Strategische Positionierung

Mutig und konsequent

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In allen strategischen Geschäftsfeldern des Tischlerhandwerks gibt es Marktchancen – wenn man den eingeschlagenen Weg konsequent beschreitet Illustration: dds/Foto: CNC-Tischler
Spezialisierung, Innovation und Service sind strategische Geschäftsfelder des Tischler- und Schreinerhandwerks. In allen drei Segmenten gibt es Marktchancen – wenn man den eingeschlagenen Weg mutig und konsequent beschreitet.

Tischler/Schreiner sind von Haus aus Universalisten. Kaum ein anderes Gewerk deckt ein derart breites Tätigkeitsfeld ab, das vom Einzelmöbel bis zum kompletten Innenausbau, vom Fenster bis zur Treppe reicht. Nun machen die wenigsten Betriebe wirklich alles, doch gerade in ländlichen Regionen beispielsweise ist der »Allroundtischler« ein gut funktionierendes und weit verbreitetes Modell.

Wettbewerbsdruck, steigende Anforderungen durch Normen und Regelwerke, z. B. beim Brandschutz, die zunehmende Komplexität von Themen und Produkten und nicht zuletzt der immer deutlicher werdende Fachkräftemangel führen jedoch dazu, dass sich immer mehr Betriebe Gedanken über ihre Ausrichtung machen.

2003 wurden in einer Untersuchung der ProWood-Stiftung zur Zukunft des Tischlerhandwerks drei mögliche strategische Geschäftsfelder benannt:

Spezialisierung = »enges« Produktspektrum und große Fertigungstiefe

 Innovation = hoher Kundenfokus durch Abdecken verschiedener Bereiche innerhalb eines Marktsegmentes (»Komplettanbieter«)

 Service = Fokus auf alle relevanten Servicebereiche wie Wartung, Reparatur und Montage

Die Zukunftsprojektion von damals ist mittlerweile Realität geworden. Viele Unternehmen haben sich – bewusst oder unbewusst – in eine der genannten Richtungen entwickelt. Überdurchschnittlich gut stehen die da, die ihr Ziel aktiv verfolgt haben. Entscheidend für den Erfolg ist dabei weniger die Wahl des Geschäftsfeldes, als vielmehr die Konsequenz in der Umsetzung der anvisierten Strategie.

So kommt es für Unternehmen mit einer Spezialisierung darauf an, Produkte mit hoher Funktionalität, Qualität und optimalem Preis-/Leistungsverhältnis zu bieten. Dafür müssen sie ihre Prozesse optimieren und eine hohe Auslastung ihrer Maschinen erreichen. Wichtig ist die konsequente Ausrichtung über die komplette Wertschöpfungskette.

Anbieter im Bereich Innovation brauchen einen hohen Zielgruppen-/Kundenfokus. Aus eigenen Entwicklungen und Entwürfen kreieren sie in Zusammenarbeit mit anderen Gewerken Komplettlösungen für den Kunden. Das kann sowohl im Möbel-/Innenausbau wie im Bauelementesektor sein. Diese Betriebe brauchen gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter, die Projekte für anspruchsvolle Kunden abwickelen können.

Unternehmen mit dem Fokus auf Service – darunter fallen viele Allroundbetriebe – benötigen zum Erfolg eine hohe Kundenorientierung und -bindung. Sozial kompetente und kommunikative Mitarbeiter sind hier das A und O, denn sie sind das Gesicht zum Kunden. Unternehmen in diesem Segment haben gute Chancen, da sie den Kapitaleinsatz gering halten können und mit Weiterempfehlungen statt hohen Marketingaufwendungen ihre Kunden finden.

In allen strategischen Geschäftsfeldern des Tischlerhandwerks gibt es Marktchancen – wenn man den eingeschlagenen Weg konsequent beschreitet
Illustration: dds/Foto: CNC-Tischler

dds-Redakteur Hans Graffé hat für dieses Heft die Studie der ProWood-Stiftung noch einmal ausgegraben und war überrascht, wie zutreffend die damaligen Aussagen aus heutiger Sicht sind – und wie wenig sie an Gültigkeit verloren haben

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