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86 Mio. Euro Kartellstrafe gegen Hersteller von Fensterbeschlägen

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86 Mio. Euro Kartellstrafe gegen Hersteller von Fensterbeschlägen

Die Europäische Kommission hat gegen neun europäische Hersteller von Fensterbeschlägen Geldbußen von insgesamt knapp 86 Millionen Euro verhängt. Bei den Kartellmitgliedern handelt es sich um die deutschen Unternehmen Roto, Gretsch-Unitas, Siegenia, Winkhaus, Hautau, Fuhr und Strenger sowie um die Unternehmen Maco (Österreich) und AGB (Italien). Die Unternehmen hätten mit ihrer Beteiligung an einem Kartell, in dem sie gemeinsame Preiserhöhungen vereinbarten, gegen das EU-Kartellrecht verstoßen, so die Begründung. Im Rahmen des Kartells seien von November 1999 bis Juli 2007 wettbewerbswidrige Absprachen getroffen worden, was den Käufern von Fenstern in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) geschadet habe. Im Rahmen der von der Kommission 2006 angenommenen Kronzeugenregelung wurde Roto die Geldbuße vollständig erlassen, da dieses Unternehmen als erstes Informationen über das Kartell vorgelegt hatte. Die Geldbußen für Gretsch-Unitas wurde auf Grund der Mitwirkung an der Untersuchung um 45 Prozent ermäßigt, die Geldbuße für Maco um 25 Prozent.

Das Kartell hatte nach Ansicht der Kommission direkte Auswirkungen auf Kunden im EWR, weil Beschläge wichtige Bestandteile von in Europa verkauften Fenstern und Fenstertüren sind. Dieser Markt wird auf mindestens einer Mrd. Euro geschätzt. Die bestraften Unternehmen verfügen über einen geschätzten Marktanteil von über 80 Prozent.
Das Kartell war gut organisiert: Die Kartellmitglieder trafen sich alljährlich in der dritten Novemberwoche bei den Tagungen der Fachverbände in Deutschland. Diese regelmäßigen Treffen wurden als »Ständige Konferenz“ bezeichnet. Am Morgen vor der offiziellen Tagung setzten sich die Beteiligten zusammen, um Preiserhöhungen für das Folgejahr festzulegen oder sich auf einen Materialteuerungszuschlag zu verständigen. Im Laufe des folgenden Jahres trafen sich die Kartellmitglieder erneut, um einander über die verschiedenen Schritte zu informieren, mit denen sie die vereinbarte Preiserhöhung umgesetzt hatten. Auch die lokalen Vertriebsstellen in ganz Europa hatten regelmäßige Kontakte, um den Erfolg des Kartells zu gewährleisten.
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