Ausbildung

Sauber und unauffällig

Meisterstücke von der Saar sind nach wie vor präzise im handwerklichen Detail und eher konservativ in der Formgebung. Die Ursache könnte in einer Ausbildung liegen, die eine individuelle gestalterische Entwicklung zu wenig fördert.

Seit 2009 gibt es im Saarland den Creativpreis für Jungmeister im Schreinerhandwerk. Im Sommer 2012 wurden drei von 16 Meisterstücken prämiert, zwei weitere Arbeiten belobigt. Ziel des Wettbewerbs ist, »die kreative Leistung des Schreinerhandwerks zu fördern«. Die vergleichsweise zahmen gestalterischen Ergebnisse lassen klar erkennen, dass die Auseinandersetzung mit Gestaltung im Saarland erst mit dem Meisterstück beginnt. Damit, wie in den anderen Bundesländern, bereits in der Ausbildung anzufangen, dem steht eine saarländische Besonderheit im Wege: Das für Prüfer und Betriebe bequemere Einheitsgesellenstück, das in Klausur als große Arbeitsprobe angefertigt wird und so auch nicht zu einer individuellen gestalterischen Entwicklung beiträgt.

Die individuelle Auseinandersetzung Auszubildender mit der Gestaltung ist durch den Wettbewerb »Die gute Form« im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zur Selbstverständlichkeit geworden. Auch die Darstellung unseres Gewerks in der Öffentlichkeit lässt die Betriebe davon profitieren. So wachsen schon die Azubis in einen Beruf hinein, der der Gestaltung einen hohen Stellenwert beimisst. Der Entwicklungsraum, den ein individuelles Gesellenstück eröffnet, wird dem saarländischen Nachwuchs vorenthalten – durch einen Sonderweg, der sich für den Blick von außen als ein klarer Standortnachteil darstellt. JN

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