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Elektrotransporter VW T 6.1 von ABT

Fahrbericht: Elektrotransporter VW T 6.1 von ABT
Vom Diesel zum E-Transporter

ABT baut den Volkswagen T 6.1 mit Dieselmotor und DSG-Getriebe zum Elektrotransporter um. Warum sich das für VW lohnt und wie der e-Bulli fährt, wissen Jens und Patricia Fritzsche.

Jens und Patricia Fritzsche, Freie Journalisten

Zum Test des VW T 6.1 mit Elektroantrieb fahren wir nach Kempten, in die Heimat von ABT e-Line. Dort treibt ABT die Entwicklung der Elektromobilität voran, insbesondere im Bereich der Nutzfahrzeuge. Die eigenständige Fertigung eines Transporters mit rein elektrischem Antrieb auf Basis des T 6.1 ist für VW nicht effizient, so kommt es zu der auf den ersten Blick ungewöhnlichen Kooperation. Damit ABT den T 6.1 umbauen kann, liefert VW die fertig produzierte Dieselvariante inklusive Direktschaltgetriebe (DSG) nach Kempten. Innerhalb von vier Stunden werden die Verbrenner-Komponenten dort ausgebaut und durch den Elektroantrieb ersetzt. Dieser kommt von Bosch und stellt bei einem maximalen Drehmoment von 200 Nm 113 PS Leistung bereit. Der eigentliche Elektro-Umbau dauert 24 Stunden. Danach ist der Akku am Unterboden montiert und der Transporter fahrbereit. Der Akku mit 16 Zellen hat eine Kapazität von 37,3 kW. Das reicht laut WLTP für 138 km.

Der Umbau vom Verbrenner- zum Elektrotransporter ist mehr als eine pragmatische Lösung: Neben der Nutzung vieler Komponenten aus dem Konzern-Baukasten verfügt der e-Transporter 6.1 anders als viele andere Stromer nämlich über ein Getriebe – ABT nutzt für die Elektrovariante die ersten drei Gänge des DSG. So lässt sich der Elektro-Bulli auch als Zugfahrzeug für Anhänger nutzen. Für Handwerker eine interessante Option.

Souveränes Fahren

Beim Fahren spürt man das Direktschaltgetriebe so gut wie gar nicht. Wie bei Elektrofahrzeugen üblich, reagiert der e-T 6.1 in Echtzeit auf das Gaspedal. Die Leistung ist ausreichend, um in der Stadt und auf der Landstraße problemlos im Verkehr mitzuhalten oder zu überholen. Spurtstark ist der e-Bulli mit 113 PS und einem Gesamtgewicht bis 3,2 t allerdings nicht. Es vergehen rund 19 Sekunden, um aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen. Wer Batteriekapazität sparen will und nicht so schnell fahren muss, kann den Transporter auf 90 km/h begrenzen lassen. Die Höchstgeschwindigkeit des e-T 6.1 beträgt ansonsten rund 120 km/h.

Das durch den Akku bedingte Mehrgewicht von knapp 150 kg wird bei der Produktion berücksichtigt, die für den Umbau bestimmten Transporter erhalten ab Werk ein verstärktes Fahrwerk. Damit kann man souverän über alle Straßenunebenheiten gleiten. Die aus den Verbrennern bekannte elektromechanische Lenkung des T 6.1 arbeitet exakt und vermittelt jederzeit ein sicheres Gefühl zur Straße. An die Rekuperation muss man sich dagegen etwas gewöhnen: Geht der Fuß vom Gas, gleitet der Bulli noch ein bis zwei Sekunden weiter, bevor die Bremsrückgewinnung einsetzt. Dann verzögert sie das Fahrzeug gewohnt stark, sodass die Bremse nach einer Gewöhnung eigentlich nur zum Anhalten und in Gefahrensituationen bedient werden muss. Die von ABT angegebene maximale Reichweite erscheint realistisch, der elektrische Antrieb zeigte sich auf der 50 km langen Testrunde in und um Kempten sehr sparsam. Die Restreichweite reduzierte sich in dieser Zeit nur um 36 km.

Eine runde Sache

Bestellen kann man den ABT e-Transporter 6.1 nur mit langem Radstand, das heißt mit 6,7 m3 Stauraum. Ebenfalls erhältlich sind Caravelle und Kombi mit Platz für bis zu neun Personen. Der Kastenwagen beginnt bei 44 990 Euro. Durch die aktuelle Umweltprämie erhält der Käufer 7500 Euro Zuschuss. Unser Fazit: Der VW T 6.1 und der E-Motor von Bosch gehen beim ABT Transporter eine gute Symbiose ein. Er fährt sich wie ein ganz normaler Transporter, nur ohne Motorengeräusche.

 

Weitere Elektrofahrzeuge fürs Handwerk finden Sie in der dds-Marktübersicht „Transporter mit E-Antrieb“

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