Fünf Kombi-Kastenwagen in der Übersicht

Einer für alle Fälle

Kombi-Versionen von Kastenwagen haben auf häufig wechselnde Transportaufgaben im Handwerk eine Antwort: Sie sind ausgestattet für den Personentransport und der Umbau zum Lademeister geht einfach von der Hand. Fünf Fahrzeuge in der Übersicht.

Jens und Patricia Fritzsche, Freie Journalisten

Wer nur wenige Fahrzeuge im Fuhrpark hat, muss diese flexibel einsetzen können – denn oft sind neben Werkzeug und Material auch Kollegen zur Baustelle zu fahren. Hier kommen Kombi-Versionen der Bulli-Klasse ins Spiel: Sie transportieren bis zu neun Personen und alternativ über 6 m3 Ladung. Die Fahreigenschaften machen Freude und bei maximal 2 m Fahrzeughöhe sind Tiefgaragen kein Problem.

Vom Mannschaftswagen …

Alle Fahrzeuge lassen sich unterschiedlich bestuhlen und bieten Platz für bis zu neun Personen. Zwei oder drei Plätze vorne sind mit 3er- oder 2er-Bank sowie Einzelsitzen in der zweiten, dritten und bei Mercedes und VW sogar vierten Reihe kombinierbar. Platz gibt es üppig: Voll besetzt fühlen sich neun Erwachsene nicht eingeengt. Dazu tragen ordentliche Sitze bei, die auch auf längeren Strecken bequem bleiben. Zu bemängeln haben wir nur den fehlenden Seitenhalt der Sitze und die etwas dünne Auflage beim Citroen Jumpy Kombi. Das machen die anderen besser. Den Einstieg nach ganz hinten erleichtern die äußeren Sitze der zweiten Sitzreihe mit der sogenannten Easy- Entry-Funktion. Dabei klappt die Lehne des Sitzes nach vorne, sodass ein bequemer, breiter Durchgang entsteht. Für häufigen Personentransport ist eine zweite Schiebetür auf der Fahrerseite zu empfehlen. Diese ist bei allen Herstellern Zusatzausstattung und kostet mindestens 480 Euro.

Standardmäßig sind bei allen fünf Herstellern die Sitze an festen Punkten verankert. Mercedes und VW bieten darüber hinaus die Option, den Fahrgastraum mit einem Sitzschienensystem auszustatten. Damit kann man die Sitze in der zweiten und dritten Reihe flexibel nach vorne oder hinten verschieben. Somit lässt sich der Stauraum oder Platz für die Mitfahrer variabel anpassen.

… zum Lademeister

Mit voller Bestuhlung bieten die Kombi-Versionen als Langversion maximal 2 m3 Ladevolumen bei einer Stauraumtiefe von etwa 110 cm. Das reicht höchstens für Werkzeuge und Kleinmaterial. Auch die zulässige Nutzlast setzt Grenzen: Sitzen neun Erwachsene im Fahrzeug, verbleiben bei Citroen und Fiat für die Zuladung knapp 300 kg und bei Ford und Mercedes etwa 400 kg. Der VW Transporter Kombi stemmt mit 1,4 t die mit Abstand höchste Nutzlast. Bei allen fünf Herstellern lassen sich die Sitze mit wenigen und leichten Handgriffen umklappen und wickeln. Auch der Ausbau geht in allen Fahrzeugen einfach von der Hand: Sitz oder Bank per Fußtaster beziehungsweise Hebel entriegeln, kippen und aus der Verankerung heben. Allerdings sind die Sitze recht unhandlich. Bei einem Gewicht von acht bis zehn kg für Einzelsitze und 25 bis 30 kg für eine Sitzbank, ist eine Tragehilfe sinnvoll. Der Ausbau aller Sitze dauert nicht länger als fünf Minuten, dann stellen die fünf Kombis das Volumen verblechter Kastenwagen bereit.

Am Boden setzen die Hersteller auf Gummi, Holz, Kunststoff oder Teppich. Wer häufig auf matschigen Böden oder mit staubiger Ladung unterwegs ist, greift zu unempfindlichen Materialien. Zur Befestigung der Ladung stehen jeweils Verzurrösen zur Verfügung, beim Mercedes Vito Tourer in der Ausstattung Select gegen Aufpreis auch für das Schienensystem.

Hochwertig ausgestattet

Früher glichen die Nutzfahrzeug-Interieurs oft einer Sparausgabe. Inzwischen zeigen die Cockpits und die Inneneinrichtung einen gelungenen Kompromiss aus robust und hochwertig – nichts klappert oder wirkt billig. Bei Ford ragt der 8-Zoll-Touchscreen ein Stück aus dem Armaturenbrett heraus und sitzt genau da, wo er hingehört: Ohne den Kopf zu senken, lassen sich die Navigationshinweise verfolgen. Die anderen vier verbauen das Display eine Etage tiefer. Wem die Serienausstattung nicht reicht, kann sich fast jeden Wunsch extra erfüllen: LED-Licht, Tablet-Halterung, Sportpaket mit Tieferlegung und 18-Zoll Felgen aus Leichtmetall, eine zur Liege wandelbare Sitzbank – die günstigen Einstiegspreise sind dann allerdings Geschichte! Wer den Transporter auch für Freizeit und Familie nutzen möchte, sollte auch die höherwertig ausgestatteten PKW-Varianten prüfen.

Wir empfehlen für alle Modelle mindestens den mittleren Diesel-Motor: Mit 120 PS oder mehr haben die Kombis dann genug Power für jeden Einsatz. Die fehlt den kleinen Motoren bei Überlandfahrten oder wenn das Auto voll besetzt ist. Matschige Baustellen verlieren mit einem Allradantrieb ihren Schrecken. Dieser ist bei Mercedes und VW optional erhältlich. Wer umweltfreundlich unterwegs sein will, kann den Mercedes Vito Tourer auch als Elektro-Transporter bestellen. Leider bietet aktuell kein anderer Hersteller diese Option. Assistenzsysteme stehen dagegen überall zur Wahl: Der Cross-Traffic-Alert im Ford weist während des Ausparkens auf vorbeifahrende Fahrzeuge hin, das Head-Up-Display im Citroen zeigt die wichtigsten Informationen in der Frontscheibe an. Und der Seitenwind-Assistent hilft im Mercedes, bei Böen einen Spurversatz zu vermeiden. Fazit: Als Kombi ist die Bulli-Klasse vielseitig einsetzbar. Am Ende entscheiden der persönliche Geschmack und der Geldbeutel über das richtige Fahrzeug.

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