Marktübersicht: Transporter bis 2,8 t

Bewegung bei den Kleinen

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Die Überlastanzeige warnt, wenn die maximale Zuladung fast erreicht ist oder überschritten wird Foto: PSA
Jede Menge Platz trotz kompakter Maße: Transporter bis 2,8 t zulässiges Gesamtgewicht sind im Handwerk beliebt! Das neue PSA-Trio Berlingo, Combo und Partner haben wir bereits vorgestellt, jetzt folgt der Blick ins nähere Umfeld. Zwölf Konkurrenten im Vergleich.

Marktübersicht: Kompakte Transporter bis 2,8 t

 

Jens und Patricia Fritzsche, Freie Journalisten

Für den Alltag zählen neben Antriebsvielfalt und Kosten vor allem die Größe und Nutzbarkeit des Laderaums sowie die maximale Zuladung. Transporter im Handwerkerfuhrpark sollten aber nicht nur Platz für Maschinen und Material haben, sondern auch noch für zwei bis drei Kollegen. Hier kann der Fiat Doblo punkten: Neben der höchsten Nutzlast knapp über einer Tonne und dem größten Ladevolumen bis zu 5 m³ passt sogar eine Europalette quer zwischen die Radkästen. Damit ist der kleine Italiener äußerst variabel unterwegs. Ähnlich gut präsentieren sich die neuen PSA-Modelle Citroen Berlingo, Opel Combo und Peugeot Partner mit bis 4,4 m³ Ladevolumen,

knapp 950 kg Zuladung und 1,23 m Breite zwischen den Radkästen. Große Nehmerqualitäten hat auch der VW Caddy zu bieten. Wie auch das PSA-Trio kann er mit 1 500 kg gebremster Anhängelast selbst größere Anhänger ziehen. Die meisten Kompakttransporter gibt es in zwei oder sogar drei Längen zwischen vier und fünf Metern. Allerdings sinkt die Nutzlast oft mit dem steigenden Ladevolumen. Deshalb sollte sich der Handwerker vor dem Kauf überlegen, welcher Faktor für ihn die wichtigste Rolle spielt. Eine andere Option sind Hochdächer. Über 2 m Höhe kann es in Tiefgaragen allerdings schon eng werden.

Der Caddy hat aktuell den höchsten Marktanteil bei den Kleintransportern: Von 40 000 im Jahr 2018 neu zugelassenen Fahrzeugen entfällt fast die Hälfte auf den VW. Er bietet zusammen mit dem Fiat Doblo auch die größte Motorenvielfalt. Drei Benziner und vier Diesel stehen zur Wahl. Mit einem 150 PS TDI hat VW in unserem Vergleich die Top-Motorisierung im Angebot. Die Mehrzahl der Konkurrenten kommt mit 75 bis 110 PS aus. Unterschiede gibt es allerdings bei der Schadstoffklasse: Zum jetzigen Zeitpunkt sind nur im Ford Transit Connect und im Opel Combo alle Motoren in der höchsten Klasse 6d-TEMP zertifiziert. Nur diese garantieren, dass man mit dem Transporter zukünftig in allen Umweltzonen fahren kann.

Für alle, die viel in der Großstadt unterwegs sind, lohnt sich ein Blick auf die elektrischen Alternativen. Den Vorreiter Nissan e-NV 200 haben wir bereits im Oktober 2017 vorgestellt. Ein Elektromotor mit 109 PS bringt den kleinen Kastenwagen flott voran. Ebenfalls elektrisch fährt der Renault Kangoo Z.E. Mit 60 PS ist er im Stadtverkehr gut unterwegs. Beide bringen es auf realistische 200 km Reichweite, bevor sie wieder an die Steckdose müssen. Auch den Citroen Berlingo und den Peugeot Partner gibt es mit Elektromotor, diese Modelle basieren im Moment allerdings noch auf dem Vorgängerfahrzeug.

