dds im Detail: Innenausbau mit Werkzeichnung

Einfach praktisch …

… wenn der Innenausbau vom Architekten mitgedacht wird. In diesem Haus bewähren sich die individuell angefertigten Einbaumöbel seit zwölf Jahren.

Hier finden Sie den Detailbogen zum Einfamilienhaus aus den 1950-er Jahren zum Download

Manchmal wirken Häuser scheinbar unbewohnt: kein Buch, kein Lebenszeichen von Menschen, die einen normalen Alltag haben. Doch das ist hier nicht der Fall: Eltern, die auch zuhause arbeiten, und zwei Kinder im Schulalter beleben das Haus sichtbar mit Wärme und vielen Dingen. Dennoch hat alles seine Ordnung, ist das Haus als Hülle immer gegenwärtig und hält dem Ansturm der Dinge stand. Woran liegt das? Allein die Küche in Erweiterung eines die Treppe flankierenden Sideboards ist ein Stauraumwunder. Ein Korpus reiht sich unspektakulär an den anderen, mit schlichten Fronten und einer durchgehenden Platte in Edelstahl. Die soliden Blum-Tandemauszüge tun seit zwölf Jahren treu ihren Dienst, griffloses Öffnen vermisst hier niemand. Ob im Essbereich, den Büros im Untergeschoss oder im Dachgeschoss – Möbel sind, wo es sich anbietet, als Teil der Architektur nicht mobil, sondern unauffällig wandgebunden eingebaut. Die Bühne in der Raummitte gehört den Menschen, der Kunst (dem Flügel, vgl. Grundriss) und einzelnen, mit Bedacht ausgewählten Möbelsolisten.

Unkonventionelle Lösungen

Die nach außen öffnenden Fenster mit den auffallend schlanken Profilen wurden von der dänischen Firma Velfac in Holz-Alu-Bauweise gefertigt. Verschiedene Einbausituationen beleben die Fassade und schaffen innen Licht und sympathische Nischen als Übergang zur Umgebung. Im Gespräch mit der Familie, die das Haus bewohnt und auf Grundlage des Bestands im Familienbesitz umgebaut und erweitert hat, wird klar, dass die Wahl des Architekturbüros F M B Architekten aus Stuttgart trotz wechselnder Ansprechpartner ein Glücksfall war: Konzipiert von Thomas Ott, der noch in der Planungsphase verstarb, und Dieter Faller hat Andreas-Thomas Mayer die Projekt- und Bauleitung übernommen. Die Schreinerarbeiten wurden nach Plänen der Architekten von Firma Gause und Effmert aus Remshalden ausgeführt, die von Thomas Effmert aktuell ohne eigene Produktion weitergeführt wird. Bauherren, Planer und ausführende Gewerke waren seinerzeit in ihrer Begeisterung für handwerkliches Bauen verbunden, für dessen hohe Qualität das Haus heute im zwölften Jahr nach Bezug uneingeschränkt Zeugnis ablegt.

Zur Überzeugung handwerklichen Bauens passen nur selten Produkte von der Stange: Die Armaturen im Bad, Leuchten und sichtbare Beschläge sind mit Augenmaß ausgewählt, leider sind heute nicht mehr alle erhältlich, siehe Produkte auf Seite 26. Auch nicht mehr erhältlich ist das favorisierte Leuchtmittel im Haus – die gute alte Glühbirne. Der Bauherr hat sich rechtzeitig einen großen Bestand gesichert.

Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Untergeschoss: Der Büchergang befindet sich im Anbau

dds-Redakteur Johannes Niestrath hat
sich vor Ort von der ästhetischen, praktischen
und handwerklichen Qualität der inzwischen zwölf Jahre alten Einbaumöbel überzeugt –
nachhaltiger kann man sich nicht einrichten!


Steckbrief

Objekt: Einfamilienhaus der 1950er-Jahre,
umgebaut und erweitert 2005

Planung: F M B Architekten, 70193 Stuttgart; www.fmb-architekten.de
Thomas Ott (verstorben 2003), Dieter Faller
Projekt- und Bauleitung: Andreas-Th. Mayer

Ausbau: Effmert und Gause Exclusiv Innenausbau GmbH
heute: Thomas Effmert Innenausbau, 73650 Winterbach
www.thomas-effmert.de

Pläne für dds: Planungsbüro Fink, 71679 Asperg; carlfink@gmx.de
Planvorlagen von Andreas-Th. Mayer, F M B Architekten


Deckenfassung

Puristischer kann eine Deckenleuchte wohl kaum ausgeführt werden:
In die Decke aus Ortbeton wurden Gehäuse der Firma Kaiser aus
dem System HaloX-O integriert und mit einer
Keramikfassung der Größe E 27 ausgestattet.
Als Leuchtmittel dienen herkömmliche Glühlampen.
www.kaiser-elektro.de


Wandleuchte

Leider nicht mehr im Handel ist
diese formschöne Wandleuchte mit Keramiksockel und Glaszylinder
von Knud Holscher in Schutzart
IP 57. Sie wurde in mehreren Räumen eingesetzt,
auch in den Bädern. Das Magazin und der Wiener Händler Boschek führen ähnliche Leuchten in IP 44, IP 54 und 57, die für Feuchträume geeignet sind.
www.magazin.com, www.boschek.at


Schiebetürbeschlag

Der Schiebetürbeschlag b.600 von
Astec aus Edelstahl führt Türblätter bis 120 kg mit kugelgelagerten Laufrollen aus Polyamid auf einem runden Tragstab.
Die Laufrollen mit seitlichen Abdeckungen sind über
Traglaschen aus Edelstahl mit dem Türblatt verbunden.
www.astec-design.de


Edelstahlfläche

Maßgefertigte Arbeitsplatten in
Edelstahl bietet die Firma Blanco an. Spülbecken in Wunschform können
nahtlos eingearbeitet werden, Ränder,
Sicken und Vertiefungen sind ebenfalls möglich.
www.blanco-germany.com


Holz-Alu-Fenster

Die nach außen öffnenden Fenster
mit schmalen Profilen wurden von der
dänischen Firma Velfac angefertigt.
Velfac entwickelt und produziert Fenster und Fassadensysteme aus Holz und Aluminium.
www.velfac.de


»Das architektonische Detail fügt Materialien und Bauteile im Sinne einer Raumidee zu einem stimmigen Ganzen.«

Andreas-Thomas Mayer, Architekt