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Dunkle Wolken am Horizont

Coronakrise im Handwerk
Dunkle Wolken am Horizont

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Das Corona-Virus wirbelt alles durcheinander: auch die Lage im Tischler- und Schreinerhandwerk Foto: PeterSchreiber.media/stock.adobe.com
Im Rahmen seiner Frühjahrs-Konjunkturumfrage hat der Fachverband Schreiner Bayern die Betriebe zu den Auswirkungen der Corona-Krise interviewt. Die Ergebnisse sind alarmierend.

Die wirtschaftliche Lage im bayerischen Schreinerhandwerk ist noch relativ stabil. Die Betriebe schätzen jedoch die mittelfristige Entwicklung als sehr schwierig ein. Dies zeigen die Ergebnisse der Konjunkturumfrage, die der Fachverband vom 24. April bis 11. Mai 2020 durchgeführt hat. 614 Betriebe haben daran teilgenommen.

Zweites Halbjahr wird schwierig

Die Auftragsreichweite beträgt 8,4 Wochen. Obwohl dies bereits eine deutliche Verringerung gegenüber dem Spitzenwert des Vorjahres darstellt (9,3 Wochen), zeigt sich das Schreinerhandwerk gegenüber anderen Branchen als relativ stabil. Die Ertragslage beurteilen jedoch noch 42 % der Betriebe mit »sehr gut« bzw. »gut« (VJ: 52 %). Regelrecht in den Keller gehen die Werte zur Einschätzung der zukünftigen Ertragslage. Von einer sehr guten/guten Prognose gehen noch 26,7 % der Betriebe aus, der Wert hat sich damit gegenüber dem Vorjahr nahezu halbiert. Ähnlich sieht es bei der Umsatzprognose für die nächsten sechs Monate aus. Der Anteil derer, die von einer positiven Umsatzentwicklung ausgehen, ist auf 29,1 % eingebrochen. Aktuell planen 17,8 % der Betriebe Entlassungen, während nur noch 7,7 % auf der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind. 74,5 % der Unternehmen möchten ihren Personalbestand unverändert lassen.

Corona und die Folgen

Ein spezieller Teil der Umfrage beschäftigte sich mit den konkreten Auswirkungen der Coronakrise. Unter dem Strich zeigt sich, dass die Pandemie trotz aller aller staatlichen Sicherungsmaßnahmen zu einer deutlichen Verunsicherung führt. So gehen 59,1 % der Betriebe davon aus, dass es zu einem Auftragsrückgang kommt, 58,7 % erwarten einen zunehmenden Preisdruck. Probleme mit Lieferanten halten sich dagegen in Grenzen, nur 6,8 % der Schreiner von großen Einschränkungen. Gut ein Viertel aller Unternehmen ist in Kurzarbeit oder hat diese geplant. Größere Betriebe nutzen das Instrument stärker als kleine, Innenausbauer mehr als Fensterbauer und diese wiederum mehr als Mischbetriebe. Immerhin knapp ein Drittel der Betriebe nutzt die staatlichen Liquiditätshilfen, v.a. die Corona-Soforthilfe des Landes Bayern bzw. des Bundes und die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge und Steuern. –HJG


Wie wirkt sich die Corona-Krise konkret aus?

 17,4 % der Schreinerbetriebe in Bayern sind von Quarantänefällen betroffen

 22,2 % haben unmittelbar mit fehlender Kinderbetreuung zu kämpfen

 53,7 % haben mit Einschränkungen der Montage durch Kunden zu tun

 6,8 % der bayerischen Betriebe sehen große Einschränkungen der Lieferketten, bei der überwiegenden Mehrheit sind die Einschränkungen eher gering

 13,3 % sind in Kurzarbeit, weitere 13,1 % haben Kurzarbeit geplant

 32,8 % haben Liquiditätshilfen in Anspruch genommen, v.a. die Corona-Soforthilfe Bayern/Bund und die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge und Steuern

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