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Video-Marketing

Marketing & Betriebsführung
Video-Marketing

Das Medium Film ist auch für die Schreiner-Homepage interessant
Videos auf Webseiten sind populär. Aufgrund der relativ geringen Produktionskosten können auch kleinere Unternehmen diesen Trend für ihr Online-Marketing nutzen.

Dr. Sebastian Dominic von Buch, Becker von Buch GmbH

Es gibt kaum ein Thema, dass sich nicht mit einem Online-Video visualisieren lässt. Der Marketing-nutzen wird aber nur dann erreicht, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden.
Die Botschaft muss stimmen
Wollen Sie Ihr Marketing mit einem Online-Video auf Trab bringen, müssen Sie natürlich etwas zeigen, dass die Besucher Ihrer Website zu Käufern oder zumindest Interessenten macht. Da niemand Ihre Firma kaufen soll, sind groß angelegte Szenen zu Ihrem Firmengebäude ebenso überflüssig wie Aufnahmen Ihrer Mitarbeiter. Genau genommen interessieren sich Ihre Besucher noch nicht einmal für Ihre Produkte und Dienstleistungen. Aufmerksamkeit erzielen Sie mit den Problemlösungen, die Ihr Unternehmen dem Käufer bietet. Präsentieren Sie also keinen subjektiv gefärbten Werbespot, sondern dokumentieren dass Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung tatsächlich funktioniert. Stellen Sie nur das heraus, was Sie von Ihrem Wettbewerb unterscheidet.
Besucher nicht überfordern
Begrenzen Sie die Laufzeit des Videos auf höchstens zwei Minuten. Zu vermeiden sind dabei einerseits Szenen über fünf Sekunden Länge, andererseits aber auch hektische Wechsel wie in einem Musikvideo. Detailaufnahmen sollten sich harmonisch mit Halbtotalen und Totalen abwechseln. Besonders anstrengend für den Betrachter sind schnelle Schwenks und heftige Zooms.
Ist ein gesprochener Kommentar vorgesehen, achten Sie auf eine möglichst akzentfreie und gut verständliche Aussprache.
Das Video auffindbar machen
Was nützt das schönste Online-Video, wenn keiner es ansieht? Platzieren Sie den Film deshalb am besten auf Ihrer Homepage, umrahmt von einer kurzen Inhaltsangabe und dem Hinweis auf die Lauflänge. Da Google und andere Suchmaschinen inzwischen die in der Regel im Flash-Format präsentierten Online-Videos indexieren, sollte das Video unbedingt mit sogenannten Tags (Etiketten) erweitert werden. Das sind Schlüsselwörter, die den Inhalt beschreiben und Bestandteil des Films sind. Für die Tags stehen insgesamt 120 Zeichen zur Verfügung. Genauso wichtig für Suchmaschinen sind Videotitel und Dateiname, die identisch sein sollten. Präsentieren Sie Ihr Video nicht direkt vom Server Ihres Providers, sondern über einen Link zu Youtube, stehen Ihnen außerdem noch 1000 Zeichen für eine Inhaltsbeschreibung zur Verfügung.
Tipps für Filmneulinge
Die Erstellung von Imagefilmen wird mittlerweile von vielen Agenturen angeboten. Für einen einfachen Film von max. 90 bis 120 Sekunden Länge müssen Sie mit Kosten ab 1500 Euro aufwärts rechnen. Teilweise bieten die Agenturen Festpreise an, eine Option, die zu empfehlen ist.
Wer es sich zutraut, kann auch selbst einen Film drehen. Für die Aufnahme eignen sich Kameras jedweder digitalen Technologie. Nach wie vor erstklassig und zudem inzwischen recht preiswert sind Mini-DV-Camcorder, die es bei Online-Auktionen schon für weniger als 50 Euro zu ersteigern gibt. Selbst für einstige Spitzenmodelle namhafter Hersteller sind selten mehr als 200 Euro zu zahlen.
Unbedingt notwendig sind ein stabiles Stativ sowie ausreichend Licht. Für Innenaufnahmen bewährt haben sich günstige Baustellenstrahler in unterschiedlichen Leistungsstufen, zum Beispiel 1000, 500 und 250 Watt. Die stellen Sie so auf, dass sie die Szene indirekt beleuchten. Richten Sie die Strahler also gegen die weiße (!) Decke oder Wände. Drei dieser Leuchten sind meist ausreichend. Die hellste sollte sich links hinter dem Kameramann befinden, der Strahler mit der geringsten Leistung als Schattenaufheller rechts. Ein weiterer Strahler sorgt schließlich dafür, dass der Hintergrund nicht im Dunkeln versinkt.
Sind alle Szenen im Kasten, überspielen Sie die Videos auf Ihren PC. Dort muss natürlich ein Programm laufen, mit dem Sie die Szenen schneiden und zu einem Endergebnis zusammenführen können. Neben den Klassikern von Pinnacle und Adobe (jeweils ab etwa 90 Euro) ist auch Freeware auf dem Markt, mit der sich durchaus arbeiten lässt. Dazu gehören z. B. »Windows Movie Maker« oder »VirtualDub«. Widerstehen Sie bei der Bearbeitung der Szenen dem Versuch, die oft angebotenen Effekte einzusetzen. Das wirkt amateurhaft. Ein- und Aus- sowie Überblendungen reichen völlig.
Den fertigen Film speichern Sie am sinnvollsten im AVI-Format. Denn nur so bleibt die Ausgangsqualität fürs Archiv oder die nachfolgende Konvertierung erhalten. Bietet Ihr Schnittprogramm keine automatische Ausgabe ins Adobe-Flash-Format (Endung: swf), müssen Sie einen externen Konverter nutzen, zum Beispiel den kostenlosen AVI2Flash-Converter. Seien Sie sowohl bei der Bildgröße als auch bei der Bildqualität nicht zu großzügig. Nicht jeder ist mit einem Highspeed-Anschluss im Netz unterwegs. 400 mal 300 Pixel bei mittlerer Kompression sind ausreichend. Ist der Flash-Film fertig, bauen Sie ihn an geeigneter Stelle auf Ihrer Webseite ein. Den erforderlichen HTML-Code liefert das Schnittprogramm oder der Konverter. Noch einfacher ist es, das Video auf Youtube hochzuladen und auf der eigenen Webseite einfach einen Link zu setzen.

Service Kontakt zum Autor
Der Autor ist Assistent der Geschäftsleitung bei Becker von Buch, einer der größten Unternehmensberatungen für kleine und mittlere Unternehmen im deutschsprachigen Raum.
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