Marketing & Betriebsführung

Wer, wenn nicht Sie?

Diese Kostenfallen können Sie vermeiden:  lange Ladezeiten  vergessene Dinge  fehlende Infos  unnötige Wartezeiten  improvisierterMaterialkauf  fehlende Abstimmung  «funktioniert nicht« Bild: Daniel Ernst, Fotolia.com
Keiner will sie, fast jeder hat sie: Unproduktive Zeiten, in denen Geld verbrannt wird. Klaus Steinseifer über die sieben größten Kostenfallen im Betrieb und warum so viele Unternehmer immer noch meinen, ihre Mitarbeiter seien dafür verantwortlich.

Acht Uhr früh an einem x-beliebigen Arbeitstag. Ihre Mitarbeiter verlassen die Werkstatt, nachdem sie sehr viel Zeit benötigt haben, das Fahrzeug mit den Materialien, die gebraucht werden, zu beladen. Es wurde überlegt und intensiv nachgedacht, ob man auch alles hat. Die erste halbe Stunde des Tages ist vorbei und die Kostenfalle »zu lange Ladezeiten« hat wieder zugeschnappt. Eine Stunde später steht der erste Mitarbeiter wieder da, hat Werkzeug oder Material vergessen. Kostenfalle: »Vergessene Sachen«. Dabei wäre es so einfach: Material-, Werkzeug- und Ladelisten für die auszuführenden Arbeiten helfen dabei, diese unproduktiven Zeiten zu vermeiden. Stehen die Listen Ihren Mitarbeitern im Auftragsordner – von Ihnen oder dem Meister vorbereitet – zur Verfügung, ist mit wenigen Handgriffen alles geladen und nichts wird vergessen.

Und warum werden die Fahrzeuge bei Ihnen immer noch morgens und nicht bereits abends beladen? Am Vortag ist nämlich gegebenenfalls noch Zeit, fehlendes Material zu beschaffen und sich über wichtige Dinge den Kunden betreffend auszutauschen. Sind Sie nachmittags da, wenn Ihre Mitarbeiter von der Baustelle kommen und Sie brauchen? Hier lauert die Kostenfalle »Fehlende Informationen«. Haben Ihre Mitarbeiter notiert, was am nächsten Tag alles gebraucht wird? Wenn sie die richtigen Hilfsmittel zur Verfügung haben, um fehlendes Material etc. einzutragen, dann schon.
Mittags ruft Sie Ihr Mitarbeiter an, weil das Material vom Großhändler immer noch nicht da ist. Sie haben es ja auch morgens erst bestellt, weil Sie am Vortag nicht da waren oder nicht mehr dazu gekommen sind. Sie weisen an, das fehlende Material beim Händler zu holen. Die nächsten Kostenfallen: »Unnötige Wartezeiten« und »Materialeinkauf«! Dabei war schon lange vorher klar, was vor Ort gebraucht wird.
Ihre Mitarbeiter fahren zum Kunden. Dort angekommen erklärt das Vorgewerk, dass man noch nicht fertig sei und Ihre Leistungen erst morgen ausgeführt werden können. Die nächste Kostenfalle: »Fehlende Abstimmung«. Ein vorabendlicher Anruf beim Kollegen hätte diese Kostenfalle sofort beseitigt. Sicher, es wäre gut gewesen, wenn der Kollege Sie angerufen hätte. Hat er aber nicht und so bleiben Sie auf den Kosten sitzen.
Und noch eine Kostenfalle: »Funktioniert nicht«! Eine Handmaschine, die auf der Baustelle gebraucht wird, tut nicht und Ihre Mitarbeiter stehen ratlos davor. Kann es nicht auch sein, dass eine Maschine, bevor sie eingelagert wird, noch einmal auf Funktionstüchtigkeit geprüft wird, dass abends beim Laden, vor dem Einsatz am nächsten Tag, eine Funktionsprüfung durchgeführt wird? Gibt es Wartungsverträge für die Maschinen in Ihrem Unternehmen?
Sie sehen: Unproduktive Zeiten verantworten Sie, als Chefin und Chef Ihres Unternehmens, nicht Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ausfallzeiten entstehen bei Ihnen, in Ihrer unternehmerischen Planung – oder eben nicht. Gehen Sie deren Vermeidung aktiv und strukturiert an, es lohnt sich!

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Klaus Steinseifer berät Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen in Management- und Strategiefragen. Steinseifer ist gelernter Malermeister und führte zehn Jahre lang einen eigenen Betrieb.

Chef- und Führungskräfteseminar »Unternehmen Handwerk« von Klaus Steinseifer
Sie wollen in Ihrem Betrieb etwas verändern und sich auf Ihren individuellen Weg in eine zukunftsorientierte und langfristig erfolgreiche Entwicklung machen? Dann begeben Sie sich mit Klaus Steinseifer auf eine Reise durch Ihr Unternehmen. In einem zweieinhalbtägigen, praxisorientierten Seminar für Chefs und Führungskräfte wird das kompakte Wissen für moderne und zukunftsorientierte Unternehmensführung vermittelt. Klaus Steinseifer ist Bankkaufmann und Malermeister. 1983 übernahm er den kleinen Malerbetrieb des Vaters und baute ihn zum mittelständischen Handwerksunternehmen mit vielen Spezialisierungsbereichen aus. Seit dem Verkauf seiner Unternehmen im Jahr 1993 ist er als freiberuflicher Referent und Berater im Handwerk und im Mittelstand tätig. Das Seminar findet statt vom 23. bis 25. Juni 2016 im Hotel Ochsen in Höfen an der Enz (Schwarzwald). Die Seminargebühr beträgt 1250 Euro zzgl. MwSt. für den ersten Teilnehmer, 1100 Euro für den zweiten Teilnehmer. Infos und Anmeldung unter www.steinseifer.com.

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