Fahrbericht: Jeep Compass

Ein gezähmter Wilder

Früher stand Jeep für Abenteuer und Gelände, heute baut die im Fiat-Konzern beheimatete US-Marke charaktervolle SUVs. Der Jeep Compass garantiert einen kraftvollen Auftritt.

Jens und Patricia Fritzsche, Freie Journalisten

Der Jeep Compass zeigt frontal den typischen Seven-Slot-Kühlergrill: Die sieben vertikalen Schlitze zwischen den zwei Scheinwerfern sieht man auch im Logo der Marke Jeep. Die dynamische Front und ein abfallendes Dach mit einer Chromleiste, die von den Außenspiegeln an Dach und Heckscheibe die Kabine umläuft, können sich sehen lassen. Die Haifischflosse im hinteren Drittel verleiht dem Jeep Compass ein Boulevard-taugliches Äußeres, das durch die schwarz beplankten, markentypisch eckigen Radausschnitte abgerundet wird. In Kombination mit umlaufenden Schutzleisten und der schwarzen Dachreling ergibt sich ein schöner Kontrast zu den elf Fahrzeugfarben. Unser Testwagen in der Farbe Laser Blue Metallic war ein echter Hingucker!

Innen erinnert nichts an die rustikalen Cockpits der früheren Jeeps. Klassische Rundinstrumente für Geschwindigkeit und Drehzahl rahmen ein Display für weitere Fahrzeuginformationen ein. Der Fahrer klickt sich mit zwei Tasten auf dem Lenkrad durch das Menü. In der Mitte liegt ein großer Touchscreen, über den sich Fahrzeug inklusive Komfortoptionen intuitiv konfigurieren lassen. Tasten gibt es für ausgewählte Funktionen, dadurch wirkt das Cockpit aufgeräumt. Audio-Enthusiasten kommen im Compass auf ihre Kosten: Mit neun Lautsprechern, einem Subwoofer und 506 W Leistung bleiben keine Wünsche offen. Musik kommt via Apple CarPlay und Android Auto vom Smartphone zur Soundanlage.

Auch auf langen Strecken sind die Stoff-Leder-Sitze sehr bequem, auch wenn die Unterschenkelauflage etwas länger sein könnte. Die vorderen Kopfstützen sind für Personen bis etwa 185 cm Größe ausgelegt. Hinten schränken das leicht abfallende Dach und ggf. das Panorama-Glasschiebedach die Kopffreiheit ein. Hier sitzen nur Menschen bis maximal 180 cm Größe ohne Berührung zum Dachhimmel. Die Beinfreiheit ist auch für Größere ausreichend. Die Rücksitzbank lässt sich in drei Teilen umlegen und erweitert dann den Kofferraum von 438 auf 1251 l Ladevolumen. Der Ladeboden ist zweigeteilt und lässt sich aufklappen. Darunter ist genügend Platz für Kleinkram.

Souverän und extravagant

Mit 170 PS und 250 Nm Drehmoment bietet der 1,4- l- Benziner hinreichend Vortrieb: Der Sprint auf eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 200 km/h gelingt mühelos, der Verbrauch liegt nach unserem Test bei noch akzeptablen 9,6 l. Alternativ ist der Compass als 140-PS-Benziner oder Diesel mit 120, 140 und 170 PS zu haben. Ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe oder eine Neun-Stufen-Automatik bringen die Kraft auf die Räder. Die Automatik traf bei unserer Testfahrt leider nicht immer den richtigen Gang, daher raten wir zum manuellen Sechs-Gang-Getriebe.

Das Fahrverhalten ist komfortabel genug für lange Autobahnfahrten und schont auf Schlaglochpisten oder Feldwegen den Rücken. Droht das Fahrzeug die Straße zu verlassen, greift der Spurhalteassistent sanft ein. Weitere klassenübliche Assistenzsysteme sind an Bord, sehr komfortabel ist die Rückfahrkamera. Mit breitem Sichtfeld und Erkennung des Querverkehrs, die optisch und akustisch vor seitlichen Objekten warnt, sind enge Parklücken kein Problem.

Der Jeep Compass ist mit Front- oder Allradantrieb erhältlich. Das sogenannte Active Drive System zeigt die Offrad-Expertise des Herstellers und passt den Antrieb automatisch oder in auswählbaren Modi auf die Straßenverhältnisse oder das Gelände mit Sand, Matsch oder Geröll an. Unser Fazit: Für alle, die nicht einen üblichen SUV ins Auge fassen, ist der Jeep Compass eine gelungene Alternative: Exterieur und Interieur überzeugen, dazu spritzige Motoren sowie nach Wunsch und Geldbeutel konfigurierbare Extras – vom Einsteiger ab 21 500 Euro netto bis zu unserem voll ausgestatteten Testwagen in der Limited-Version für 45 060 Euro netto. Jeep spendiert dazu noch vier Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung.

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