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»Keine müde Mark«

Marketing & Betriebsführung
»Keine müde Mark«

Die fünf Tischler, die vor zwanzig Jahren die Holzmanufaktur Bantumak gründeten, wurden milde belächelt. Mit ganzheitlich-ökologischem Bauen Geld verdienen? Das klappt nicht, dachten viele. Klappt doch, wie Sonja Senge vor Ort feststellte.

Sonja Senge

Anfang der 90er Jahre wurden die Gründungsmitglieder der Holzmanufaktur Bantumak noch milde als Ökos belächelt: »Damit könnt ihr keine müde Mark verdienen«. Doch über die Jahre wuchs die Kundschaft, die bereit ist, in langlebige und umweltfreundliche Produkte zu investieren. Der nach einer Romanfigur benannte Betrieb zog in größere Räume nach Sieboldshausen bei Göttingen. Tischler Schai Tal ist heute alleiniger Geschäftsführer und leitet das erfolgreiche Unternehmen mit zehn Mitarbeitern.
Tischlerei und Zimmerei
Als Tischlerei und Zimmerei bietet Bantumak (www.bantumak.de) gewerkeübergreifendes Bauen aus einer Hand. Schai Tal ist als Generalunternehmer erster Ansprechpartner für die Kunden, die ein schlüsselfertiges Haus oder ein Projekt, an dem mehrere Gewerke beteiligt sind, in Auftrag geben. Der Tischler koordiniert alle beteiligten Handwerker. Die energetische Sanierung ist inzwischen das Zugpferd der Firma. Nach einer Bestandsaufnahme berät Tal die Kunden über die fachgerechte Sanierung von Fassade, Decke oder Dach. Für die Dämmung von Dächern, Wänden und Böden setzt er Zelluloseflocken und Nutzhanf ein. Der Hanf stammt von einer süddeutschen Firma, die sich auf die Herstellung von rauschmittelfreiem Nutzhanf mit hohem Faseranteil spezialisiert hat. Hanf hat einen sehr guten Dämmwert, vergleichbar oder sogar besser als konventionelle Dämmstoffe wie etwa Glas- oder Mineralwolle.
Ladengeschäft in der Stadt
Eine Besonderheit bei Bantumak ist das Ladengeschäft mit regelmäßigen Öffnungszeiten in der Göttinger Innenstadt. »Viele Kunden werden so auf uns aufmerksam«, sagt Büroleiterin und Kundenberaterin Ulrike Schlichtherle. In dem mit Musterböden und Massivholzmöbeln ausgestatteten Laden führen sie und Firmenchef Tal Planungs- und Beratungsgespräche. »Das gibt es in dieser Form in Göttingen kein zweites Mal«, so Schlichtherle. Dabei bieten sie in erster Linie ökologisch unbedenkliche Materialien und Werkstoffe an.
In der Werkstatt werden einheimische Hölzer wie Esche, Eiche, Erle, Buche und Kiefer verwendet. Sie kommen alle auf kurzem Weg (z. B. aus dem 100 Kilometer entfernten Kellerwald oder aus Süddeutschland) und aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Nur wenn es nicht anders geht, greift der Betrieb auf andere Hölzer zurück.
Die Oberflächen werden mit Ölen, Lasuren und Wachsen auf Isoaliphatbasis behandelt. Der Hersteller bietet auch farbig pigmentierte Produkte an, die zu überzeugenden Ergebnissen führen, sodass Wasserlacke immer seltener gefragt sind.
Der Mensch im Mittelpunkt
Die Gründungsidee »ökologisch Bauen« hat sich als Erfolgskonzept erwiesen. Schai Tal setzt dabei in allen Belangen auf Fairness und Menschlichkeit. »Die Mitarbeiter sind das Wichtigste an diesem Betrieb«, sagt er lächelnd. »Auch deswegen ist es mir wichtig, dass wir nicht mit giftigen Materialien arbeiten.«
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