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Vorerst doch kein Pollmeier-Sägewerk in Heimsheim

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Vorerst doch kein Pollmeier-Sägewerk in Heimsheim

Pollmeier Massivholz zieht sein Vorhaben, ein weiteres modernes Laubholzsagewerk im Baden-Württembergischen Heimsheim zu errichten vorerst zurück. Die 150 geplanten neuen Arbeitsplätze gingen nun an einen noch nicht benannten Ort in Frankreich.

Das Unternehmen gibt für das fast vollständig projektierte Werk auf ungewisse Zeit keinen Startschuss, weil es die Versorgung mit Buchenholz als nicht gesichert ansieht. Nach Einschätzung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum gibt es zwar ausreichende Buchenholzressourcen. Eine vom Ministerium initiierte Abfrage bei kommunalen wie privaten Waldbesitzern ergab jedoch lediglich 60tausend Festmeter Buchenholz, die man zu liefern bereit wäre. Das Ergebnis bleibe damit deutlich hinter dem von der Bundeswaldinventur ausgewiesenen Nutzungspotenzial zuruck.
Gründe dafür sieht man bei Pollmeier vor allem in der Zerschlagung der einst bundesweit vorbildlichen Landesforstverwaltung Baden-Württembergs durch den früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel. Er habe habe den Kommunen weitreichenden Kompetenzen für die Pflege der Wälder und die Vermarktung des Holzes eingeräumt. Für Pollmeier seien die damit entstandenen Strukturen jetzt zu kleinteilig und dezentral.
Das Unternehmen fordert eine Reform der Reformen und beruft sich auf ein im vergangenen Jahr von der Landesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten. Es weist ein großes Optimierungspotenzial aus. Der zuständige Minister für Ernährung und Ländlichen Raum Peter Hauck habe die Problematik erkannt und sich vehement für eine Verbesserung der Situation eingesetzt, bislang aber ohne greifbaren Erfolg, weil die CDU-Landtagsfraktion beharrlich an den bestehenden Strukturen festhalte.
Die CDU-Fraktion könne sich der Unterstützung des Verbandes der Säge- und Holzindustrie (VSH) sicher sein. Dieser fordere die Landesregierung auf, den Kreisforstämtern die ausschließliche Vermarktungshoheit für Holz zuzuweisen. Lars Schmidt, Pressesprecher von Pollmeier, wertet dieses als Lobbyarbeit gegen einen gefürchteten Wettbewerber und kritisiert Rücksichtslosigkeit gegenüber den Waldbesitzern und dem Land.
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