Eine weitere Alternative sind Motoren mit Erd- oder Autogas. Fiat hat mit Fiorino und Doblo gleich zwei Gas-Modelle im Portfolio. Zudem werden der Dacia Dokker Express und der VW Caddy mit Gasantrieb verkauft. In vielen Gebieten steht eine ausreichende Anzahl an Tankstellen bereit. Ein echtes Plus: Die Erdgas-Antriebe sind besonders schadstoffarm und schonen damit die Umwelt.

Preis und Leistung abwägen

Der Dacia Dokker Express ist im Kostenranking unschlagbar günstig. Das Einstiegsmodel mit 3,1 m³ Frachtraum und 75 PS Diesel ist bereits ab 7190 Euro zu haben. Dafür erhält man allerdings, abgesehen vom elektronischen Stabilitätsprogramm ESP, eine spartanische Ausstattung. Manche sinnvolle Option, etwa die Verkleidung des Laderaums, wird für das Basismodel nicht angeboten. Ebenfalls günstig, doch in einer anderen Liga zu Hause, ist der auf dem Renault Kangoo basierende Mercedes Citan Worker. Mit mittlerem Radstand, 75 PS und 3,1 m³ Laderaum steht er mit 12 990 Euro in der Liste. Attraktiv sind hier auch die langen Wartungsintervalle von 40 000 km. Mit knapp über 16 000 Euro Grundpreis liegt das neue PSA-Trio am Ende der Preisrange. Dafür sind die Fahrzeuge ab Werk bereits mit sprachgesteuertem Audiosystem, verblechter Trennwand und Fernlichtassistent ausgestattet. Wer keinen Wert auf umfangreiche Serienausstattung legt und dazu nur wenig Laderaum und Nutzlast braucht, kann beruhigt zum Dacia Dokker Express oder zum Fiat Fiorino greifen. Günstiger ist der Einstieg in diese Klasse nicht zu haben. Der Fiat bietet zwar nur 2,5 m³ Ladevolumen, dafür aber mit 610 kg, im Vergleich zu 555 kg beim Dacia, die höhere Nutzlast. Preislich im Mittelfeld, dafür mit mehr Stauraum und Nutzlast, liegen Fiat Doblo, Nissan NV 200 und Renault Kangoo Rapid. Sie punkten mit bewährter Technik und bieten für die nächsten Jahre einen zuverlässigen Kleintransporter. Fiat sticht zudem mit dem optionalen Hochdach heraus und Renault bietet den Kangoo gleich in drei Fahrzeuglängen an. Rein preislich betrachtet fordern Citroen Berlingo, Opel Combo Cargo, Peugeot Partner und VW Caddy den tiefsten Griff ins Budget. Entschädigt wird man mit großem Ladevolumen, hoher Nutzlast und der umfangreichsten Serienausstattung: Einmalig in der kleinen Klasse ist der Überlastanzeiger bei PSA. Er warnt den Fahrer, wenn die maximale Zuladung fast erreicht ist oder gar überschritten wird.

Wer sportlichen Look bevorzugt, ist übrigens bei Ford an der richtigen Adresse: Sowohl den Transit Courier als auch den Transit Connect gibt es in einer speziellen Sportausstattung. Das Paket bietet unter anderem Alufelgen, schwarze Lack-Streifen, die sich über Motorhaube und die Flanke ziehen und ein Lederlenkrad mit roten Ziernähten.

Mehr Zuladung gefällig? Zwölf Transporter bis 3,8 t in der Marktübersicht


Was gilt den nun?

Es gilt aktuell die Abgasnorm Euro 6. Euro 6b, 6d und 6d-Temp sind strengere Messverfahren, die bei neueren Typzulassungen bereits zur Anwendung kommen. Laut einem aktuellen Urteil des EU-Gerichts können auch neueste Euro-6-Diesel künftig in Städten von Fahrverboten betroffen sein.

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