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Testfahrt mit dem Volkswagen T7 Plug-in-Hybriden

Testfahrt mit dem neuen Plug-in-Hybriden
Ist der neue Volkswagen T7 ein Bus für Handwerker?

Modern und effizient soll der Volkswagen T7 Plug-in-Hybrid sein. Dazu ist er noch flacher, um in Tiefgaragen zu passen. Unsere Testfahrt mit dem neuen Multivan verrät Stärken und Schwächen.

Als er vor uns steht, sieht es so aus, als sei das, was sich VW vorgenommen hat, auch gelungen. Aber taugt der T7 damit noch als Lastenfahrzeug für Handwerker? Das klären wir in unserem Fahrversuch. Zunächst testen wir den Plug-in-Hybriden. Zum ersten Mal gibt es den Multivan mit Elektromotor, der ein emissionsloses Fahrvergnügen bis maximal 50 Kilometer nach WLTP ermöglicht. Bei unserem Test war die 10,4 kWh große Batterie jedoch bereits nach etwa 35  Kilometern leer. Der 1,4-Liter-Vierzylinder mit 150 PS übernimmt dann den Antrieb, auf der Autobahn schaltet er sich immer ab 140 km/h zu.

Elektromotor mit Benziner

Die Kombination passt: Der 115 PS starke Elektromotor und der Benziner harmonieren tadellos. Die Fahrzeuginsassen spüren den Wechsel nicht. Durchzugsstark und lautlos gleitet man durch die Stadt. Auch im Autobahnbetrieb stehen ordentlich Kraftreserven zur Verfügung, denn beide Motoren stellen zusammen kurzzeitig 218 PS Leistung und 350 Nm Drehmoment zur Verfügung. Da schmerzt es nicht, dass aktuell die bewährten Dieselmotoren noch nicht erhältlich sind. Erst später ergänzen sie die Motorenpalette um den Plug-in-Hybriden und die zwei Benziner mit 136 PS beziehungsweise 204 PS.

Die beiden Ottomotoren sind wir ebenfalls schon gefahren. Überrascht hat uns vor allem das kleinere Aggregat. Es treibt den Multivan ordentlich an und wird nur in den oberen Drehzahlbereichen leicht brummig. Geschaltet wird in allen Varianten per Sechs- oder Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Sowohl mit 160 km/h auf der Autobahn als auch auf der Landstraße in schnellen Kurven oder im engen Stadtverkehr zeigt das Fahrverhalten deutlich, dass die VW-Ingenieure keine Kompromisse machen mussten. Der T7 ist konsequent auf Pkw-Komfort getrimmt und gleicht eher einem großen Van mit seinem ausgewogenen Handling. Präzises Spurverhalten, wenig Wankneigung und eine feinfühlig abgestimmte Federung lassen schnell vergessen, dass man in einem Bus sitzt. Hier wird die eigentliche DNA des neuen Multivan deutlich: der modulare Querbaukasten (MQB).

Vorteile aus dem Modulbau

Das Baukastensystem, das beispielsweise auch Grundlage für den Golf VIII ist, erlaubt den Einsatz zahlreicher Komponenten aus dem Pkw-Regal. Das ist nicht nur ein Vorteil für das Fahrverhalten des Multivans, auch das Cockpit und die über 20 Assistenzsysteme profitieren vom MQB. Serienmäßig sind digitale Kombiinstrumente und 10-Zoll-Touchscreen möglich. Aus anderen VW-Modellen kennt man schon die etwas unpraktische Sensorleiste darunter. Um sie und weitere Knöpfe des Displays zu steuern, braucht man etwas Übung.

Neu gestaltet wurde der gesamte Innenraum. Die bis zu sechs Einzelsitze lassen sich einfach und flexibel verschieben, ausbauen und auch gegen die Fahrtrichtung wieder einbauen. So lässt sich trotz fehlendem Drehmechanismus eine Vis-à-vis Sitzsituation herstellen. Ein klarer Gewinn ist der neue, in den Bodenschienen gleitende multifunktionale Tisch. Zwischen den Vordersitzen dient er als Mittelkonsole für Flaschen und Kleinkram, im hinteren Teil wandelt er sich zum Tisch mit integriertem Kühlfach. Vermisst haben wir allerdings die fehlende Länge der Tischplatten. Um den Tisch nutzen zu können, muss man leicht verdreht sitzen.

Ein Panoramadach lässt nicht nur viel Licht in den Innenraum, sondern erhöht die Kopffreiheit um weitere zwei Zentimeter. Da VW die Lüftungsdüsen in die Seiten verbaut hat, ist die Innenraumhöhe, trotz flacherem Aufbau im Vergleich zum Vorgänger, nicht reduziert. Auch die Beinfreiheit kann sich sehen lassen – und würde sich wohl so mancher Flugzeugpassagier wünschen. Allerdings gibt es in der Kurzversion kaum noch Platz hinter den Sitzen. Bei voller Bestuhlung ist das »Kofferräumchen« doch sehr eng. Die Investition von knapp 1900 Euro für die Langversion mit einem um 20 cm größeren, hinteren Überhang ist daher sinnvoll.

Wer den Multivan in seine Flotte aufnehmen möchte, muss mit einem Kaufpreis ab 37 680 Euro netto rechnen. Für den getesteten Plug-in-Hybriden in der Ausstattungsvariante »Energetic« ist man mit 56 975 Euro netto dabei und die Preisliste mit 42 Seiten bietet noch viel Raum für mehr oder weniger sinnvolle Extras.

Flexibler Begleiter

Ist der T7-Multivan nun ein sinnvolles Fahrzeug für Handwerker? Unser Fazit: Der T7 ist kein klassisches Handwerker-Auto. Wer Platz für Material und Werkzeuge sucht, ist mit dem größeren Gepäckabteil im VW »T6.1 Caravelle« besser bedient. Und kostengünstiger ist dieser ebenfalls. Der T7 überzeugt hingegen mit dem Multifunktionstisch als komfortabler Begleiter beim Kundentermin oder als Dienstwagen mit Privatnutzung als Freizeit- oder Familienfahrzeug. Gerade die flexiblen Sitze ermöglichen einen einfachen und schnellen Wechsel, um Platz für die Kinder oder das E-Bike zu schaffen.


Jens und Patricia Fritzsche, Freie Journalisten

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