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Karl W. Niemann stellt Insolvenzantrag

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Karl W. Niemann stellt Insolvenzantrag

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Mit Kunststofffolien beschichtete Fronten und Formteile gehören zum Markenzeichen von Niemann in Preußisch Oldendorf Foto: Karl W. Niemann GmbH & Co. KG

Der Möbelzulieferer Karl W. Niemann mit Sitz in Preußisch Oldendorf hat in der vergangenen Woche einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Bielefeld ordnete am 6. März das vorläufige Verfahren über das Vermögen der Gesellschaft an und bestellte den Sanierungsexperten Stefan Meyer von Pluta zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Ebenfalls in einem vorläufigen Insolvenzverfahren befindet sich das Tochterunternehmen Niemann Formholztechnik. Auch für diese Gesellschaft wurde Stefan Meyer zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Grund der Antragstellung sind Liquiditätsschwierigkeiten. Beide Unternehmen verzeichneten zuletzt rückläufige Umsätze und mussten in den vergangenen beiden Jahren deutliche Verluste hinnehmen.

Niemann gehört zu den führenden Herstellern von hochwertigen kunststoffbeschichteten Möbelteilen und Verbundwerkstoffen. Das familiengeführte Unternehmen fertigt Frontteile und Plattenware für namhafte große Möbelhersteller von Küchen, Schlafzimmern, Badmöbeln und Büros im In- und Ausland. Die Exportquote wurde in den vergangenen Jahren weltweit auf nahezu 50 Prozent gesteigert.

Der Ursprung der Gesellschaft geht auf das Jahr 1832 zurück, als Friedrich Wilhelm Wilcke mit seiner Tischlerei begann. Die Gründung der Gesellschaft erfolgte 1954. Niemann Formholztechnik wurde 2011 gegründet und ist spezialisiert auf den seriellen Möbelbau und die Fertigung von Formholzteilen.

Ziel des vorläufigen Insolvenzverwalters ist es, eine belastbare Restrukturierungs- und Sanierungslösung für beide Möbelzulieferer zu finden. Rechtsanwalt Stefan Meyer erklärt: »Der Geschäftsbetrieb beider Gesellschaften wird uneingeschränkt fortgeführt. Wir haben bereits die Mitarbeiter informiert, die sehr motiviert sind. Die Kunden können weiter auf die Qualität der Produkte vertrauen. Nach einer ersten Stabilisierungsphase werden wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Investor begeben.«

Der geschäftsführende Gesellschafter Wilfried Niemann sagt: »Die Lage ist herausfordernd. In den kommenden Wochen werden wir den vorläufigen Insolvenzverwalter und sein Team intensiv unterstützen. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine langfristige Lösung für unser Traditionsunternehmen erzielen werden.«

Der jetzige Insolvenzverwalter Meyer gehört zum Sanierungsexperten Pluta, der Unternehmen in rechtlich und wirtschaftlich schwierigen Situationen hilft. Seit der Gründung 1982 ist Pluta stetig gewachsen und beschäftigt heute rund 500 Mitarbeiter in Deutschland, Spanien und Italien.

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