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Großes Kino

Gestaltung
Großes Kino

Der Salone Internazionale del Mobile, die Mailänder Möbelmesse, wird im April 2011 wieder eine Quelle der Inspiration sowie unangefochtenes Trendbarometer für zeitgemässes Wohnen in der westlichen Welt sein. Das verspricht unser Autor Christian Härtel.

Christian Härtel

Vom 12. bis 17. April 2011 feiert die größte Möbelmesse der Welt, der Salone Internazionale del Mobile in Mailand, seinen fünfzigsten Geburtstag. Die Veranstalter erwarten auf dem Messegelände in Rho, im Nordosten der norditalienischen Metropole, wieder über 300000 Besucher. Das sind selbst im erfolgreichen Messejahr 2011 mehr als doppelt so viele wie in Köln zur IMM und Living Kitchen. Der Salone bietet neben der Kernausstellung von Möbeln jährlich wechselnde Schwerpunkte. In diesem Jahr sind dies die Euroluce für Beleuchtung und der Salone Ufficio für Büroausstattung. Beim nächsten Termin wechseln diese Nebenmessen dann zu den Themen Küche und Bad.
Neues ist Pflicht
Der Salone ist zuallerst eine Messe für Designmöbel, das spiegelt auch der Belegungsplan des Geländes. In acht Hallen werden Designmöbel gezeigt, während die Bereiche »modern« und »klassisch« zusammen nur auf sechs Hallen kommen. Zwei Hallen sind für die Büromöbel reserviert und vier für Beleuchtungslösungen. Ähnlich wie in Köln ist am letzten Tag die Messe für das breite Publikum zugänglich, sonst sind nur Fachbesucher zugelassen. Auch im Hinblick auf die Fülle des Angebots und die Besuchermassen erfordert Mailand auch Zeit, obwohl hier nur gut hundert Aussteller mehr zugegen sind als bei der IMM in Köln. Die Präsentationen sind im Durchschnitt größer, vor allem die der italienischen Aussteller, und die bilden die überwältigende Mehrheit: Nur ein knappes Drittel kommt nicht aus dem Designland Italien.
Ein Szenebeobachter hat es einmal so formuliert: »In Mailand werden die Neuheiten präsentiert – in Köln die Abschlüsse getätigt.« Ob das so stimmt, sei dahingestellt. In jedem Fall gibt es beim Salone immer Neues zu entdecken und viele Ideen tauchen später in den Showrooms in Europa auf. Für den Transfer sorgen jährlich über 5000 akkreditierte Journalisten aus der ganzen Welt. Alle Aussteller scheinen dem Duktus des Events verpflichtet zu sein – den Druck, immer Neues präsentieren zu müssen, kann man bei so manchem Prototypen nicht selten noch riechen.
Happy Hour
Wenn die Messehallen schließen, geht es in der Stadt erst los – dann erwacht Mailand, das während der Messetage nur aus Designern zu bestehen scheint. Den Parcours von Präsentationen, Partys und Ausstellungen in vielen Teilen der Stadt kann man kaum bewältigen. Allen voran ist die Zona Tortona mit der angehängten Porta Romana zu nennen. Hier drängen sich am Abend Massen durch einen Stadtteil, der früher ein Arbeiterviertel war, heute jedoch Sitz vieler namhafter und junger Labels. Wer hier durch die Straßen schlendert, findet neben der Geschäftsstelle von Giorgio Armani vielleicht eine umfunktionierte Autowerkstatt, in der junge Kreative ihre Entwürfe zeigen. Im nächsten Hinterhof dann ein Labyrinth von Präsentationen der unterschiedlichsten Möbeldesigner aus aller Welt. Und dazwischen immer wieder Events, Arbeiten von Studenten, ein Park mit modernen Holzhäusern, eine Präsentation der organischen Leuchtdioden von Philips oder vielleicht der Showroom eines Herstellers, der auch in den Messehallen vertreten ist. Verpassen sollte man so einen langen Abend in der Zona Tortona auf keinen Fall. Auch in der Zona Centro und den beiden Regionen um die Metrostationen Bovisa und Lambrate gibt es viel zu entdecken. Aufgrund des Messejubiläums wird es auf der Piazza del Duomo eine Ausstellung der Neuinterpretationen von preisgekrönten Entwürfen italienischer Designer geben. Die Università Statale und der Corso Garibaldi sind ebenfalls einen Besuch wert, wenn Mailand in der Hand der Designer liegt.

Tipps für Messebesucher
Das Messegelände Milano-Rho befindet sich im Nordosten des Stadtkerns. Wer eine Unterkunft in der City findet, fährt in 45 Minuten mit der Metro (rote Linie) bis zur Endstation Rho-Fiera Milano, bei sehr starkem Andrang kann es über eine Stunde dauern. Zur Messe steigen die Hotelpreise astronomisch. Ein Quartier außerhalb Mailands ist eine Überlegung wert. Zugverbindungen in die Stadt sind gut, doch für Nachtschwärmer verkehrt die letzte Bahn zu früh. Weitere Tipps zu Anreise und Messeplanung sind unter www.cosmit.it verfügbar.
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