Fortbildung Handwerksmarketing 4.0

Wofür steht mein Betrieb?

Wer den Mut hat, sich klar zu positionieren, macht auch dann gute Umsätze, wenn die Konjunktur abflaut. Marketingexperte Thomas Wallner weiß, wie man dabei vorgeht.

aufgrund der guten Auftragslage beschäftigen sich viele Schreinereien derzeit kaum oder gar nicht mit dem Thema Marketing. Ein Fehler, wie Marketingexperte Thomas Wallner meint. »Gerade in Zeiten, in denen es gut läuft, macht eine Investition in Marketing Sinn. Zum einen können sich Schreiner und Tischler dadurch für die Zukunft wappnen und Auftragsrückgängen vorbauen, zum anderen bietet eine gute Marketingstrategie das Potenzial, mehr Umsatz und mehr Gewinn zu erwirtschaften, selbst wenn die personelle Leistungsgrenze des Betriebs bereits ausgereizt ist«. Thomas Wallner ist Inhaber einer Full-Service-Werbeagentur im niederbayerischen Kelheim und kann auf über zehn Jahre Marketingerfahrung zurückblicken. Durch zahlreiche Kunden aus dem Schreinerhandwerk und seiner Zeit als Marketingleiter bei einem Franchisesystem für Schreiner und Tischler kennt er die Herausforderungen der Branche und vieler Handwerksbetriebe. Aus seiner Sicht ist die richtige Positionierung der entscheidende Faktor um höhere Preise durchzusetzen und damit Umsatz und Gewinn bei bereits vollen Auftragsbüchern deutlich zu steigern. »Kunden kaufen gerne bei Experten und sind bereit, dafür etwas mehr zu zahlen. Damit Schreiner als Experten auf einem Gebiet wahrgenommen werden, ist ein klarer Fokus notwendig«, betont Wallner.

Unlängst hat er eine gut laufende Schreinerei aus dem Augsburger Raum beim Wandel vom Allroundbetrieb zum Experten für das Thema »Natürlicher Schlaf« begleitet. Dieser Prozess, den man durchlaufen muss, um von Kunden als Experte für ein Thema wahrgenommen zu werden, besteht aus vier Schritten.

In vier Schritten zum Erfolg

1. Die eigene Motivation hinterfragen. Durch eine Neupositionierung haben Schreiner die Chance, künftig genau die Fachgebiete und Produktbereiche zu besetzen, die ihnen am meisten liegen oder die sie am meisten erfüllen. Daher steht am Anfang des Prozesses immer die Frage: Welcher Dienstleistungs- oder Produktbereich soll künftig das Aushängeschild sein?

2. Spezialisierung auf eine Nische. Oft empfiehlt sich auch der Fokus auf eine Nische. Das kann zum Beispiel eine Produktnische sein, eine regionale Nische oder auch eine spezielle Kundengruppe (z. B. nur Geschäftskunden).

Bezogen auf das Beispiel der Schreinerei aus dem Augsburger Raum: hier wurde das Thema »natürlicher Schlaf« als Produktnische definiert und mit Augsburg und Umgebung auch eine klare regionale Nische gewählt. Der Vorteil: Durch die Wahl einer Nische schaffen Sie sich Ihren eigenen Markt und sind dort schneller die unangefochtene Nummer Eins. Am konkreten Beispiel: Während es in Augsburg zig Schreinereien und viele Schlafstudios beziehungsweise Bettenfachgeschäfte gibt, gibt es nur ein Naturschlafstudio.

3. Definition der Zielgruppe. Im dritten Schritt gilt es, eine passende Zielgruppe zur Motivation und Nische zu finden. Wichtig ist es, nicht nur an harte Fakten (Alter, Familienstand, Einkommen, Wohnsituation …) zu denken, sondern vor allem die Einstellung und Lebensweise zu berücksichtigen. »Ein Großteil der Kaufentscheidungen, gerade auch bei der Einrichtung der eigenen vier Wände, wird emotional gefällt. Daher ist es wichtig zu wissen, worauf potenzielle Kunden Wert legen und wie ihre Einstellung ist. Denn nur wer seinen Kunden versteht, kann zielgerichtet werben«, ist sich Thomas Wallner sicher.

4. Den Charakter des Unternehmens formen. Für welche Werte steht das Unternehmen? Wie tritt es nach außen auf? Worin haben die Mitarbeiter Expertenstatus? Wie soll die Schreinerei von Kunden wahrgenommen werden? Das sind nur einige Fragen, die geklärt werden müssen. Das Ziel ist ein klares und unverwechselbares Bild des Unternehmens.

»Wenn Sie Ihr Unternehmen zur Marke aufbauen, dann profitieren Sie nicht nur von steigenden Umsätzen, sondern sichern sich auch zukünftig eine gute Auftragslage. Denn wenn der Kunde die Wahl zwischen Ihnen als Experten hat und einem Wettbewerber, der augenscheinlich weniger Know-how aufweist, dann wird er sich garantiert für Sie entscheiden«, erklärt Thomas Wallner den positiven Effekt einer durchdachten Marketingstrategie. -HJG


Handwerksmarketing 4.0: Fortbildung der Sprungbrett-Akademie mit Thomas Wallner

Wer praxisnah eine Positionierung für den eigenen Betrieb erarbeiten will, dem sei die Fortbildung »Handwerksmarketing 4.0« der Sprungbrett-Akademie empfohlen. Ab Oktober 2019 geht es über einen Zeitraum von fünf Monaten an fünf Seminartagen um folgende Themen:

 Strategie und Positionierung

 Werbemaßnahmen erfolgreich planen

 Grundlagen des Onlinemarketings

 Social-Media- und Inbound Marketing

 die eigene Website als Kundenmagnet

Die Teilnehmer erhalten direkt anwendbares Praxiswissen und direktes Feedback von Experten und Kollegen. Bestandteil der Fortbildung ist ein Onlinekurs zur Erstellung einer eigenen, Google-optimierten Website. Veranstaltet wird »Handwerksmarketing 4.0« von der Sprungbrett-Akademie, die Weiterbildungsseminare, Workshops und Veranstaltungen für Tischler/Schreiner anbietet. Sprungbrett ist eine Marke der Konradin-Mediengruppe, in der die Fachmagazine dds und BM erscheinen. Die beiden marktführenden Titel für die Möbel-, Innenausbau- und Bauelementebranche unterstützen die Akademie mit ihrem Know-how.

Anmeldung: www.sprungbrett-akademie.de

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