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Kantensymposium 2022

Kantensymposium 2022
Innovationen und Trends rund um die Kante

Das Kantensymposium, das Rehau jährlich im Wechsel mit Ima Schelling und Homag durchführt, fand auch in diesem Jahr vom 24.bis 30. Mai in vier Teilen gegliedert online statt. »Das war nun die 31. Veranstaltung dieser Art und jedes Jahr sehen wir, wie groß das Interesse ist. Das liegt in erster Linie daran, dass hier alle, die mit der Kante zu tun haben, an einem Tisch sitzen. So entstehen Impulse für uns, für die Maschinenhersteller und für die Verarbeiter, die dann wieder zu Lösungen werden. Das ist einfach unersetzlich«, resümiert Matthias Hacker, Senior Engineer Edgebands bei Rehau, welche Bedeutung eine Veranstaltung wie das Kantensymposium für die Entwicklung der Kantentechnik hat.
Zahlreiche Teilnehmer aus Industrie und Handwerk loggten sich für das Expertenevent ein, bei dem in diesem Jahr die Themen Nullfugentechnik, Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt standen.

Die Digitalisierung schreitet voran

Die Veranstaltung startete mit einem Update: Matthias Hacker, , berichtete über den Stand bei »#edgeisdigital«, dem digitalen Kantenbandmanagement, das es in drei Varianten gibt. Die Lagerhaltung und die Verarbeitung werden von dem Tool durch die zentrale Erfassung von Daten enorm vereinfacht. Einige Partner seien sogar bereits in den Serienbetrieb gegangen. Warum das so ist, zeigen die Einsparungspotenziale für Industrie und Handwerk: Ganze 34 Tage pro Jahr kann die Industrie durchschnittlich in diversen Bereichen, wie dem automatischen Maschinen-Setup, bei den Fehlteilen, der Restmengenverwaltung und den Beständen, durch die Nutzung des digitalen Kantanbandmanagements einsparen. Abgerundet wurde der Part mit der Präsentation des neuen Tools »Rehau MyEdge«: Der Service steht ab sofort auch in Englisch zur Verfügung und bietet neben einem Produktscanner, Kantenrechner und einem Link zur Kantensuche auch eine direkte Service- und Support-Hotline. Voraussichtlich Ende 2022 startet das integrierte Bestellsystem.

Trends und Innovationen rund um die Kante

  • Hydrophobierung schützt vor Aufquellen der Möbelplatten
    Henrich Altenhoff stellte das Hydrophobierungssystem von Riepe vor, das bei verleimten Kanten für zusätzlichen Schutz vor dem Aufquellen der Möbelplatten durch Wasserdampf und Feuchtigkeit sorgt. Das System verbessert die Wasserbeständigkeit von Leimfugen um ein Vielfaches und kann sowohl als Sprühsystem auf der KAM oder nachträglich mittels eines Hydro-Pens angewendet werden.
  • Matt ist Trumpf
    Auch für den aktuell beliebten Matt-Trend wurden interessante Lösungen präsentiert: Die matten Kantenbänder »Raukantex scratch.protect« und die Oberflächen »Rauvisio noir« können in der Produktion durch das »Frosted Edge«-Verfahren für mattierte Fräsradien perfektioniert werden.
  • Inneneckverleimung
    Clevere Innovationen aus dem Hause Ima gibt es für 90°-Innenecken: Neue Verleimaggregate ermöglichen es jedem Anwender, ohne manuellen Rüsteingriff anspruchsvolle Konturen in einem Durchlauf zu produzieren. Die Endergebnisse wurden anhand von Bauteilen mit Kantenbändern »Raukantex pigmento« anschaulich dargestellt.
  • Vollautmatisches Kantenhandling
    Dennis Reddig, Product Management Edge Processing bei Ima Schelling, berichtete von den aktuellen Herausforderungen im industriellen Produktionsprozess: Derzeit seien die Kantenmagazine groß und unübersichtlich. So müssten manuelle Einstellungen und Handgriffe vorgenommen werden und es lägen unterschiedliche Materialeigenschaften vor. Alles in allem gäbe es eine Menge Fehlerquellen und Ineffizienzen, die, so die Vision von Ima Schelling, durch ein vollautomatisches Kantenhandling deutlich reduziert werden könnten. Wie eine solche Anlage aussieht, machte den Kern seines Vortrags aus – auch hier stand die Zukunft der Kantenverarbeitung im Fokus.

Neuheiten für die Nullfugentechnik

Der dritte Teil stellte mit dem Komplex »Design & Materials« die Neuheiten bei der Nullfugenkante vor: Mit »Raukantex folding« gibt es nun eine Kante, die speziell für die Schrägbekantung/das Softforming geeignet ist. So können zum Beispiel grifflose Fronten oder Türen ohne Lackrisse oder Weißbruch realisiert werden. Das »I-KFA« von Ima Schelling ist hier die Lösung für die optimale Nachbearbeitung bei der Querbekantung.
Das perfekte Bauteil überzeugt in der Zukunft jedoch nicht nur durch Optik, sondern vor allem durch noch mehr Funktion: »Raukantex scratch.protect«, »fire.protect«, »health.protect« und »eco.protect« sind die neuen Produktfamilien von Rehau mit echten Mehrwerten für unterschiedliche Nutzungsbereiche.

Nachhaltigkeit steht im Fokus

Im letzten Themenkomplex ginges um ein ganzheitliche Nachhaltigkeitskonzept: von der Verwendung von Rohstoffen aus nachhaltigen Quellen sowie Recyclingmaterial über die Ressourcen-schonende Verpackung und gesundheitliche Unbedenklichkeit bis hin zu einer energieeffizienten Produktion. Daniel Elfe-Degel, Head of Product Management Edgebands und Projektleiter Sustainable Edgebands bei Rehau, stellte hier auf jeder Ebene die Maßnahmen dar, die der Kantenbandspezialist konsequent und nachweisbar umsetzt – und schloss mit einer Vorstellung der neuen Produktmitglieder der »Raukantex«-Familie »eco« und »evo«, in denen sich das Nachhaltigkeitskonzept als Produkt manifestiert.

Nach einer abschließenden Fragerunde war der informative Experten-Vormittag beendet – ein voller Erfolg, wie alle Beteiligten finden.

Alle Inhalte des 31. Kantensymposiums können als Videos noch einmal angeschaut werden unter
https://www.rehau.com/de-de/edgebandsymposium2022

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