mit Erfindergeist und Mut zu Neuem auszuloten gilt. Die an diesem Ort seit Jahrzehnten gelebte Naturverbundenheit spiegelt sich im Umbau in der Wahl der Materialien sowie auch in der Entwicklung der Räume wider. So wurden mit größter Sorgfalt die vorgefundenen Strukturen berücksichtigt und in großer Bedachtnahme weiterentwickelt.

Der Wintergarten erschließt genial

Dort, wo früher die Maschinen unter einem großen Vordach lagerten, steht heute ein Wintergarten mit Begegnungszone, Gemeinschaftsküche und Erschließungsbereich. Dreimal in der Woche wird hier gekocht von der »guten Fee«, welche im Wintergarten neben Feigen, Indubanane und Südfrüchten auch Gemüseanbau betreibt. Und wo bisher die Jauchegrube war, befindet sich nun ein Eisspeicher, der zum Heizen und Kühlen des Gebäudes verwendet wird.

Die Raumstruktur bildet den Fertigungsprozess ab, schafft kurze Wege und Blickbezüge zwischen den einzelnen Arbeitsbereichen. Die Büroarbeitsplätze organisieren sich im großen, offenen Raum, welcher mit einer Galerie gestaffelt und einem zentralen Kern differenziert wird. Somit entstehen einzelne Arbeitsbereiche, welche viele Blickbeziehungen zulassen.

Vermeintliche Einschränkungen wurden mit sensibler Gestaltung in erlebbare und nutzbare Räume verwandelt, welche die bestehenden Rahmenbedingungen mit neuen Qualitäten verbinden.


dds-Redakteur Hubert Neumann konnte im Laufe der Jahre mehrfach über fulminante Projekte von Georg Bechter in Hittisau berichten. Der Besuch bei ihm und in der nahen Kooperation Werkraum Bregenzerwald ist ein Muss.


HyperFocal:_0Verve Air

Die flächenbündig mit Gipsfaserplatten montierte und verspachtelte Leuchte »Verve Air« ist eine Kombination aus Leuchte und Lüftungselement. Man erlebt gutes Raumklima ohne Lüftungsauslass und plastisch-schönes Licht ohne Leuchte. Luftmengen: Zuluft 50m³/h, Abluft 100m³/h.
www.georgbechterlicht.at


300_CERA_Beton_2020_01_1920x1200.jpgCera 28

Diese Leuchten sind wie der Übergang zwischen zwei Welten, wie das Fließen zwischen Klarheit und Paradox. Das handgegossene Porzellan aus der Werkstätte von Hermann Seiser besticht durch ein Streuen von weichem und diffusem Licht. Es strahlt sanft in einer außergewöhnlichen Form und findet deshalb als Wand- und Deckenleuchte Verwendung.
www.georgbechterlicht.at


300_DOT_28_Beton_Sichtbetondose_28_2018_04.jpgDOT 28

Der flächenbündig in die Oberfläche integrierte Lichtpunkt aus dem System DOT 28 ist kaum wahrnehmbar. Und doch wird der Raum in eine brillante Helligkeit getaucht. Gekonnt gearbeitete Reflektoren lassen verschiedene Materialien in ihrer Tiefe wirken und zeigen eine dezente Klarheit.
www.georgbechterlicht.at


shot_Dot28_LAY_xx.jpgDrop 28

Die Gipsmodule von Bechter Licht sind in unterschiedlichen Designvarianten erhältlich. Die Decke weicht nach innen oder stülpt sich nach außen und wird so zum plastischen Element. Das Licht als Teil des Raumes.
www.georgbechterlicht.at

 


300_MODU_DOT_28_HOLZ_kapsel_2016_02.jpgEinbaumodule

Rahmenlos in Sichtbeton, Gips, Putz oder Holz. Für jeden Untergrund gibt es das passende Einbaumodul. Die Einbautiefe kann an die gewünschte Putz- oder Spachtelstärke angepasst werden. Sichtbar bleibt eine 28 mm große Öffnung.
www.georgbechterlicht.at

 


 

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