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Möbelindustrie: Umsatz steigt bei sinkender Nachfrage

Möbelindustrie
Umsatz steigt bei sinkender Nachfrage

Umsatz steigt bei sinkender Nachfrage
Steigende Material- und Energiekosten treiben auch die Preise in der deutschen Möbelindustrie nach oben. Foto: Syda Productions – stock.adobe.com

Die deutsche Möbelindustrie hat ihren Umsatz in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um 10,7 Prozent auf rund 14 Milliarden Euro gesteigert. Im Inland betrug das Plus rund 10 Prozent, im Ausland setzten die deutschen Möbelhersteller 12 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum, was aus der amtlichen Statistik hervorgeht. Die Exportquote erhöhte sich leicht auf 33,3 Prozent (Vorjahr: 32,7). Die Sparten Polstermöbel, Küchenmöbel sowie sonstige Möbel, zu denen auch die Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel gezählt werden, konnten beim Umsatz in etwa gleich stark zulegen (plus rund 12 Prozent). Die Büro- und Ladenmöbelhersteller verbuchten ein Plus von 11 Prozent.

Auftragseingänge rückläufig

»Die Umsatzzuwächse sind in erster Linie preisgetrieben und bilden die dramatisch gestiegenen Material- und Energiekosten ab«, stellt Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), fest. Die Möbelnachfrage habe sich allerdings in den vergangenen Monaten merklich abgeschwächt. Nach einem guten Jahresstart sei der Auftragseingang schon seit dem Sommer deutlich rückläufig. Die Inflationsängste führten zu einer starken Kaufzurückhaltung der Verbraucher, so Kurth weiter.

Beim Blick auf das Exportgeschäft in den ersten neun Monaten 2022 sticht die Steigerung der Ausfuhren in das Vereinigte Königreich mit einem Plus von rund 11 Prozent ins Auge. Der britische Markt erholte sich nach der Unterzeichnung des Handelsabkommens mit der EU überraschend schnell und stellt den fünftwichtigsten Exportmarkt der deutschen Möbelindustrie dar. Frankreich belegt nach wie vor Platz eins im Ranking der wichtigsten Exportländer mit einem Umsatzminus von 3,7 Prozent, gefolgt von der Schweiz mit plus 5,9 Prozent, Österreich mit minus 1,7 Prozent und den Niederlanden mit plus 9,3 Prozent. Stark ausbauen konnten die deutschen Möbelhersteller ihr Geschäft in den Vereinigten Staaten, dem wichtigsten Auslandsmarkt außerhalb Europas.

Schwierige Rahmenbedingungen

Der Blick auf die kommenden Monate ist, laut Kurth, von vielen Unsicherheiten geprägt. So lasse sich beispielsweise nur schwer abschätzen, wie sich die staatlichen Entlastungspakete zur Abfederung der stark gestiegenen Energiekosten auf die Konsumstimmung auswirken werden. »Die Rahmenbedingungen für unsere Industrie bleiben sehr herausfordernd«, so Kurth. Auf der anderen Seite stelle die Investition in langlebige Konsumgüter wie Möbel gerade in Zeiten hoher Inflationsraten eine wertstabile Anlage dar, und dem eigenen Zuhause komme in unsicheren Zeiten eine herausragende Bedeutung zu.


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