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Ausstellungs- und Präsentationsräume: Spiegelbild der Firma

Ausstellungs- und Präsentationsräume gestalten
Spiegelbild der Firma

Ausstellungs- und Präsentationsräume überzeugen dann, wenn sie dem Charakter des Unternehmens entsprechen. Marketingberater Rudolf Bartl aus Beuren hat zusammengefasst, worauf es aus seiner Sicht ankommt.

Die wichtigste Frage bei der Gestaltung einer Ausstellung im Tischler- und Schreinerhandwerk ist: Welche Zielgruppe soll das Angebot ansprechen? Ist es die ältere Generation oder sind es eher junge, flippige Kunden, die außergewöhnliche Lösungen und Entwürfe bevorzugen? Sollen »Besserverdiener« oder vor allem Familien mit Kindern bedient werden?

Weiterhin maßgebend ist die örtliche Lage der Ausstellung beziehungsweise eines Ladengeschäfts. Ist es die belebte Einkaufsstraße mit hoher Passantenfrequenz oder liegt das Unternehmen mit Werkstatt und Ausstellungsfläche in einem Gewerbegebiet, das dann wirklich erst einmal gezielt angesteuert werden muss? Wie auch immer: Die »Verkaufsfläche« beginnt bereits vor der Eingangstür. Hierbei gibt es für den Planer vieles zu betrachten und zu berücksichtigen. Denn alle Umstände, die das Unterbewusstsein des Menschen längst wahrgenommen hat, werden ohne großes Warnsignal an das Bewusstsein weitergegeben. Das heißt ein Passant wird sich insgesamt angesprochen fühlen und das Geschäft betreten – oder eben nicht. Deshalb übernimmt der Eingangsbereich die wichtige Rolle, die ersten positiven Empfindungen beim zukünftigen Kunden zu erzeugen. Dieser soll sich freundlich empfangen fühlen. Kein Mensch geht freiwillig in einen dunklen, engen Eingang. Die Eingangstür muss betont werden und im wörtlichen Sinne offen zugänglich sein, dann wird sie auf Anhieb erkannt und gerne benutzt. Dies ist besonders dann zu beachten, wenn sich der Ausstellungsraum auf dem Gelände der Werkstatt befindet.
Des weiteren ist eine deutliche und saubere Wegbeschilderung einschließlich des Firmenschilds von hoher Bedeutung. Es sollte werbewirksam, beleuchtet, sauber und gut lesbar sein. Es ist auf alle Fälle ratsam, das Entree einmal aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Bei manchen Ausstellungen ist es zweckmäßig, die Eingangstür schräg zur Fassadenfront einzubauen. Das fällt auf und wirkt einladend.
Außen hui, innen auch
Im Innenbreich spielt die Ausführung und die Verlegrichtung des Bodenbelags eine Rolle. Kann der Kunde mit Leichtigkeit und ohne Hemmungen die Räume betreten, oder erzeugen quer verlegte Beläge eher einen gewissen Widerwillen? Ähnliches gilt für den weiteren Weg durch die Ausstellung, der deshalb – unabhängig von der Größe der Flächen – in weichen, geschwungenen Bahnen angelegt sein sollte.
Ein Grundsatz bei der Planung von Ausstellungsräumlichkeiten heißt Klarheit und Ordnung. Das Auge sollte auf einzelne Objekte gelenkt werden, sei es mit Hilfe von Licht, Farbe o.ä. Eine großzügige Auswahl wird nicht durch Anhäufung von Waren demonstriert, sondern vielmehr durch die gezielte Präsentation einiger wenige Stücke. Eine zu große, unübersichtliche Auswahl verunsichert, und der Kunde verliert zuerst den Überblick und dann womöglich auch die Lust am Einkaufen.
Das i-Tüpfelchen in jeder Ausstellung ist eine dem Charakter des Hauses beziehungsweise dem Warenangebot angemessene Dekoration. Erst damit erhält die Produktpräsentation eine Seele. Der Kunde bekommt in einer ansprechend dekorierten Umgebung eine realistische Vorstellung davon, wie die neue Küche oder das neue Wohnzimmer bei ihm zu Hause wirken könnte.
Rudolf Bartl

„Eine angenehme Atmosphäre erzeugen“
Die Ausstellungsplanerin Renate Regler zu den Grundsätzen ihrer Arbeit.
Vor Planungsbeginn mache ich mir erst mal ein umfassendes Bild von der Situation im Unternehmen und den vorhandenen Räumlichkeiten. Ausstellungen in Handwerksbetrieben sollten die Individualität von Unternehmer und Unternehmen widerspiegeln. Die besondere Qualität des Tischlers/Schreiners als Problemlöser muss zum Ausdruck kommen.
Als zertifizierte Feng Shui-Beraterin ist es mein Ziel, den Menschen und seine Umgebung in eine Balance zu bringen. So wurde festgestellt, dass Mitarbeiter, die in kühlen, unpersönlichen und rein sachlich strukturierten Verkaufsräumen arbeiten, eher abweisend, manchmal sogar arrogant sind. Ganz anders jedoch in gemütlichen, angenehmen und harmonisch gestalteten Ausstellungsflächen – hier agiert das Personal freundlich und ausgeglichen! Ich beziehe deshalb bei meinen Ausstellungsplanungen das unbewusste Handeln mit ein.
Renate Regler Feng Shui, Dekoration, Raumgestaltung 85055 Ingolstadt www.renate-regler.de
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