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Massivholz und Holzbau werden textil

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Massivholz und Holzbau werden textil

Massivholz und Holzbau werden textil
Endlosfaden aus Weidenholz auf einer Spule – Ausgangsmaterial für die Weiterverarbeitung zu textilen Strukturen aus Holz Foto: Bau Kunst Erfinden

Wie können Textilien aus Massivholz gestaltet und gefertigt werden? Wie können Bauteile mit einem Endlosfaden aus Massivholz textil konstruiert werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Forschungsverbund »Tethok – Textile Tektonik für den Holzbau« an der Universität Kassel. Ziel ist es dabei, die hervorragende Ökobilanz und Ästhetik von Massivholz mit den Vorzügen textiler Konstruktionen zu verbinden.

Die Kasseler Wissenschaftler und Gestalter um Heike Klussmann fügen leichte, flexible und zugfeste Flechtweidenschienen mit einem Querschnitt von wenigen Quadratmillimetern stirnseitig zu einem Endlosfaden. So entsteht ein neuartiges Halbzeug für die Weiterverarbeitung zu textilen Strukturen: ein Massivholzmonofil. Das Monofil lässt sich aufspulen und anschließend mit unterschiedlichen Verarbeitungsverfahren zum Beispiel verknoten, weben, flechten, legen und wickeln.

Über den Umbau handwerklicher Geräte, wie einem Webstuhl, wird die Kontrolle über das Materialverhalten gewonnen. Ziel ist die automatisierte Fertigung an Web- und Flechtmaschinen sowie Leg- und Wickelrobotern. So lassen sich verschiedene textile Formholzteile gewinnen, die in der Architektur, im Bauwesen, im Fahrzeugbau oder im Produktdesign verwendet werden können – beispielsweise für Strukturbauteile, Fassaden, Möbel oder Innenausstattung von Autos.

»Unsere Entwicklung vereint die Vorteile von Textilien mit den Vorteilen von Massivholz«, beschreibt es Klussmann. Projektleiterin Stefanie Silbermann ergänzt: »Im Grunde nehmen wir buchstäblich einen Faden wieder auf, der vor etlichen Jahrzehnten abgerissen ist.« Die Korbflechterei habe in Mitteleuropa eine lange Tradition. Auch für die Holzweberei gebe es Ansätze im Handwerk des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Bemühungen an der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR in Eberswalde in den 1980er Jahren, endlose Fäden aus Weidenholz zur Bestückung von Webstühlen zu entwickeln, brachen mit der deutschen Wiedervereinigung ab.

Der Forschungsverbund Tethok stellt das Projekt und Prototypen vom 27. bis 31. Mai auf der Ligna in Hannover in Halle 11 am Stand 64/66 aus.

Die Choreografie für »Tanz Cross The Line« mit einem interaktiven Bühnenbild aus Holztextil hat am 14. Juni 2019 im Theater Am Neuen Garten 64 in Potsdam Premiere. Die Publikation »Rethinking Wood – Future Dimensions of Timber Assembly« mit dem Buchkapitel »Textile Tectonics for Wood Construction« erscheint im Mai 2019 bei Birkhäuser. Herausgeber sind Markus Hudert und Sven Pfeiffer. 

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