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Das Meisterstück in der Kritik: Sideboard von Franziska Müller

Das Meisterstück in der Kritik: Sideboard von Franziska Müller
Verschiedene Ansichten

Das beidseitig nutzbare Sideboard in Rüster und schwarzem Linoleum von Franziska Müller integriert ein Fundstück und lässt sich durch herausnehmbare Einsätze vielseitig konfigurieren.

Eine RüsterBohle im Kundenbesitz war der Anlass, ein Sideboard in Auftrag zu geben. Nach einer intensiven gestalterischen Auseinandersetzung hat die Meisterin entschieden, das schöne massive Holz möglichst ganz zu zeigen: Ursprünglich konzipiert als Oberboden, legt sie die aufgetrennte und bearbeitete Bohle nun abgewinkelt mit Abstand auf das Möbel: mit Waldkante, sichtbaren Zinken und um 100 mm verbreitert mit Mittelachse aus dunklem Linoleum. Eine schöne Reminiszenz an das kostbare Rüsterholz mit seiner geölten Oberfläche.

In ihrer Präsentationsmappe erklärt Franziska Müller den Entwurf in seiner Philosophie. Gestalterisch zeigt sie mit Handskizzen die Entwicklung der Form und erläutert die Funktionen im Raum sowie die Nutzung des Möbels von beiden Seiten. Die Proportion von 1600 mm Länge, 490 mm Höhe und 450 mm Tiefe ist harmonisch gewählt. Das Sideboard steht auf einem 100 mm hohen Gestell aus Metall mit ausgestellten Beinen. Der Korpus ist mit Linoleum belegt, um das optisch schwebende Rüsterholz optimal wirken zu lassen. Der Abstand von 25 mm zwischen Oberboden und aufliegendem Winkel ist für einen sehr flachen Staubwedel gerade noch zugänglich. Die beidseitigen Fronten wirken wie eine Collage, die sich nach Stand der breiten Schiebetüren verändert. Raffiniert ist ihre Verschließbarkeit mit einem Einsteckschloss gelöst, dessen Riegel in den Oberboden greift. Griffleiste und Schlüssel haben die gleiche Optik. Wunderbar sind die Fronten der jeweils drei übereinanderliegenden Schubladen mit ausgefrästen Griffmulden gestaltet: Das Holz ist durchlaufend und verdeckt gezinkt. Die Schubladen werden auf Kulissenauszügen geführt.

Pro Seite ist ein Einsatz variabel mit Magneten fixiert und kann auch als Aufsatz benutzt werden, wenn das Möbel an der Wand steht. Magnete sind unsichtbar unter dem Linoleumbelag eingelassen. Das Möbel ist handwerklich nicht zu toppen – der Kunde kann sich freuen über dieses Erbstück!


Ursula Maier, Stuttgart, Maître Ébéniste und
Innenarchitektin BDIA. Die Unternehmerin hat
ihren Betrieb um ein Einrichtungshaus sowie ein Büro für Innenarchitektur erweitert und 2007
an die vierte Generation übergeben.


 

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