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»Diese Erfahrung hat sonst keiner«

Marketing & Betriebsführung
»Diese Erfahrung hat sonst keiner«

In diesem Jahr wird Altendorf 100 Jahre alt. Das Mindener Unternehmen ist der weltweit führende Hersteller von Formatkreissägen. dds sprach mit Geschäftsführer Wilfried Altendorf über die Aktivitäten im Jubeljahr und seine Pläne für die Zukunft.

Herr Altendorf, wird das Jubiläumsjahr, wirtschaftlich gesehen, ein gutes Jahr für Altendorf?

Na, das wollen wir doch hoffen! Die Anzeichen dafür sind zumindest schon mal ganz positiv. Das gilt übrigens explizit auch für den deutschen Markt!
Was heißt das in Zahlen?
Messlatte für uns ist der Absatz unseres Modells F 45. Da konnten wir im Jahr 2005 um gut vier Prozent zulegen. Das heißt, wir haben rund 2400 Maschinen dieses Typs verkauft. Für das laufende Jahr rechen wir mit einer Steigerung in ähnlicher Größenordnung wie 2005, vielleicht wird es sogar etwas mehr.
Welche Aktivitäten haben Sie für das Jubiläumsjahr geplant?
Auf Grund unserer Internationalität thematisieren wir das Jubiläum im Rahmen von wichtigen Messen rund um den Globus. Hier in Minden werden wir zeitnah zur Holz-Handwerk eine Abendveranstaltung für Freunde und Partner des Hauses haben. Bis dahin wird übrigens unser neues Schulungs- und Verwaltungsgebäude fertig sein, in dem auch ein »Altendorf-Museum« untergebracht ist.
Anlässlich Ihres Jubiläums bringen Sie ein Buch mit dem Titel »Die Säge« heraus. Wie kam es zu dieser Idee und worum geht es in dem Buch?
Zum einen geht es natürlich um die Geschichte von Altendorf, zum anderen auch um Entwicklungen und Veränderungen in der Holzbearbeitung, bei den Holzbearbeitungsmaschinen und im Tischlerhandwerk allgemein. Dabei wird nicht nur die Vergangenheit beleuchtet, sondern auch in die Zukunft geblickt. Die Idee ist dadurch entstanden, dass wir sehr viel Material über die Geschichte des Sägens in unseren Archiven haben. Das Unternehmen hat einfach viel zu erzählen: Dinge, die es zu bewahren gilt und die, in einen zeitgeschichtlichen Zusammenhang gestellt, sicher für viele aus der Branche von großem Interesse sind.
Werden Sie denn auch auf der Produktseite etwas Neues bieten?
Ja. Auf der Holz-Handwerk präsentieren wir eine »neue« F 45, die vom Preis-Leistungs-Verhältnis her eine echte Sensation ist. Und zur Ligna 2007 … – aber das ist noch ein Geheimnis!
Können Sie uns ein paar Details nennen?
Herr Graffé, dann wäre ja die Präsentation in Nürnberg keine Überraschung mehr! Nur soviel: Wir haben hart dafür gearbeitet, dass einige Dinge, die es für Formatkreissägen bisher nur optional gab, endlich Standard werden.
Sie haben in den letzten Jahren Ihr Programm mit den Typen WA 80 und WA 6 nach unten hin erweitert. Sind Sie mit dieser Strategie erfolgreich?
Absolut. Auf dem Weltmarkt besteht eine Nachfrage nach diesen eher einfachen Maschinen. Früher war eine Altendorf der VW unter den Sägen: solide Technik zum erschwinglichen Preis. Dann haben wir uns – vor allem aus den Anforderungen des deutschen Marktes heraus – technologisch sehr stark nach oben entwickelt. Mit den beiden genannten Typen decken wir das untere Marktsegment jetzt wieder perfekt ab.
Seit 1995 ist Altendorf mit einer Tochtergesellschaft in China vertreten. Was fertigen Sie dort?
In China wird derzeit die WA 8 gebaut. Die Maschine ist technisch identisch mit der WA 80, wird jedoch nur außerhalb Europas vertrieben. Von den rund 1000 in China produzierten Maschinen sind übrigens 800 im Land geblieben. Ab Sommer soll dort dann auch die Fertigung der WA 6 anlaufen.
Die WA 6 wird im Moment noch in Deutschland produziert. Warum die Verlagerung?
Die Produktion war eigentlich von Anfang an in China vorgesehen. Der Start hat sich dort nur etwas verzögert, sodass wir übergangsweise hier bei uns produzieren mussten, um die bestellten Maschinen termingerecht auszuliefern. Auf Dauer lässt sich ein Produkt mit dieser Technik und zu diesem Preis nicht in Deutschland fertigen.
Steht der Standort Deutschland grundsätzlich zur Disposition?
Nein, im Gegenteil. Wir investieren allein in den Jahren 2005 und 2006 mehr als sieben Millionen Euro hier in Minden . Also, wenn das kein Bekenntnis zum Standort ist …! Mein Sohn Tom, der auch mein Nachfolger wird, ist von der Richtigkeit dieser Entscheidung genau so überzeugt wie ich.
Wie wichtig ist für Sie der einheimische Markt als Absatzregion?
Er ist nach wie vor der größte Einzelmarkt, um den wir uns sehr intensiv kümmern. 30 Prozent unseres konsolidierten Gesamtumsatzes von 54 Millionen. Euro erzielen wir in Deutschland.
Wie schätzen Sie die Entwicklung im Tischler- und Schreinerhandwerk ein? Wird das Marktsegment für eine Altendorf-Formatkreissäge – zwischen Plattenaufteilsägen auf der einen und Einsteiger-Kreissägen auf der anderen Seite – kleiner?
Nein, das sehen wir im Moment nicht. Die Formatkreissäge ist für eine durchschnittliche Tischlerei nach wie vor das Mittel der Wahl. Und auch ein größerer Innenausbauer, der eine Plattenaufteilsäge einsetzt, hat trotzdem noch eine Formatkreissäge. Er kauft nicht mehr, wie vielleicht früher einmal, drei Maschinen bei uns. Die eine Maschine, für die er sich entscheidet, ist aber dafür in der Regel deutlich besser ausgestattet.
Wie gefährlich sind für Sie als Hersteller eines einzigen Produktes plötzliche Marktveränderungen?
Da müssen wir natürlich schon aufpassen. Deshalb beobachten wir sehr genau, wohin der Markt dreht. Unser Plus ist aber, dass wir uns schon seit Jahrzehnten ausschließlich mit diesem Produkt beschäftigen. Diese Erfahrung hat sonst keiner! Daraus resultiert der technische Vorsprung, den eine Altendorf nach wie vor auszeichnet. Wir müssen einfach immer etwas schneller sein als der Wettbewerb.
Herr Altendorf, wie sehen Sie der Zukunft entgegen?
Eigentlich ganz gelassen. Trotz des Strukturwandels in der Branche ist mir um die Formatkreissäge nicht bange. In Sachen Produktentwicklung haben wir die Augen weit geöffnet und sind für die Zukunft gut gerüstet. HJG/JN
Egal was wir zukünftig entwickeln, wir werden es im eigenen Haus tun.
Wir sind Formatierungs- spezialisten. Wenn es da etwas revolutionär Neues gibt, dann sollten Sie das von Altendorf erwarten.
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