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Es bleibt in der Familie

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Es bleibt in der Familie

Geld von der Familie leihen? Warum eigentlich nicht Symbolfoto: Tyler Olson, Fotolia.com
Egal, ob man Familienmitgliedern ein Darlehen gewährt oder sich Geld von ihnen leiht: Auf einige Dinge muss man bei Privatdarlehen achten, damit diese nicht zum Nachteil für Sie und Ihre Angehörige werden.

Privatdarlehen von Familienmitgliedern haben einige Vorteile. Leihen Sie sich z. B. von Ihrem Sohn 20 000 Euro zu 6 % Zinsen, erhalten Sie ein günstiges Darlehen, dessen Zinsen Sie wie bei einem Bankkredit, steuerlich geltend machen können. Ihr Sohn erhält rund 1200 Euro Zinsen, die er sonst kaum erhalten würde. Ist er verheiratet und hat keine weiteren Einkünfte aus Kapitalvermögen, bleiben die Zinsen sogar steuerfrei: Bis 1602 Euro sind durch den Sparerfreibetrag (1500 Euro) und die Werbungskostenpauschale (102 Euro) abgedeckt. Bei Ledigen halbieren sich diese Beträge.

Die Vereinbarung eines familieninternen Darlehens ist einfacher, als bei der Bank, da unter Angehörigen die Vertrauensbasis von vornherein gegeben sein dürfte. Auch, wenn es bei der Abwicklung zu Problemen kommt, lässt sich mit der eigenen Familie meist besser verhandeln. Aber bei Geld endet auch in der Familie die Freundschaft. Es kann dann schnell zum Zerwürfnis kommen. Überlegen Sie deshalb genau, ob das familiäre Risiko durch die finanziellen Vorteile aufgewogen wird.
Darauf achtet das Finanzamt
Um keinen Ärger mit dem Finanzamt zu bekommen, muss das Darlehen dem »Fremdvergleich« standhalten. Sie sollten sich deshalb an den Vorgaben orientieren, die für einen normalen Bankkredit gelten:
 – für das Darlehen sind Sicherheiten zu stellen (Bürgschaften der Bank oder dritter Personen, Grundschulden, Forderungsabtretungen oder Sicherungsübereignungen beispielsweise von betrieblich genutzten Fahrzeugen)
 – der Darlehensgeber muss nachweislich über die Mittel, die er Ihnen leiht, selbst verfügen
 – die Darlehenssumme muss Ihnen nachweislich zugeflossen sein
 – die Kreditraten müssen nachweislich gezahlt werden.
Nicht nur um diese Voraussetzungen zu erfüllen, sollte ein Darlehensvertrag auch unter Angehörigen immer schriftlich geschlossen werden und alle Punkte beinhalten, die bei einem Darlehensvertrag allgemein üblich sind.
Arbeitgeberdarlehen für Angehörige
Arbeiten Ihre Angehörigen im Unternehmen mit, können Sie diesen natürlich auch ein Arbeitgeberdarlehen gewähren. Aber Vorsicht: Da die Konditionen des Darlehens wahrscheinlich günstiger sind, als bei der Bank, wird der Zinsvorteil als sogenannter »geldwerter Vorteil« angerechnet, sodass hierfür Lohnsteuer gezahlt werden muss. Allerdings bleibt dieser »Vorteil« steuerfrei, wenn die Kreditsumme unter 2600 Euro liegt. Ist die Kreditsumme höher, wird der Vorteil erst steuerfrei, wenn so viel zurückbezahlt wurde, dass die Grenze von 2600 Euro unterschritten wird.
Sie können aber auch den monatlichen Freibetrag für geldwerte Vorteile (44 Euro/Monat) ausnutzen. Allerdings müssen Sie hier auch andere geldwerte Vorteile berücksichtigen, die Sie eventuell gewähren. Das Gefährliche: Da die 44 Euro eine Freigrenze und kein Freibetrag sind, muss der gesamte Betrag versteuert werden, wenn die Grenze überschritten wird.
Um den geldwerten Vorteil zu ermitteln, müssen Sie zum Vergleich einen marktüblichen Zins heranziehen. Hier dürfen Sie auf den günstigsten von Ihnen ermittelten Zinssatz zurückgreifen. Belege des Referenzzinssatzes sollten Sie als Ausdruck oder Kopie zu den Kreditunterlagen nehmen. Wird für die gesamte Laufzeit ein fester Zinssatz vereinbart, reicht es, wenn Sie zu Beginn den Referenzzins ermitteln. Die Werte müssen später nicht geprüft oder angepasst werden.

Hartmut Fischer ist freier Fachautor und beschäftigt sich für dds mit aktuellen Rechts-und Betriebsführungsthemen, die für kleine und mittlere Handwerksunternehmen interessant sind.

TiPP
Zinssatz für Arbeitgeberdarlehen ermitteln

Auf der Internetseite der Deutschen Bundesbank den »Geldwerten Vorteil für Arbeitgeberdarlehen« zugrunde legen (www.bundesbank.de, Geld- und Kapitalmärkte Einlagen- und Kreditzinssätze). Diesen Wert mit 96 malnehmen und dann durch 100 teilen.

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