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Diesel, Strom oder beides? Transporter der Zukunft

Diesel, Strom oder beides?
Transporter der Zukunft

Staatlich großzügig geförderte Elektromobilität und immer neue politische Kontroversen, was den Dieselmotor angeht – wohin geht die Reise für Nutzfahrzeuge? Wir haben führende Anbieter nach zukunftsfähigen Lösungen gefragt.

Jens und Patricia Fritzsche, Freie Journalisten

Der rasante Wandel in der Autoindustrie macht auch vor den Nutzfahrzeugen nicht halt: Die Hersteller müssen sich mit zunehmend strengeren Abgasvorschriften, Elektrifizierung der Modellpalette und Vernetzung der Fahrzeuge auseinandersetzen. Die Kernanforderungen der Handwerkskunden sind indes bekannt: hohes Ladevolume bei kompakten Maßen, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit und die Gewähr, mit heute aktueller Antriebstechnik auch morgen noch im grünen Bereich zu fahren. Ob es auch bei Nutzfahrzeugen zum Diesel mittelfristig ernsthafte Alternativen oder vor allem Restriktionen gibt, lässt sich derzeit nicht sagen. Elektromobilität steht daher bei allen Herstellern auf der Agenda.

Strom, Diesel und Telematik

Ford bringt Anfang 2022 den E-Transit als rein batterieelektrisches Nutzfahrzeug im 2-t-Bereich mit bis zu 350 km Reichweite auf den Markt. Voran ging die Elektrifizierung existierender Baureihen durch die Einführung von Mild- und Plug-in-Hybriden: Der Nahbereich gehört künftig den batterieelektrischen Null-Emissions-Transportern, da die Innenstädte für Verbrenner-Fahrzeuge mittelfristig tabu sein werden. Nicht zuletzt durch die staatlichen Förderprogramme verzeichne man bei Ford ein zunehmendes Interesse an elektrischen Fahrzeugen. Für lange Strecken sei der moderne Diesel aber weiterhin die erste Wahl. So bestimmt das tägliche Streckenprofil darüber, ob man sich für einen Diesel-, Hybrid- oder E-Antrieb entscheiden sollte. Für den E-Transit kündigt Ford als Option einen On-Board-Generator an, der Strom für Geräte und Werkzeuge liefert. Ein weiteres Thema für Ford sind Telematik-Angebote, die bereits bei vielen Modellen werksseitig an Bord sind, zum Beispiel das FordPass-Connect-Modem. Eine neue Funktion ist der Guard-Modus: Das System ist mit verschiedenen Sensoren am Fahrzeug vernetzt und erkennt, ob sich

jemand am Fahrzeug zu schaffen macht. In diesem Fall sendet das Modem eine Push-Nachricht auf ein definiertes Smartphone.

Sinnvolle Doppelstrategie

Bei Fiat Professional steht der E-Ducato nun kurz vor der Markteinführung. Bei Fiat geht man derzeit davon aus, dass ein moderner Dieselmotor mit der Abgasnorm Euro 6d-temp oder Euro d-final auch auf absehbare Zeit nahezu uneingeschränkt nutzbar sein wird. Bei der Wahl der Motorisierung entscheidet das Fahrprofil: Wer fast ausschließlich im Umkreis von 100 km um den Standort des Fahrzeugs unterwegs ist und täglich nicht mehr als 350 km zurücklegt, für den bietet sich der eDucato an. Damit sind auch eventuell emissionsbedingt gesperrte Stadtbereiche befahrbar. Auch der Marketing-Effekt der lokal emissionsfreien Lieferung ist nicht zu unterschätzen. Für alle, die oft Langstrecke fahren, ist der Dieselmotor bisher noch die bessere Wahl. Branchenbezogen bietet Fiat eine Reihe von Umbauten inklusive Fiat-Garantie ab Werk an. Auch Branchenmodelle, die von Umbaupartnern wie Sortimo realisiert werden, können direkt bei Fiat konfiguriert und bestellt werden.

Vollelektrisch aufgestellt

Vom kleinen Stadtlieferwagen Mercedes Citan über das Multitalent Vito bis hin zum geräumigen Sprinter bietet Mercedes-Benz Transporter für verschiedene Anforderungsprofile und Handwerksbranchen. Alle drei Baureihen gibt es in einer Vielzahl von Varianten oder branchenspezifischen Ausbauten in Kooperation mit den VanPartnern. Für die lokale emissionsfreie Mobilität sind mit e Vito und dem e Sprinter aktuell zwei Modelle als batterieelektrische Varianten auf der Straße. Ein elektrischer Citan wird demnächst folgen. Ebenso wichtig wie das Angebot sind Verfügbarkeit und Verlässlichkeit der Fahrzeuge im täglichen Job. Mit einem flächendeckenden Servicenetz sowie umfangreichen After-Sales-Leistungen leistet Mercedes-Benz Vans hier seinen Beitrag, um das Handwerk im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung zu halten.

Visionärer Stromer

Nissan verfügt über ein breites Produktportfolio bei leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 t: angefangen mit dem vollelektrischen Kompaktvan e-NV 200 und den drei Transporter-Reihen NV 250, NV 300 und NV 400 bis zum mehrfach ausgezeichneten Pick-up Navara. Die Transporter punkten bei Nutzlast und Ladevolumen sowie mit branchenspezifischen Auf- und Umbauten von zertifizierten Fahrzeugbauern. Das erstreckt sich von der Fahrzeugeinrichtung über den 4×4-Umbau bis hin zum Kofferumbau. Attraktiv ist die 5-Jahres-Garantie, die Nissan auf alle Nutzfahrzeuge gewährt. Das Full-Service-Leasing »Nissan Care« kombiniert in einer Rate alle Kosten für Fahrzeug, Wartung und Verschleiß für größtmögliche Investitionssicherheit. Der Nissan e-NV 200 lässt sich zu 80 Prozent in einer Stunde schnellaufladen, an der Wallbox dauert es ca. acht und an der Haushaltssteckdose 17 Stunden.

Der Zukunft verpflichtet

Als eigenständige Marke im Volkswagen-Konzern entwickeln, bauen und vertreiben die Hannoveraner leichte Nutzfahrzeuge: Caddy, Crafter und Amarok sind weltweit als mobile Werkstätten unterwegs. Und seit über 70 Jahren – der Bulli! Zum Erfolgsgeheimnis der Baureihe gehört, dass er in den verschiedensten Versionen auf alle erdenklichen Transportaufgaben eine Antwort liefert. Handwerker finden mit dem als Kastenwagen, Kombi, Pritschenwagen oder als Fahrgestell angebotenen Transporter maßgeschneiderte Lösungen. Mit passenden Umbauten ist noch mehr individuelle Flexibilität möglich. Auf dem Feld der Antriebsentwicklung lässt Volkswagen Nutzfahrzeuge den Diesel nicht fallen: Kürzlich wurde eine nah am TDI-Motor positionierte Abgasreinigung kombiniert mit doppelter AdBlue-Einspritzung vorgestellt. Diese Innovation reduziert zugleich die NOx-Emissionen sowie den Dieselverbrauch. Und mit dem für 2022 angekündigten, vollelektrischen ID. BUZZ wird man bei Volkswagen Nutzfahrzeuge vielleicht für weitere Jahrzehnte Automobilgeschichte schreiben.

Der VW T6.1 als Elektrotransporter

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