Marketingstrategie für Tischler und Schreiner

Morgen erfolgreich

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Der Tischler steht nicht mehr an der Hobelbank, er lenkt sein Netzwerk Foto: AdobeStock, Vectorfusionart
Die Gestaltungskompetenz, der gute Ruf und der persönliche Draht zum Kunden bestimmen den Erfolg des Tischlers und Schreiners. Jetzt gibt es neue Idealvorstellungen: hohe Individualität dank digitalisierter, online vermarktbarer und effizient fertigbarer Produkte.

Das grosse Thema der letzten Jahre heißt Digitalisierung und betrifft das private Umfeld, die Arbeitswelt, das Einkaufen, die Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen, Banküberweisungen oder das Anmelden eines Fahrzeugs an der KFZ-Meldestelle gleichermaßen. Die Digitalisierung basiert auf einer in Datenbanken organisierten Ordnung und ermöglicht automatisierte Prozesse, also Arbeit die sich wie von selbst erledigt, fehlerfrei und in stets gleicher und dokumentierter Qualität. Damit das funktioniert, sind alle nur denkbaren Prozesse bis ins kleinste Detail zu beschreiben beziehungsweise zu definieren.

Die Digitalisierung bringt aber auch Angebot und Nachfrage zusammen. Was im Netz steht, ist recherchierbar und oft sogar online zu beziehen. Digital abgewickelte Geschäfte bieten außerdem in der Regel eine hohe Rechts- und Planungssicherheit, da Onlineshops alle relevanten Informationen für alle Beteiligten einsehbar protokollieren.

Digitalisierte Prozesse

Die Digitalisierung hat natürlich auch vor dem Büro des Tischlers und Schreiners, seiner Arbeitsvorbereitung und seiner Werkstatt nicht halt gemacht. Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 fließen die Informationen vom ersten Verkaufsgespräch bis zur Montage vertikal vernetzt durch viele Stationen im Büro und der Werkstatt. Die Aufmaßdaten speisen das CAD/CAM, das wiederum die Stück- und Bestelllisten generiert und außerdem die Bearbeitungsprogramme erzeugt. Horizontal vernetzte Maschinen bewältigen im Team die Arbeit. Expertensysteme erkennen, wann eine vorbeugende Wartung den Maschinenausfall verhindert.

Online-Showroom

Zur Tischlerei und Schreinerei gehören aber nicht nur das Büro und die Werkstatt, sondern auch eine Ausstellung. Sie zeigt als Aushängeschild zum einen, was der Betrieb leisten kann, und zum anderen Material- und Beschlagmuster sowie Beispiellösungen aus denen der Kunde seine individuelle Lösung zusammenstellen kann. Viele Tischlereien und Schreinereien haben ihre eigene Homepage ähnlich aufgebaut wie einen Showroom, der in der Regel mit Fotos erfolgreicher Referenzaufträge gefüllt ist. Der Besucher sieht, was der Betrieb kann, welche Stilrichtung dahintersteckt und welches Marktsegment das Unternehmen anspricht. So kann sich Tischlerei und Schreinerei mit relativ wenig Aufwand auf den Punkt präsentieren.

Online-Business

Dem aktuellen Kaufverhalten der Verbraucher wird die klassische Tischlerhomepage jedoch meistens nicht gerecht. Der Verbraucher sucht etwas ganz Konkretes, beispielsweise einen auf Maß gefertigten Einbaukleiderschrank. Leider besucht er in der Regel nicht die Homepage einer Schreinerei. Das liegt daran, dass er im Internet nach einem Suchwort recherchiert und dann beispielsweise über Google bei Amazon, Ikea, einem Möbelportal oder einem anderen Onlineshop landet. Ohne Online-Strategie können Handwerker hier nicht mithalten. Möglichkeiten gibt es viele: ein eigener Webshop, oder die Zusammenarbeit mit großen Online-Händlern, -portalen oder Vergabeplattformen wie MyHammer. Einige Schreiner schwören auch auf soziale Netzwerke zum Thema Bauen und Einrichten wie Houzz. –GM

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