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Heiße Beschläge

Gestaltung
Heiße Beschläge

Mit Bioalkohol betriebene Feuerstellen erzeugen weder Ruß noch Geruch: Als Brenner mit integriertem Tank und eingebettet in ein feuerfestes Gehäuse sind sie auch im Möbel- und Innenausbau beliebt.

Ein mit Alkohol betriebenes Feuer ist ein dekoratives Element und keine Heizungs- oder Feuerungsanlage. Daher galten bislang auch keine Vorschriften oder Normen. »Sie werden im Grunde behandelt wie eine Kerze«, sagt ein Händler. Seit Anfang 2011 ist in Deutschland jedoch die DIN 4734-1 für dekorative Feuerstellen für flüssige oder gelförmige Brennstoffe in Kraft.

Teil eins der neuen Norm regelt die Bau- und Betriebsweise von Ethanol- kaminen im privaten Haushalt. Ein Teil zwei für öffentliche oder gewerbliche Nutzung ist zurzeit in Arbeit. »Die Norm bezieht sich aber ausschließlich auf die benutzungsfertigen Geräte – es ist nicht daran gedacht, eine weitere Norm für Brenner, die zum Einbau vorgesehen sind, zu erarbeiten«, erklärt Peter Täubl vom zuständigen Normenausschuss.
Qualität macht den Preis
Wer für den Möbel- oder Innenausbau einen Feuerbeschlag sucht, wird sich über den Preis wundern. Differenzen zu vielen Fertigprodukten resultieren aus den unterschiedlichen Sicherheits- und Qualitätsstandards. In Europa gibt es nur zwei Hersteller von Burnerkits: die australische Firma EcoSmart mit dem Vertriebspartner Moonich bei München und das österreichische Unternehmen The Flame von Rainer Biemann.
Angeboten werden eine Vielzahl von Burnerkits in verschiedenen Größen für unterschiedliche Einbausituationen. Ein einfacher Schlitzbrenner von 40 cm Breite ist für 500 Euro zu haben, bei 90 cm Breite, ausgestattet mit einem Zehn-Liter Tank, kostet er bereits knapp 2000 Euro. Feuerboxen mit Edelstahlkorpus, integriertem Brenner und einer Rückwand aus ESG zum Einbau sind entsprechend teurer und haben kleinere Brenner als Burnerkits für eine offene Installation. Bei Feuerboxen, die für den Einbau in die Wand oder in ein Gehäuse aus beliebigen Materialien gedacht sind, sitzt der Brenner in einer unbrennbaren Grundplatte, die in ein Edelstahlgehäuse eingebettet ist. Dieses wird in einen Ausschnitt in Möbel oder Wand gesetzt und mit Schrauben durch den Flansch an der Kante fixiert. Für die Luftzufuhr müssen die Boxen lediglich auf einer Seite offen bleiben. Es gibt auch zweiseitig offene Flammengehäuse, die dann als frei stehendes Möbel mit Holzwerkstoffen beplankt werden können. Der Zwischenraum von Edelstahlgehäuse zu Holzwerkstoff wird mit nicht brennbaren Platten aus Kalziumsilikat oder Vermiculite gedämmt.
Als Brennstoff dient den Brennern nahezu reiner Ethanol-Alkohol, der auch als Bioalkohol bezeichnet und etwa aus Zuckerrohr, Kartoffeln oder Weizen hergestellt wird. Ethanol verbrennt äußerst sauber: Außer Hitze, Wasserdampf und Kohlendioxid soll kaum etwas messbar sein. Es entstehen weder Qualm noch Ruß, weshalb kein Abgasrohr und auch kein anderer fester Anschluss nötig ist. Einige Produkte arbeiten im Inneren der Brennkammer mit einem porösen Stein oder Keramikschwamm. Sie geben den dann gelförmigen Brennstoff langsam ab, wodurch es zu einem besonders gleichmäßigen Flammenspiel kommen soll. Darüber hinaus erzeugen Alkoholbrenner auch Wärme: Ein Liter Ethanol soll eine Wärmeleistung von gut 7 kW/h erbringen. Die Wartung der Feuerstellen ist laut Anbieter zu vernachlässigen: Wo kein Ruß, da kein Kaminkehrer.
Darauf sollten Sie achten
  • Der Tankinhalt ist für aufstellfertige Geräte auf fünf Liter beschränkt. Tanks von Burnerkits fassen zwischen zwei und zehn Liter. Der Brenner sollte nicht mehr als 0,5 Liter pro Stunde brauchen. Logisch: Aus Tankinhalt und Verbrauch ergibt sich die Brenndauer.
  • Unerlässlich: Mit einem Schieber an der Flammenöffnung sollte sich das Feuer löschen bzw. die Flammengröße regulieren lassen. Nicht alle Modelle verfügen über die einfache Vorrichtung, die zum Beispiel das Nachfüllen von Brennstoff erleichtert.
  • Wer das Feuer besonders authentisch mag, konnte bisher Keramik-Äste über die Flammenöffnung legen, was laut DIN nun nicht mehr zulässig ist.
  • Wegen Korrosionsbeständigkeit sollen Gehäuse laut Norm mindestens aus Edelstahl der Qualität 1.4301 bestehen.
  • Ein auf mittlerer Leistung betriebenes Alkoholfeuer erzeugt bei Verbrauch von 0,5 Liter/h etwa 3,5 kW/h Wärme.
  • Durch den Brennerbetrieb treten im Umfeld Temperaturschwankungen auf, die konstruktiv berücksichtigt und bei der Auswahl von Materialien und Oberflächen ggf. im Vorfeld geprüft werden müssen. Christian Härtel

  • Burnerkits für den Einbau
    EcoSmart Australia Importeur: Moonich GmbH Tel.: (08104) 64709-0, Fax: -9 82054 Sauerlach www.ecosmartfire.com
    The Flame Rainer Biemann A-6200 Jenbach Tel.: +43 (5244) 62592, Fax: 6259216 www.theflame.at
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